Männer-EM: Über Bulgarien ins Halbfinale – DVV-Männer im Viertelfinale um 20.00 Uhr
Es lief perfekt für die DVV-Männer! Fünf Sätze lang schmetterten sich Gastgeber Polen und der Olympia-Vierte Bulgaren am gestrigen Abend die Bälle um die Ohren, am Ende jubelte Vorrundengegner Bulgarien über den umkämpften 3:2-Sieg (22-25, 22-25, 25-20, 26-24, 18-16), der ihnen das Viertelfinal-Duell am 25. September um 20.00 Uhr (live bei SPORT1, Teaser zum Appetit holen) gegen die deutsche Mannschaft brachte.
Dann wollen sich die Bulgaren natürlich für die knappe Fünfsatzniederlage in der Vorrunde revanchieren, doch das deutsche Team hat den Vorteil, ausgeruht in die Partie zu gehen. Während die Bulgaren bravourös den 0:2-Satzrückstand wettmachten, saßen die deutschen Akteure die ersten zwei Sätze entspannt in der Halle und genossen die Atmosphäre. „Dass sie das Spiel noch gedreht haben, hat mich schon überrascht“, meinte Markus Steuerwald. Eine der Fragen lautet: Wie stecken die Bulgaren das gestrige Spiel weg? Kapitän Todor Aleksiev ist 30 Jahre alt und ein „schwerer“ Spieler, wichtiger wird jedoch sein, was ist mit Tsvetan Sokolov? Der Diagonalangreifer steuerte gegen die Polen herausragende 35 Punkte bei und ist der (!) Garant bei den Bulgaren. Auch in der Vorrunde war er vom deutschen Team kaum zu stoppen (dort machte er 28 Punkte). „Sokolov ist ein sehr dominanter Spieler, der viele wichtige und schwierige Bälle macht. Ihn ein bisschen zu bremsen, ist schon wichtig“, urteilt Kapitän Jochen Schöps. Und Steuerwald ergänzt: "Je länger das Spiel dauert, desto größer werden unsere Chancen."
Ob Schöps erstmals in das Turniergeschehen eingreift, ist derweil noch nicht klar: „Mein Bauch heilt langsam, ich kann schon wieder im Balltraining mitspielen. Es fehlt zwar noch einiges zu den 100%, aber ich freue mich gerade über jeden Fortschritt. Ob es in die 12 reicht, sehen wir dann. Ich denke, da wird abgewogen, was dann hilfreicher ist für das Team. Ob sich meine "noch nicht 100%" lohnen und einen anderen Spieler rausnehmen oder doch noch nicht“, so Schöps.
Vielleicht kann sich das deutsche Team zudem auf polnische Unterstützung freuen. Zum einen warfen die Bulgaren die heimischen Lieblinge aus dem Turnier, zum anderen waren bzw. sind Georg Grozer, Jochen Schöps und Simon Tischer in Polen aktiv und haben dort viel Freude in Form von Titelgewinnen gemacht. Steuerwald glaubt, „dass der Komplex Aufschlag-Annahme entscheidend ist. Der ist immer entscheidend, aber gegen Bulgarien kommt diesem eine noch größere Bedeutung zu.“ Und Schöps ergänzt: „Es wird ein genauso harter Kampf wie schon im Gruppenspiel. Wir wissen, wir können sie schlagen, wir müssen aber wie immer erst einmal unsere Leistung halten und das, was wir können, aufs Feld bringen.“
Gelingt das, ist das Halbfinale nahe. Es wäre nach 1967, 1971 (DDR), 1991, 1993 (Deutschland) erst das fünfte Mal in der EM-Historie, ein Medaillengewinn gelang noch nie. Die deutschen Spieler sind bereit, Geschichte zu schreiben.
Viertelfinale
25.9.: Aarhus/DEN: 17.00 Uhr: FIN – ITA / 20.00 Uhr: BEL - SRB
25.9.: Danzig/POL: FRA - RUS / GER - BUL
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