U21-WM (m): Deutsche Junioren wollen in die "obere Hälfte“
Bei der 16. Ausgabe der Junioren-Weltmeisterschaft (m) in Brasilien schickt der DVV wieder ein Team ins Rennen, nachdem man sich für die letzten beiden WM-Turniere nicht hatte qualifizieren können. Im Iran (in 2003) und in Indien (in 2005) sprang für das DVV-Team jeweils ein 8. und ein 9. Platz heraus.
Beim bevorstehenden Turnier in Rio de Janeiro wollen die DVV-Junioren erneut versuchen, zumindest in die obere Hälfte des Teilnehmerfeldes zu kommen – Minimalziel wäre also Platz 8. Natürlich spekuliert man auf einen besseren Platz, doch zeigen die Ergebnisse der vorhergehenden Turniere und die Platzierung im FIVB-Ranking, dass die „Trauben hoch“ hängen. Deutschlands Junioren (m) liegen auf Platz 36, direkt zwischen Libyen und Griechenland. (Die Juniorinnen belegen Platz 7 im FIVB Ranking nach dem WM-Triumph im Jahre 2009 in Mexiko, allerdings gelang nun nicht die Qualifikation).
Ein Blick auf die Resultate der letzten Junioren-Weltmeisterschaften zeigt deutlich, wo die Favoriten spielen: Russland, Brasilien und Argentinien sind die Nationen mit den stärksten Nachwuchsmannschaften – diese Länder dürften auch jetzt in Brasilien wieder ganz oben zu finden sein. Kuba, lange auf den vorderen Plätzen zu finden, hat sich nicht qualifizieren können und musste auf der NORCECA-Qualifikation den USA, Kanada und Puerto Rico den Vortritt lassen. Für die WM in der Olympiastadt von 2016 haben sich insgesamt 16 Nationen qualifiziert.
Das deutsche Team startet in Rio in der Gruppe C zusammen mit Russland, Ägypten und Indien. Russland dürfte der Top-Favorit sein, über Indien und Ägypten ist wenig bekannt. Die Ägypter qualifizierten sich durch den 2. Platz bei den Afrikaspielen (nach Tunesien und vor Marokko), Indien qualifizierte sich durch einen 3. Platz bei den Asienspielen (nach Japan und Iran, aber vor China und Korea).
Es gilt also, Indien und Ägypten in der Vorrunde zu besiegen. Wie auch immer: auf das deutsche Team wartet ein schweres Programm: insgesamt sind 8 Spiele zu absolvieren. In der 1. Runde wird in vier Vierergruppen nach der Formel „Jeder gegen Jeden“ gespielt, in der 2. Runde werden die Gruppenersten und – zweiten in zwei Vierergrupppen (Gruppe E und F) zusammengefasst (die Gruppendritten und – vierten analog.) Erneut wird nach der Formel „Jeder gegen Jeden“ gespielt.
Die Gruppenersten und – zweiten der Gruppen E und F spielen dann die zwei Semifinals, die Gewinner streiten um den WM-Titel, die Verlierer spielen um Bronze. Die Dritt- und Viertplatzierten in der Gruppe E und F spielen nach einem Überkreuzspiel die Plätze 5-8 aus. Im unteren Tableau werden die Platzierungen auf die gleiche Weise ermittelt.
Das deutsche Team hat eine umfangreiche Vorbereitung absolviert. Schon vor dem Qualifikationsturnier in Spergau (hier gelang u.a. mit einem tollen 3:2 Sieg über die Italien die Qualifikation für Brasilien) begann die Vorbereitung, die nach dem Turnier mit Lehrgängen fortgesetzt wurde. Eine Testspiel-Reihe gegen Belgien (Mitte Juli, 2:3, 0:3, 3:2) folgte. Ein Testturnier in Argentinien (Abflug war am 17. Juli 2011) soll Bundestrainer Stewart Bernard letzte Erkenntnisse ermöglichen – sowie für die Akklimatisierung in Südamerika (jetzt Winter, 5 Stunden Zeitunterschied) sorgen.
Die bislang beste Platzierung bei einer Junioren-WM (m) für ein deutsches Team war bislang der 4. Platz im Jahre 1987 in Bahrain. Während im weiblichen Bereich 2009 (in Mexiko) der große Coup mit dem Gewinn der Goldmedaille gelang, erreichten die Junioren bislang eine Reihe von Platzierungen im Mittelfeld – wenn sie sich für die Teilnahme qualifiziert hatten.
(Jürgen Sabarz)