Europapokal: Deutsche Legionäre auf Punktejagd in der Champions League

Europapokal: Deutsche Legionäre auf Punktejagd in der Champions League Angelina Hübner (Zweite von rechts) marschiert mit ihrem Verein Rabita Baku/AZE durch die Champions League.

Insgesamt zehn DVV-Spielerinnen und Spieler treten dieses Jahr in Europas Königsklasse für einen Verein im Ausland an. Während Marcus Popp, Lukas Bauer und Ferdinand Tille schon vorzeitig die Segel streichen mussten, läuft es für Jochen Schöps beim polnischen Meister aus Rzeszów und Dirk Wetphal für Roeselare in der Gruppenphase um einiges besser. Die größten Chancen dieses Jahr ganz weit vorn mitspielen zu dürfen, können sich allerdings Angelina Hübner und Corina Ssuschke-Voigt machen, die beide in Baku, allerdings bei zwei verschiedenen Vereinen unterschrieben haben sowie Christiane Fürst. Die erfolgreichste aller DVV-Akteure ist bislang Angelina Hübner, die mit ihrem Verein noch keinen einzigen Punkt abgegeben hat.

Drei „Franzosen“ im Gleichschritt
Marcus Popp ist einer von drei Spielern, die diese Saison in Frankreich spielen und auch in der Champions League vertreten sind. Mit seinem Verein Tours VB, dem aktuellen französischen Meister und Champions League-Sieger von 2005, steht er auf dem dritten Platz in der Gruppe C. Nach der Niederlage gegen Tabellenführer Trentino Diatec, am fünften Spieltag, ist der Traum vom Achtelfinale allerdings geplatzt. Zwei Siege und drei Niederlagen reichen am Ende für Platz drei. Die gewonnenen sechs Punkte berechtigen nach dem jetzigen Stand sogar für die Teilnahme am CEV-Cup. In der französischen Liga läuft es dagegen um einiges besser. Nach neun Spielen steht er mit seiner Mannschaft schon wieder ungeschlagen auf dem ersten Platz.

Lukas Bauer und Ferdinand Tille gehen zusammen für Arago de Sète auf Punktejagd. Vor dieser Saison zog es Lukas Bauer an die Mittelmeerküste Südfrankreichs, Ferdinand Tille kennt den Verein schon seit 2011. In der französischen Liga sind sie erster Verfolger von Marcus Popp und auch in der Champions League gibt es in ihrer Gruppe G einige Parallelen zum Verein aus Tours. Aus den ersten fünf Spielen holten sie ebenfalls zwei Siege und drei Niederlagen, haben mit fünf Punkten allerdings einen Zähler weniger auf dem Konto als ihr französischer Ligakonkurrent. Nach der Niederlage im letzten Gruppenspiel mussten sie sich auch von der Qualifikation für die Zwischenrunde verabschieden. Mit einem Sieg am sechsten Spieltag, gegen ihren deutschen Kollegen und Gruppengegner Jochen Schöps aus Rzeszów, ist aber noch die Teilnahme am CEV-Cup möglich.

Das Achtelfinale zum Greifen nah
Direkter Gruppengegner von Lukas Bauer und Ferdinand Tille ist Jochen Schöps. Schon im Hinspiel ging die Partie mit 3:1 aber eindeutig an den Mann vom polnischen Meister aus Rzeszów, der vor der Saison nach Polen gegangen ist, um die Nachfolge für den nach Russland abgewanderten Georg Grozer anzutreten. Während es in der Liga mit dem vierten Platz noch nicht optimal verläuft, kann er sich mit seiner Mannschaft in der Champions League berechtigte Hoffnungen auf das Erreichen der Zwischenrunde machen. Nach dem deutlichen 3:0-Erfolg über Remat Zalau aus Rumänien stehen mit drei Siegen und zwei Niederlagen Platz zwei und neun Punkte zu Buche. Ganz sicher reichen diese aber noch nicht, um unter die fünf besten Zweiten zu kommen. Mit einem Sieg im nächsten Heimspiel gegen Lukas Bauer und Ferdinand Tille kann er das Tor zum Achtelfinale allerdings weit aufstoßen.

