Beach-EM: Frauen-Duos fast alle im Soll – Ludwig/Walkenhorst mit überraschender Niederlage

Beach-EM: Frauen-Duos fast alle im Soll – Ludwig/Walkenhorst mit überraschender Niederlage Katrin Holtwick und Ilka Semmler konnten auch ihre zweite Partie gewinnen und sich vorzeitig für die K.O.-Phase qualifizieren.

Am zweiten Tag der Beach-EM in Klagenfurt/AUT haben die deutschen Frauen-Duos ihre gute Form des gestrigen Tages bestätigt und gingen in fünf Spielen lediglich einmal als Verlierer vom Platz. Während die Teams Holtwick/Semmler, Köhler/Schumacher, Borger/Kiesling und Bieneck/Großner allesamt Siege einheimsten, kassierten Ludwig/Walkenhorst eine überraschende Niederlage und mussten im Kampf um die Tabellenspitze einen Dämpfer einstecken.

Nach ihrem Marathonmatch gegen Köhler/Schumacher am Vortag, hatte es das Duo Katrin Holtwick/Ilka Semmler in ihrem zweiten Gruppenspiel offensichtlich eilig und feierte einen ungefährdeten 2:0 (21:15, 21:13)-Sieg gegen die Finninnen Lahti/Hyttinen. Das finnische Team, welches schon am ersten Spieltag eine herbe Klatsche einsteckte, hatte gegen das deutsche Duo zu keinem Zeitpunkt eine Chance. Schon im ersten Satz überzeugten Holtwick/Semmler mit einem sehr variablen Spiel, wechselten immer wieder in Abwehr und Block und erspielten sich schnell eine 3:0-Führung. Mit guten Aufschlägen, die unter anderem auch die Annahmeprobleme des finnischen Duos offenbarten, gaben sie den Vorsprung nicht mehr aus der Hand und gewannen den ersten Durchgang locker mit 21:15. Auch im zweiten Satz ließen Holtick/Semmler keinen Zweifel an ihrer Überlegenheit aufkommen, erspielten sich einen Vorsprung von fünf Punkten (11:6) und brachten den Sieg sicher ins Ziel. „Wir haben uns vor dem Spiel jeweils zwei Aufgaben gegeben und in Block und Abwehr etwas ausprobiert“, erklärte Ilka Semmler die Strategie, die an diesem Tag perfekt aufging. Mit dem Sieg setzt sich das deutsche Duo an der Tabellenspitze fest. Am letzten Spieltag treffen Holtwick/Semmler auf die Polinnen Brzostek/Kolosinska, die einen Sieg auf ihrem Konto haben.

Um einiges spannender machte es das deutsche Duo Jana Köhler/Anni Schumacher, die ihre Partie gegen die Polinnen Brzostek/Kolosinska mit 2:1 (18:21, 21:18, 15:13) gewannen und dabei im dritten Satz noch einen 1:9-Rückstand aufholen konnten. Doch zunächst begegneten sich die Teams auf Augenhöhe und sorgten für einen ausgeglichenen Beginn (3:3), in dem das deutsche Team mit Annahmeschwächen zu kämpfen hatte. Dies machten sich im Laufe des ersten Satzes auch die Polinnen zu Nutze und erspielten sich eine 16:11-Führung. Köhler/Schumacher schafften es zwar, den Rückstand noch einmal aufzuholen (16:17), doch Fehler im Angriff trugen letztendlich zum Satzverlust bei (18:21). Ein ähnliches Bild bekamen die Zuschauer anschließend im zweiten Satz zu sehen. Bis zum Stand von 9:10 aus deutscher Sicht, wechselte die Führung fünfmal, bis sich das polnische Team erstmals einen Vorsprung von drei Punkten erarbeiten konnte (10:13). Doch Köhler/Schumacher fanden mit einigen Breaks zurück in die Partie (16:16) und steigerten vor allem in der Abwehr ihre Leistung. Drei weitere Breaks beendeten schließlich den zweiten Durchgang und sorgten für den Ausgleich zum 1:1. Im dritten Satz befanden sich Köhler/Schumacher schon auf der Verliererstraße, erwischten einen völlig verkorksten Start und lagen zum Seitenwechsel bereits mit 0:7 zurück. Doch als wäre diese Hypothek nicht schon hoch genug, gaben sie ihr Sideout erneut ab und sahen beim Stand von 1:9 wie der sichere Verlierer aus. Ganz nach dem Motto „der Glaube versetzt Berge“ begannen sie im Anschluss aber eine unglaubliche Aufholjagd, die Jana Köhler wie folgt erklärte: „Der Vorteil ist, dass du bei 1:9 nicht mehr nachdenkst. Da musst du den Kampfgeist raus holen und dran glauben, dass du noch ein paar Breaks holen kannst.“ Mit dem Punkt zum 7:10 stieg auch die Nervosität des polnischen Teams, das merklich mit sich haderte und immer mehr verkrampfte. Die Folge war der Ausgleich zum 12:12 und der erste Matchball für das deutsche Duo (14:13), der sofort seinen Weg in den Sand finden sollte. „Das habe ich noch nie erlebt! 0:7 kann man auf 21 schon mal aufholen, aber 1:9 auf 15 Punkte?“, wirkte Jana Köhler nach dem Sieg noch etwas ungläubig, bevor ihr doch noch eine Erklärung für den Erfolg einfiel: „Nach zwei bis drei Breaks merkt man, da geht was. Du brauchst diesen Einstieg ins Spielgefühl und den Willen, noch mal alles zu geben.“

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Foto eventolive.it: Ohne Durchschlagskraft präsentierte sich das Duo Ludwig/Walkenhorst und verlor die Partie gegen Grawender/Lundqvist aus Schweden.

