EYOF: U18(w)-Auswahl mit furiosem Start – Verletzung von Josephine Dörr trübt die Stimmung
Gleich am ersten Spieltag des Turniers der Volleyballer/innen beim European Youth Olympic Festival (EYOF) hat die weibliche U18-Nationalmannschaft von Bundestrainer Jens Tietböhl für eine faustdicke Überraschung gesorgt und Vize-Europameister Italien deutlich mit 3:0 (25:15, 25:19, 25:11) aus der Halle geschossen. Trotz des Erfolges sorgte die Diagnose der Verletzung von Josephine Dörr für gedrückte Stimmung im Team.
Denn nur wenige Stunden vor dem ersten Aufschlag, gegen die Süd-Europäerinnen, erreichte Trainer Jens Tietböhl die Schockdiagnose aus Berlin: „Kurz vor unserer Abfahrt nach Utrecht hat sich Josephine Dörr am Knie verletzt. Heute kam um 10 Uhr die Info, dass sie sich das Kreuzband gerissen hat und wohl mit einem Jahr Pause rechnen muss“, war Tietböhl auch nach dem 3:0-Sieg mit den Gedanken bei seiner verletzten Spielerin. Es ist nicht der erste Rückschlag, den die Mannschaft erst einmal kompensieren muss, denn mit Julia Schäfer laboriert aktuell eine weitere wichtige Spielerin an einer Schulterverletzung. Zeitpunkt der Rückkehr noch unbekannt.
Trotz dieser Hiobsbotschaft präsentierte sich das deutsche Team auf dem Feld in einer überragenden Verfassung. Gegen die Italienerinnen feierten die Spielerinnen einen klaren 3:0-Sieg und zeigten sich dabei in allen Mannschaftsteilen überlegen. Das italienische Team offenbarte von Beginn an große Schwächen in der Annahme, was auch Trainer Tietböhl nicht entging: „Italien hatte große Annahmeprobleme, dadurch konnten wir leicht unseren Block positionieren. Wir haben sie einfach auf dem falschen Fuß erwischt. Das sieht morgen schon wieder anders aus“, zeigte er sich zufrieden mit der Leistung des Teams. Lediglich im zweiten Durchgang fanden die Italienerinnen phasenweise in die Partie, hatten dem starken Angriffsspiel der deutschen Mannschaft aber nichts mehr entgegen zu setzen. „Wir haben sehr konzentriert gespielt, zwischendurch wie aus einem Guss. Entscheidend waren die wenigen Eigenfehler und das sehr gute Sideoutspiel,“ nannte Trainer Tietböhl die Gründe für den eindeutigen Sieg, verfiel aber nicht in grenzenlose Euphorie: „Für uns war es ein genialer Einstieg ins Turnier, ich hoffe wir bleiben auf der Erfolgswelle.“
Grund zur Sorge sollte er nach dieser Leistung nicht haben, die Vorsicht scheint dennoch angebracht. Denn auch im anderen Spiel hätte die Überraschung nicht größer sein können. Die Sloweninnen schlugen den EM-Dritten Türkei mit 3:1 (25:19, 21:25, 25:23, 25:21) und reihten sich erst einmal auf dem zweiten Tabellenplatz, hinter Deutschland, ein. Damit kommt es morgen schon zum vorentscheidenden Match um die Qualifikation für das Halbfinale, welches für die deutsche Mannschaft auch die Möglichkeit bereithält, sich zu revanchieren. Vor rund drei Monaten kassierten sie gegen Slowenien eine bittere 1:3-Niederlage bei der Europameisterschaft in Serbien und Montenegro und verpassten dadurch die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2013 in Thailand (26. Juli bis 4. August).
Der 12-er Kader in Utrecht
Irina Kemmsies (BSP Münster), Luisa Sydlik (VCO Berlin), Marie Holstein (BSP Schwerin), Wiebke Silge (BSP Münster), Nadja Jäckle (VC Offenburg), Michelle Petter (VCO Dresden), Lene Scheuschner (BSP Schwerin), Annegret Hölzig (VCO Berlin), Sophie Schubert (VCO Dresden), Marie Schölzel (VCO Berlin), Luise Wolff (VCO Dresden), Steffi-Martha Kuhn (VCO Dresden)
Teambetreuer
Jens Tietböhl - Bundestrainer
Andreas Renneberg - Teammanager
Tanja Dietel - Physiotherapie
Janine Dreher – Scout
Die deutsche Gruppe B
Deutschland, Italien,Türkei, Slowenien
Gruppe A
Niederlande, Serbien, Polen, Griechenland