World League: Der Favorit wankte, fiel aber (noch) nicht

World League: Der Favorit wankte, fiel aber (noch) nicht Tolle Kulisse, phantastische Atmosphäre: Knapp 4.000 Zuschauer verwandelten die Max-Schmeling-Halle im ersten Spiel in ein Tollhaus.

Neuntes Spiel, neunter Sieg. Der Weltranglisten-2. Russland bleibt in der World League das einzig ungeschlagene Team und ließ sich auch im dritten Vergleich mit DVV-Männern nicht bezwingen. Dass sie beim 3:2-Sieg den ersten Punktverlust im Rahmen des Wettbewerbs hinnehmen mussten, spricht für die deutsche Mannschaft, die sich fest vorgenommen hat, im zweiten Vergleich in Berlin (24. Juni um 19.30 Uhr, live bei Sport1+ und www.laola1.tv) den Favoriten das erste Mal zu bezwingen. Dann sind Millionen Zuschauer weltweit dabei, denn die zweite Partie ist das „Match of the week“ der FIVB.

Wenn der Favorit im dritten Vergleich beider Teams endlich fallen soll, dann müssen die deutschen Spieler zwei Dinge beherzigen: Zum einen müssen sie an die zum Teil überragenden Leistungen in den Sätzen zwei bis vier anknüpfen, als die Russen kaum einen Ball ohne deutsche Berührung auf den Boden bekamen und die Aufschläge von Jochen Schöps, Robert Kromm oder Marcus Böhme zum Teil wie Peitschenschläge über das Netz zischten. Zum anderen muss mehr Konstanz in das deutsche Spiel einziehen, „wir hatten einfach zu viele Up and Downs in unserem Spiel“, meinte Bundestrainer Raúl Lozano anschließend.

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Foto Conny Kurth: Zwischenzeitlich waren die russischen Spieler, hier Alexander Volkov, am Boden und sahen wie der Verlierer aus.

Und dann ist da noch das fachkundige Berliner Publikum: Die knapp 4.000 Zuschauer waren ab dem zweiten Satz voll da, peitschten die Mannschaft nach vorne und sorgten für Gänsehautstimmung bei den Spielern: „Wir haben ja schon die letzten Spiele des SCC mitbekommen, wo es in der Max-Schmeling-Halle schon abging. Es war eine Superresonanz hier für ein Spiel unter der Woche, Respekt“, meinte Mittelblocker Stefan Hübner. Und Kapitän Robert Kromm schob dem Publikum gar einen großen Anteil des starken Auftritts zu: „Das Publikum hat uns gepusht, wir waren in einem Flow.“

Andererseits zeigte die Mannschaft von Trainer Vladimir Alekno, dass sie nach vier Vorrundenspieltagen vor eigenem Publikum auch auswärts bestehen kann (Alekno: „Ich bin stolz auf meine Spieler, dass sie den Rückstand noch umgebogen haben.“). Und das ist im Hinblick auf die World League-Finalrunde in Danzig-Sopot nicht ganz unwichtig, wenn Russland erstmals seit 2002 (World League) wieder einen internationalen Titel gewinnen und sich gegen die hochkarätige Konkurrenz und vor allem Titelverteidiger Brasilien behaupten will.

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Foto Conny Kurth: Zeigte auch gegen die Russen in Block und Angriff eine starke Leistung: Routinier Stefan Hübner.

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