Grand Prix: Zwei EM-Teilnehmer in der Finalrunde - Finalrunde: Fluch oder Segen?

Grand Prix: Zwei EM-Teilnehmer in der Finalrunde - Finalrunde: Fluch oder Segen? Italien (im Angriff) ist bei der Finalrunde des Grand Prix dabei, die Türkei (im Block) nicht.

Die dreiwöchige Grand Prix-Vorrunde ist beendet, und die sechs Teilnehmer an der Finalrunde in Sapporo/JPN (28. August bis 1. September) stehen fest: Mit Europameister Serbien und dem EM-Vierten Italien sind auch zwei EM-Teilnehmer darunter. Zudem kämpfen China, Brasilien, die USA und Gastgeber Japan um den Titel. EM-Gastgeber Deutschland war mit einer Bilanz von vier Siegen und fünf Niederlagen als Elfter relativ deutlich gescheitert, die EM-Teilnehmer Russland, Türkei und Bulgarien hatten die Finalrunde der besten sechs Teams als Siebte, Achte und Neunte mit jeweils 19 Punkten knapp verpasst.

Trotz des Scheiterns war Deutschlands Trainer Giovanni Guidetti zufrieden mit seiner Mannschaft: „Die Mannschaft weiß nach diesem Grand Prix, dass sie alle schlagen können. Es muss natürlich alles passen, alle müssen fokussiert und konzentriert sein - auch die Video-Vorbereitung und Taktik muss stimmen.“ Nach einem schwächeren Auftakt mit einer 2:3-Niederlage gegen Argentinien zeigte sich die deutsche Mannschaft vor allem in den Partien gegen die Top-Teams aus Italien (1:3), Japan (2:3), Polen (3:0) und Russland (2:3) auf Augenhöhe. Auch wenn nach 2:0-Führungen gegen Japan und Russland die Partie noch verloren gingen, stimmt Guidetti die Entwicklung positiv: „Meine Mannschaft ist während des Grand Prix viel, viel besser geworden.“

Noch besser waren vor allem Serbien und Italien, die jeweils mit einer Bilanz von 7:2-Siegen souverän die Finalrunde erreichten. Doch wie wird sich diese auf die EM-Leistung auswirken? Aufgrund von TV-Verträgen findet die Turnier-Entscheidung nicht – wie üblich - direkt im Anschluss an die Vorrunde statt, sondern erst zehn Tage später. D.h. für die Finalteams, Rückflug nach Europa, Wieder-Anreise nach Asien und erneuter Rückflug nach Europa bzw. zur EM-Endrunde. Deswegen sagt auch Guidetti: „Ich wäre gerne in Japan dabei gewesen, um die Finals zu spielen. Die Finalrunde wäre aber auch ein großes Risiko gewesen.“

Alle neun EM-Teilnehmer, Serbien (7:2-Siege, Dritter), Italien (7:2-Siege, Fünfter), Russland (7:2-Siege, Siebter), Türkei (6:3-Siege, Achter), Bulgarien (6:3-Siege, Neunter), Deutschland (4:5-Siege, Elfter), Niederlande (4:5-Siege, Zwölfter), Tschechische Republik (2:7-Siege, 14.) und Polen (2:7-Siege, 15.) haben neunmal gegen Top-Teams getestet und gespielt. In wie weit der Grand Prix Aufschlüsse über das EM-Abschneiden gibt oder dieses gar beeinflusst, wird sich spätestens am 14. September herausstellen. Nämlich dann, wenn die EM-Medaillen in der Max-Schmeling-Halle in Berlin vergeben werden.

Die Vorrunden-Tabelle des Grand Prix

Ein ausführliches Interview mit Bundestrainer Giovanni Guidetti gibt es am 20. August