Bundesliga (F): Anpfiff zum Play-off-Viertelfinale – Interview mit Münsters Spielführerin Andrea Berg
Spannung am Karsamstag: In der Volleyball-Bundesliga der Frauen starten die Play-offs um die Deutsche Meisterschaft. In den ersten Spielen des Viertelfinales haben die nach der Hauptrunde auf den Rängen eins bis vier platzierten Teams zunächst Heimrecht. Im DVL-live.tv-Topspiel empfängt der Dresdner SC den USC Münster (ab 17.20 Uhr auf www.dvl-live.tv).
Ab 19 Uhr duellieren sich dann Meister und Pokalsieger Schweriner SC und der SC Potsdam, Rote Raben Vilsbiburg und VT Aurubis Hamburg sowie Pokalfinalist VC Wiesbaden und Allianz MTV Stuttgart. Im Gespräch mit dem DVL-Presseservice blickt Münsters Spielführerin Andrea Berg (32) draufgängerisch auf die Partie in Dresden, überraschende Aufstellungen sowie die Verletzungsmisere in dieser Saison.
Frau Berg, in Ihrem Steckbrief auf der Homepage des USC Münster geben Sie augenzwinkernd an, eine Draufgängerin zu sein. Schicken Sie doch zum Play-off-Start mal eine draufgängerische Kampfansage in Richtung Dresden?!
Andrea Berg: Dresden ist eine tolle Stadt, aber wir fahren dort sicher nicht hin, um ein schönes Osterwochenende zu verbringen oder Ostereier zu verteilen. Wir fahren da hin, um zu gewinnen. Wir wissen, dass unsere Chancen auch wegen der Verletzungen vielleicht nicht so groß sind. Aber wir sind alle bereit und gewillt, Dresden Paroli zu bieten und werden es denen so schwer wie möglich machen. Der DSC muss uns auch erst zweimal schlagen, um ins Halbfinale zu kommen.
Für den USC war in den vergangenen Jahren gegen die Dresdnerinnen nie etwas zu holen. Weshalb liegt Ihnen der DSC nicht?
Berg: Was heißt nicht liegen? Dresden hat einfach eine starke Mannschaft, sie sind ein Topteam der Liga - für mich sind sie besser als Vilsbiburg. Gegen den DSC zu spielen, ist für alle schwierig. In eigener Halle haben sie immer viele Fans im Rücken. Dazu haben sie mit Mareen Apitz eine gute Zuspielerin. Es ist schwer, ihr Spiel zu lesen. Wir müssen mit unserem Aufschlag so viel Druck machen, dass sie nicht all das zeigen können, was sie drauf haben.
Können Sie sich noch an den letzten Sieg gegen Dresden erinnern?
Berg: (denkt nach) Das muss wohl schon länger her sein. Ich kann mich spontan nicht daran erinnern. Aber dann wird es Zeit, dass sich das mal wieder ändert. (Anm.d. Red.: Der letzte Sieg des USC gegen den DSC datiert vom 3. Mai 2009)
Was macht Ihnen Mut, die Sensation gegen den DSC zu schaffen?
Berg: Wir haben uns in den vergangenen Spielen wieder Selbstvertrauen verschafft und haben nichts zu verlieren. Dresden ist die bessere Mannschaft, sie haben den Druck und müssen am Samstag gewinnen. Wir können frei aufspielen und vielleicht mit der ein oder anderen Überraschung etwas erreichen. Dadurch, dass unsere beiden Hauptangreiferinnen ausfallen, müssen sich die Trainer etwas einfallen lassen, wie wir uns aufstellen. Daran arbeiten wir fließig und schauen mal, was bei der Aufstellung alles möglich ist ...
Wie bei Dresden zieht sich das Verletzungspech auch beim USC durch die Saison. Aktuell fehlen Ihnen drei Spielerinnen und Trainer Axel Büring. Wie erklären Sie sich diese Verletzungsserie?
Berg: Eine Saison wie diese habe ich bei uns auch noch nicht erlebt. Aber das betrifft ja nicht nur den USC Münster, sondern wie angesprochen auch Dresden, Vilsbiburg oder Stuttgart. Das Verletzungspech zieht sich durch die gesamte Liga. Vielleicht liegt es an der Vielzahl von Spielen? Die Nationalspieler haben nach der Saison nur eine Woche Pause und gehen dann direkt zur Nationalmannschaft, und dann geht es nach dem Sommer in der Liga fast nahtlos weiter. Da ist nicht viel mit Pause. Irgendwann holt einen das ein, Körper und Geist brauchen Pause. Als eine der älteren Spielerinnen der Liga kann ich das ganz gut beurteilen. Volleyball ist schneller und athletischer geworden und ich denke, dass man dann auch mehr Regeneration braucht.
Nun ist nach einem schweren Sturz auch noch Ihr Cheftrainer Axel Büring wochenlang ausgefallen. Welche Auswirkungen hatte es auf die Mannschaft, als plötzlich der Cheftrainer fehlte?
Berg: Wenn sich zu allem Übel auch noch der Headcoach verletzt, fallen natürlich mit einem Mal Autorität und Führung weg. Aber unser Co-Trainer Til Kittel hat das einfach hervorragend gemacht. So haben wir uns relativ schnell gefangen, die Situation angenommen und das mit Til ganz gut kompensiert. Vielleicht haben wir wegen der vielen Verletzungen eine Trotzreaktion gezeigt und uns schnell mit der Situation abgefunden.
Wird Axel Büring im Viertelfinal-Rückspiel in Münster wieder dabei sein?
Berg: Das weiß ich nicht. Er konnte seine Krücken ablegen, das ist schon mal ein großer Fortschritt. Wann er wieder zurückkommt, werden wir sehen. Der Verein hält das Thema so gut wie möglich fern von uns. Wir müssen uns jetzt ausschließlich auf unsere Leistung konzentrieren.
* 40 Spiele live und on demand auf DVL-live.tv *
Die kommenden Begegnungen Play-off-Viertelfinale, 1. Liga Frauen (Modus: „best of three”)
Spiel 1
30.03. | 17:30 | Dresdner SC - USC Münster | Margon Arena (DVL-live.tv)
30.03. | 19:00 | Schweriner SC – SC Potsdam | Arena Schwerin (1-Kamera-Stream auf DVL-live.tv)
30.03. | 19:00 | Rote Raben Vilsbiburg – VT Aurubis Hamburg | Ballsporthalle Vilsbiburg
30.03. | 19:00 | VC Wiesbaden - Allianz MTV Stuttgart | Walter-Köbel-Halle
Spiel 2
06.04. | 19:00 | VT Aurubis Hamburg - Rote Raben Vilsbiburg | CU Arena (1-Kamera-Stream auf DVL-live.tv)
07.04. | 14:30 | USC Münster - Dresdner SC | Berg Fidel
07.04. | 16:00 | SC Potsdam – Schweriner SC | MBS-Arena Potsdam
07.04. | 16:30 | Allianz MTV Stuttgart - VC Wiesbaden | SCHARRena (DVL-live.tv)
Mögliches Spiel 3:
10.04. | 19:00 | Schweriner SC - SC Potsdam | Arena Schwerin
10.04. | 20:00 | Rote Raben Vilsbiburg - VT Aurubis Hamburg | Ballsporthalle Vilsbiburg
10.04. | 19:30 | Dresdner SC - USC Münster | Margon Arena
10.04. | 20:00 | VC Wiesbaden - Allianz MTV Stuttgart | Walter-Köbel-Halle
(DVL)