U21-WM (m):Vor dem Start-Stewart Bernard im Gespräch

U21-WM (m):Vor dem Start-Stewart Bernard im Gespräch Bundestrainer Stewart Bernard und sein Team wollen mit vollem Einsatz - auf und neben dem Court - bei der WM bestmöglich abschneiden

Kurz vor dem Abflug nach Südamerika (das Team ist bereits in Südamerika) gewährte Bundestrainer Stewart Bernard (46) einen Ausblick auf das Abenteuer Weltmeisterschaft. Das DVV-Team absolviert vor dem Turnierbeginn in Rio noch einen Trainingsaufenthalt in Cordoba (ARG) mit Spielen gegen die Junioren von Russland sowie dem A- und dem B-Team von Argentinien und führt noch zwei Spiele gegen zwei Clubmannschaften aus Rio durch.

Frage: Herr Bundestrainer, mit welchen Hoffnungen oder Erwartungen geht es jetzt zur Junioren WM nach Brasilien?

Stewart Bernard: „Sechzehn Mannschaften nehmen teil und wir wollen ins obere Tableau, d.h. unter die ersten acht Mannschaften. Das ist unser Minimalziel. Dann müssen wir die neue Gruppenzusammensetzung abwarten und von Spiel zu Spiel schauen. Es wird in jedem Falle schwer.“


Frage: Ihre Gegner in der Vorrunden-Gruppe in Rio sind Russland, Ägypten und Indien? Wie schätzen sie Ihre Gegner ein?

Stewart Bernard: „Wer auf die Bilanz der russischen Junioren – auch die von der letzten EM – blickt weiß, dass Russland ein unerhört starker Gegner sein wird. Die Selektionsmöglichkeiten sind in diesem Lande riesig. Unsere direkten Konkurrenten um Platz 2 sind Ägypten und Indien. Beide Nationen haben in den letzten Jahren gerade im Jugend- und Juniorenbereich erheblich aufgeholt. Ägypten ist mit etwas Pech in Afrika nur 2. geworden, Indien hat in der Asien-Qualifikation China und Korea hinter sich gelassen – das will was heißen.“


Frage: Also sicher keine leichte Aufgabe ...?

Stewart Bernard: „Wer die unterschätzt, hat schon alles falsch gemacht. Beide Teams spielen auf hohem technischem Niveau, da ist ein starker asiatischer Einfluß in Bezug auf die Schnelligkeit im Aufbau zu beobachten, beide spielen mit Leidenschaft. Mit Sicherheit keine leichten Gegner.“


Frage: Fährt unsere Mannschaft gut vorbereitet nach Rio?

Stewart Bernard: „Mit der Vorbereitung können wir zufrieden sein. Wir haben schon vor der Quali in Spergau sechs Länderspiele absolviert, dann kam Spergau, nach einem weiteren Lehrgang die Serie in Belgien, jetzt noch die Vorbereitung mit Akklimatisierung – da kann man nicht klagen. Schade ist natürlich, dass zwei gute Spieler sich schon relativ früh gegen die Nationalmannschaft entschieden haben und eigene Pläne vorziehen: Jan Philipp Marks geht in die USA und Philip Bergmann will lieber beachen (mit ihm hatten wir die Absprache, dass er nur die Quali mitspielt, danach sollte er wieder Beach spielen.) So mussten wir das Team umbauen. Aber jetzt haben andere Spieler die Möglichkeit, sich international zu präsentieren.“


Frage: Mit der letzten Testserie gegen die belgischen Junioren in Belgien (2:3, 0:3, 3:2) waren Sie nicht so ganz zufrieden?

Stewart Bernard: „Das hielt sich mit der Zufriedenheit in Grenzen – so ganz ist man als Trainer nur selten zufrieden. Aber die letzte Serie in Belgien war doch besser als die vor Spergau. Wir haben mehr Sätze geholt, haben viele gute Phasen gehabt, aber unsere Chancen noch zu oft nicht genutzt bzw. zu leichtfertig weggegeben. Es ärgert mich, wenn man unter seinen Möglichkeiten bleibt. Es war aber im Großen und Ganzen ok, Fortschritte waren da.“


Frage: Also ist die Perspektive auf einen vielleicht besseren Platz als vor acht Jahren in Teheran, als man mit einem 8. Rang nach Hause kam, doch realistisch?

Stewart Bernard: „Naja, träumen ist nicht verboten. Aber man muss eben hart arbeiten um einen Traum wirklich werden zu lassen. Wir hatten damals einen sehr guten Jahrgang – da waren z. B. Schöps, Dünnes und Kromm mit im Team, zwei Jahre später hatten wir Günthör, Böhme, Schwarz und Steuerwald dabei. Wir haben jetzt eine gute, sehr motivierte Mannschaft, vieles ist möglich. Aber die anderen haben aufgeholt. Wir haben uns zweimal nicht qualifizieren können, Jetzt sind wir dabei und wollen das Beste draus machen. Ich will das – und die Jungs, das weiß ich, auch.“


Das Interview führte Jürgen Sabarz


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