Ganz anders hatte sich das deutsche Duo Laura Ludwig/Kira Walkenhorst den zweiten Spieltag vorgestellt. Gegen die Schwedinnen Grawender/Lundqvist verloren sie überraschend deutlich mit 0:2 (17:21, 12:21) und fanden zu keinem Zeitpunkt des Spiels in die Partie. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase, verspielten sie sowohl im ersten als auch im zweiten Satz die Chance auf einen Erfolg und gingen am Ende verdientermaßen als Verlierer vom Platz. Trainer Jürgen Wagner ist sich aber sicher, dass die Niederlage ein einmaliger Ausrutscher war: „Ich bin sicher, dass wir die nächsten Tage nicht schlechter spielen werden. Oder andersherum: Wir werden morgen besser spielen“ und erklärte die Gründe für die Niederlage: „Wir haben es nicht geschafft, den Gegner mit unserem Aufschlag unter Druck zu setzen, im Sideout haben wir sehr viel falsch gemacht.“ Im Spiel gegen die sieglosen Finninnen Nystrom/Nystrom können sie die Niederlage bereits am morgigen Tag korrigieren und den Einzug in die K.O.-Runde perfekt machen.

Nach ihrer Auftaktniederlage gegen Ludwig/Walkenhorst besiegten Karla Borger/Elena Kiesling im zweiten Spiel die Finninnen Nystrom/Nystrom mit 2:0 (23:21, 21:15) und machten dadurch einen entscheidenden Schritt in Richtung der K.O.-Runde. Für Elena Kiesling war es der erste Sieg bei einer Europameisterschaft und sorgte für Erleichterung im neu formierten Team. Eine wichtige Änderung war schon zu Beginn der Partie zu sehen. Denn im Gegensatz zum Vortag, an dem sich das deutsche Duo viel zu ängstlich und zurückhaltend präsentierte, zeigten sie gegen das finnische Team eine engagierte Leistung und hatten nur im ersten Satz Probleme mit den Gegnerinnen. Nach einer 9:6-Führung im ersten Durchgang, drehten die Finninnen das Spiel mit einigen Breaks zum 9:10 und bauten den Vorsprung auf drei Punkte aus (15:18). Durch eine stark aufgelegte Karla Borger stellte das deutsche Team den Anschluss wieder her und ging mit dem Punkt zum 19:18 erneut in Führung. Die Entscheidung fiel letztendlich durch einen Angriffsfehler des finnischen Teams und sorgte für die nötige Sicherheit im deutschen Spiel (23:21). Denn im zweiten Satz lagen Borger/Kiesling von Anfang an in Führung (8:4) und überzeugten mit einer guten Leistung im Angriff und der Abwehr. Am Ende war es Elena Kiesling, die den letzten Ball verwandelt und den ersten Erfolg bei der EM eintütet. „Das war erst unser zweites Spiel auf Wettkampfniveau. Gestern haben wir uns geärgert, weil wir viel zu „mäuschenhaft“ gespielt haben. Dieser Sieg ist super fürs Selbstbewusstsein, das war ein sehr guter Schritt“, zeigte sich Karla Borger zufrieden mit der Partie. Das letzte Gruppenspiel bestreitet das deutsche Duo gegen die Schwedinnen Grawender/Lundqvist, die mit zwei Siegen den ersten Platz in der deutschen Gruppe belegen.

Als letztes ging es für das Duo Victoria Bieneck/Julia Großner in den Sand und überzeugte erneut mit einer guten Leistung. Die Belohnung war ein souveräner 2:0 (21:16, 21:17)-Sieg gegen das Team Dumbauskaite/Povilaityte aus Litauen und die Tabellenführung in der Gruppe F. Mit guten Aufschlägen setzten sie ihre Gegnerinnen über die gesamte Spieldauer unter Druck, die vor allem Probleme in der Annahme und Schwierigkeiten im Spielaufbau hatten. In beiden Sätzen setzten sich Bieneck/Großner nach ausgeglichenem Beginn ab und gaben die Führung nicht mehr aus der Hand. „Wir haben ganz gut aufgeschlagen und unser Spiel selbst solide durchgezogen. Selten haben wir mehr als ein oder zwei Punkte nacheinander abgegeben. Als wir die Gruppe gesehen haben, war es das Ziel um den Gruppensieg zu spielen, da sind wir jetzt“, war Victoria Bieneck zufrieden mit der Leistung und möchte im Hinblick auf das letzte Spiel gegen die Russinnen Ukolova/Khomyakova, den Gruppensieg perfekt machen. „Morgen wartet Russland auf uns, Ukolova konnten wir mit einer anderern Partnerin bereits Anfang des Jahres schlagen. Wir geben morgen Vollgas.“

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