Der letzte männliche Spieler, der im Ausland seiner Brötchen verdient und in der Champions League vertreten ist, ist Dirk Westphal. Vor der Saison wechselte er innerhalb der belgischen Liga von Lennik nach Roeselare und steht mit seiner Mannschaft in der Gruppe A im Moment auf Platz zwei. Mit einem 3:0-Sieg im Hinspiel und einer 2:3-Niederlage im Rückspiel hatte er mit seiner Mannschaft, zum Leidwesen der deutschen Fans, maßgeblichen Anteil am Ausscheiden des Champions League-Siegers von 2007 aus Friedrichshafen. Mit neun Punkten ist die nächste Runde auch für ihn zum Greifen nah. Allerdings wartet am letzten Spieltag mit dem Titelverteidiger Zenit Kazan ein harter Brocken im Kampf um die besten zweiten Plätze. Ob die neun Punkte am Ende auch reichen, wird sich noch zeigen. Richtig gut läuft es auch in der belgischen Liga. Nach neun Siegen aus neun Spielen steht er mit seiner Mannschaft aktuell auf Platz eins.

Geballte Frauenpower auf dem „Stiefel“ und in Osteuropa
Mit Margareta Kozuch und Maren Brinker haben vor der Saison gleich zwei deutsche Spielerinnen ihre Zelte beim aktuellen italienischen Meister Yamamay Busto Arsizio aufgeschlagen. Während Kozuch vom polnischen Meister Trefl Sopot kam, wechselte Maren Brinker innerhalb der italienischen Liga von Robursport Pesaro in den Nordwesten der Lombardei. Dabei läuft es in der Liga und in der Gruppe C der Champions League fast optimal. Neben Platz eins in Italien haben sie die Zwischenrunde in Europa schon erreicht und mussten sich auf internationalem Parkett bis jetzt nur Galatasaray Daikin Istanbul geschlagen geben. In allen anderen drei Spielen wussten sie zu überzeugen, konnten alle Spiele für sich entscheiden und jeweils drei Punkte holen.

Saskia Hippe spielt seit dieser Saison beim Premium-Klub der Tschechischen Republik VK Agel Prostejov. In der Liga steht sie mit ihrer Mannschaft auf Platz eins und feiert einen Sieg nach dem anderen. In der Champions League steht sie nach fünf Spielen mit null Punkten abgeschlagen auf dem letzten Platz und musste sich schon sehr früh von der europäischen Bühne verabschieden. Null Punkte sind gleichzeitig der schlechteste Wert und werden sie diese Saison in Europas Königklasse lieber schnell vergessen lassen.

Gleich zwei Nationalspielerinnen hat es nach Aserbaidschan in die Hauptstadt Baku verschlagen und beide gehen auch in der Champions League auf Punktejagd, allerdings für zwei verschiedene Teams. Während Angelina Hübner beim Serienmeister Rabita Baku unterschrieb, zog es Corina Ssuschke-Voigt zum Vizemeister Lokomotiv Baku. Beide konnten sich schon vorzeitig für die nächste Runde qualifizieren und können sich in Europa berechtigte Hoffnungen machen, dass nicht schon in der nächsten Runde Endstation ist. Die erste Niederlage musste Corina Ssuschke-Voigt am fünften Spieltag einstecken. Gegen Dinamo Moscow gab es ein knappes 2:3. Mit elf Punkten und einem Sieg gegen den Tabellenletzten Crvena Zvezda Beograd würde sie trotzdem als Gruppensieger in die nächste Runde einziehen. Die erfolgreichste aller DVV-Akteure im Ausland ist mit Abstand Angelina Hübner. Mit fünf Siegen in fünf Spielen und der maximalen Punkteausbeute von 15 Punkten hat sie mit ihrer Mannschaft momentan schon so viele Punkte gesammelt wie kein anderer. Erst drei Satzverluste sind zusammen mit Kazan ebenfalls Bestwert.
Ebenfalls ein Kandidat auf den Sieg in der Champions League sind Christiane Fürst und Giovanni Guidetti mit Vakifbank Istanbul. Bislang ist die Bilanz des türkischen Top-Klubs makellos: In fünf Champions League-Partien sowie acht Ligaspielen ist der Klub ungeschlagen, am 8. Oktober kommt es in der türkischen Liga zum "Gipfeltreffen" mit dem ebenfalls ungeschlagenen Eczacibasi Istanbul. Fürst hat an dem aktuellen Höhenflug einen großen Anteil und glänzt mit herausragenden Statistiken.