World League: DVV-Männer ganz stark gegen ARG - Tabellenführung für Deutschland
Die DVV-Männer haben in der World League Gruppe D nach einer beeindruckenden Vorstellung die Tabellenführung übernommen: Auch im zweiten Spiel in Frankfurt am Main blieb die Mannschaft von Bundestrainer Vital Heynen ungeschlagen und ohne Satzverlust, das für London qualifizierte Argentinien wurde vor 3.100 begeisterten Zuschauern mit 3:0 (25-18, 25-17, 26-24) bezwungen. Damit bleibt die deutsche „Weste“ in der World League gegen Argentinien makellos, denn es war im fünften Duell beider Teams der fünfte deutsche Sieg. Punktbeste Spieler waren Georg Grozer (13, GER) und Ivan Castellani (ARG), Björn Andrae und Ferdinand Tille waren für diese Partie nicht nominiert.
Startformation GER: Lukas Kampa, Georg Grozer, Marcus Böhme, Max Günthör, Markus Popp, Denis Kaliberda, Markus Steuerwald
Startformation ARG: Luciano De Cecco, Federico Pereyra, Facundo Conte, Rodrigo Quiroga, Sebastian Sole, Pablo Crer, Alexis Gonzalez
Von Anfang an war “Feuer” im Spiel. Die DVV-Männer erwischten einen phantastischen Start und setzten die Argentinier mit Risiko-Sprungaufschlägen massiv unter Druck. Grozer und Böhme hatten Erfolg, beim 9-4 nahm Trainer Javier Weber seine erste Auszeit. Aber das deutsche Team spulte sein Spiel weiter in überragender Manier ab, die Argentinier wirkten konsterniert. Sie produzierten Fehler im Aufschlag, die Annahme „wackelte“ und Angriffe wurden verschlagen – all das hatte man gegen Bulgarien am Auftakttag nicht gesehen. Zwar verkürzten die Argentinier durch drei starke Aufschläge von Conte auf 19-13, doch das blieb in diesem Satz nur „Ergebniskosmetik“. Der Gastgeber blieb in diesem Satz dominant, der dritte Satzball wurde genutzt, Quiroga verschlug seinen Aufschlag.

Foto Conny Kurth: Zeigte eine ganz starke Partie: Zuspieler Lukas Kampa.
Beide Teams begannen mit ihren Startformationen. Grozer servierte zwei Asse und machte somit aus einem Rückstand die Führung (5-4), den Sonderapplaus von seinem Trainer bekam er aber für eine viel unspektakulärere Aktion, als er mit viel Gefühl den Angriff bewusst in den Block schlug, und Böhme den aus der Sicherung geholten Ball versenkte. Die deutsche Mannschaft blieb fokussiert, positiv aggressiv und agierte weiter stark in allen Elementen. Und da die Argentinier nun ebenfalls ihr wahres Können zeigten, entwickelte sich ein Spiel auf höchstem Niveau (16-13). Ein deutscher Zwischenspurt mit drei Zählern in Folge machte daraus einen Sechs-Punkte-Vorsprung (19-13) – die Vorentscheidung. Ein „Monster-Dreierblock“ mit Grozer, Günthör und dem eingewechselten Kromm sorgte für acht Satzbälle (24-16), und wie schon im ersten Durchgang verschlugen die Argentinier einen Aufschlag.
Argentinien begann Durchgang drei mit vier neuen Spielern: Im Zuspiel (Uriarte), im Diagonalangriff (Castellani), auf der Außenposition (Poglajen) und im Mittelblock (Blanco Costa). Doch Deutschlands unveränderte Startformation erwischte abermals den besseren Start (6-3). Einen großen Anteil an der bis dahin sehr überzeugenden Vorstellung hatte dabei Zuspieler Kampa, der variantenreich und präzise zuspielte, aber auch im Block punktete. Als die Argentinier ausglichen, reagierte Heynen und brachte mit Schöps „frisches Blut“. Beim 12-13 gingen die Gäste erstmals in Führung, sofort kamen „Deutschland, Deutschland“-Rufe aus dem Publikum. Das half, denn kurze Zeit später sorgte ein Böhme-Block wieder für den Führungswechsel (18-17). Es blieb eng in diesem Satz, die Argentinier glichen beim 21-21 abermals aus und holten sich den ersten Satzball (23-24), Schöps wehrte nervenstark ab und der deutsche Block brachte den ersten Matchball (25-24). Und dieser wurde gleich verwertet – Schöps schlug den Dreierblock so an, dass der Ball ins aus flog. Ein verdienter Sieg nach einer ganz starken Teamleistung.

Foto Conny Kurth: Nur Fliegen ist schöner! Georg Grozer heizte den Argentiniern zwei Sätze lang mächtig ein, dann übernahm das Jochen Schöps.
Spielfilm
1. Satz: 4-2, 8-4, 13-5, 16-8, 19-13, 20-13 (Steuerwald/Schöps für Grozer/Kampa), 23-15, 24-17 (Kampa/Grozer zurück)
2. Satz: 5-4, 8-5, 10-7, 16-13, 19-13, 23-16 (Kromm für Popp)
3. 5-2, 9-6, 10-9 (Schöps für Grozer), 15-15, 19-18 (Dünnes für Kampa), 20-19 (Dünnes zurück), 23-22 (Kromm für Popp), 23-24 (Popp zurück)
Stimmen
Vital Heynen: „Ich war nicht zufrieden mit dem dritten Satz. Nach einem guten Anfang haben wir den Druck rausgenommen. Am Ende mit etwas Glück gewonnen. Aber davor haben wir zwei Sätze sehr guten Volleyball gespielt. Das war das bisher Beste, was ich von meiner Mannschaft in unserer gemeinsamen Zeit gesehen habe.“
Robert Kromm: „Es war ein gutes Spiel von unserem Team mit 100 Prozent Konzentration in den ersten zwei Sätzen. Wir haben viel Druck gemacht, somit konnte Argentinien nicht sein gewohnt schnelles Spiel aufziehen.“
Javier Weber (Trainer ARG): „Deutschland hat sehr gut im Aufschlag agiert. Wir haben nach dem zweiten Satz unsere Fehlerzahl reduziert, vor allem im Aufschlag. Der dritte Satz war positiv für mein Team und brachte mir wichtige Erkenntnisse. Deutschland hat 15 Spieler auf hohem Niveau und spielt als Team. Das ist sehr wichtig in unserem Sport. Wenn sie so spielen, schaffen sie die Qualifikation für London.“
Rodrigo Quiroga (Kapitän ARG): „Kompliment an Deutschland, sie haben im Block und Aufschlag sehr gut gespielt. Sie haben mit dem Aufschlag das ganze Spiel über Druck gemacht, wir haben keine Lösung gefunden.“
Marcus Böhme: „Wir hatten heute einen sehr starken Beginn, waren auf die einzelnen Spieler gut eingestellt und konnten umsetzen, was wir umsetzen wollten. Im ersten und zweiten Satz hat das sehr gut geklappt, im dritten hatten wir etwas weniger Druck, da geht dann manchmal etwas schief. Argentinien hat besser in ihr Spiel gefunden. Insgesamt haben wir verdient 3:0 gewonnen.