Schleswig-Holsteinischer Volleyball-Verband: 6.000 Euro für den Leistungssport - SHVV mit Hans-Hansen-Preis ausgezeichnet

Schleswig-Holsteinischer Volleyball-Verband: 6.000 Euro für den Leistungssport - SHVV mit Hans-Hansen-Preis ausgezeichnet Der SHVV bei der Preisverleihung mit (von links) LSV-Präsident Dr. Ekkehard Wienholtz, Christian Vogée (ARAG), SHVV-Geschäftsführerin Birgit Gantner, Malte Nagursky und Peter Caninenberg von Himmelseher Sportversicherungen.

Der Schleswig-Holsteinische Volleyball-Verband (SHVV) ist vom Landessportverband mit dem Hans-Hansen-Preis 2011 für vorbildliche Talentförderung ausgezeichnet worden. Der mit 6.000 Euro dotierte Preis wird von der ARAG Sportversicherung und Himmelseher Sportversicherungen Weltweit gestiftet. SHVV-Landestrainer Malte Nagursky und Geschäftsführerin Birgit Gantner nahmen die Auszeichnung am 18. Juni 2011 im Rahmen des LSV-Verbandstags entgegen.

Im Rahmen des diesjährigen Landessportverbandstages verlieh der LSV auch den mit 15.000 Euro dotierten Hans-Hansen-Preis. Der Hans-Hansen-Preis wurde 2001 anlässlich der Ernennung des langjährigen LSV-Präsidenten Hans Hansen (1926-2007) zum
Ehrenpräsidenten ins Leben gerufen. Stifter sind die ARAG-Sportversicherung in Zusammenarbeit mit Himmelseher Sportversicherungen Weltweit. Der Preis wird für herausragendes Engagement der Vereine und Verbände im LSV für eine erfolgreiche Talentsuche und Talentförderung verliehen. Platz eins (6.000 Euro) ging an den Schleswig- Holsteinischen Volleyballverband für die Sparte Beach-Volleyball, Platz zwei (5.000 Euro) an den TSV Schwarzenbek für die Sparte Tischtennis und Platz drei (4.000 Euro) an den Kieler Yacht-Club für die Sparte Opti-Segeln. Die Auszeichnungen wurden im Beisein der Ehefrau des LSV-Ehrenpräsidenten, Charlotte Hansen, übergeben.

Interview mit Malte Nagursky
Herr Nagursky, Sie sind seit 2009 Landestrainer im SHVV. Der Hans-Hansen-Preis ist auch eine Anerkennung Ihrer Arbeit. Macht Sie das stolz?
Zunächst bin ich außerordentlich dankbar und glücklich über die Ehrung. Hinter dem Erfolg steckt ein engagiertes Team. Das sind unsere Honorartrainer wie Felix Renhof, Patrick Ehlers und Tom Kröger, meine hauptamtlichen Trainerkollegen und engagierte Heimtrainer wie Arne Friedrichsen. Nicht zu vergessen ist aber auch der SHVV-Vorstand, der die strategischen und sportpolitischen Weichenstellungen geleistet hat. Dank und Anerkennung gebührt darüber hinaus den Spielerinnen und Spielern für ihre Leistungen.

Im Jahr 2002 erhielt der SHVV das erste Mal den Hans-Hansen-Preis. Damals belegte der Verband den zweiten Platz. Dieses Jahr ist es der erste Platz geworden. Was macht nach den qualitativen Unterschied aus?
Vor neun Jahren stand der SHVV quasi am Beginn einer konzeptionellen Förderung. Anhand einiger Zahlen lässt sich das am besten verdeutlichen: Damals hatten wir nur einen Honorar-Landestrainer in den Sommermonaten. Heute arbeiten mit Bundestrainerin Silke Lüdike, OSP-Trainer Daniel Krug und mir drei hauptamtliche Trainer ganzjährig am Stützpunkt in Kiel. Im Sommer 2002 hatten wir 6 Bundeskader in Kiel, im letzten Sommer waren es 16 Spieler. Der SHVV war damals mit 13 Teams auf Deutschen Jugendmeisterschaften vertreten, im Jahr 2010 konnten sich 28 Teams qualifizieren! Unsere Athleten haben im letzten Jahr elf Medaillen bei nationalen und internationalen Zielwettkämpfen geholt, im Jahr 2002 waren es gerade mal zwei.

Was hat den Beach-Volleyball im Norden so stark gemacht?
Ich denke, dass wir hier sehr konzeptionell arbeiten und es gelungen ist, mehrere Meilensteine parallel zu entwickeln. Mit der »Unser Norden« Beach-Tour haben wir beispielsweise eine erstklassige Turnierserie für unsere Spieler. Darum beneiden uns viele Verbände. Mit der Deutschen Meisterschaft U19 in Kiel-Schilksee und dem Bundespokal U17 in Damp richten wir die beiden wichtigsten Nachwuchsturniere im eigenen Land aus. Das motiviert junge Spieler enorm. Zudem haben sich die Rahmenbedingungen für die Leistungssportförderung in den letzten Jahren stetig verbessert. Unser Dank gilt hier insbesondere den Kooperationspartnern vom Landessportverband, dem Olympiastützpunkt und der Universität Kiel.

Sie erwähnen die Rahmenbedingungen. Wie sieht es denn mit der konkreten Trainingsarbeit aus?
Im Training wenden wir neueste Methoden wie das differenzielle Training an, um unsere Ahleten breitgefächert auszubilden und ihre langfristige Leistungsentwicklung zu fördern. So profitieren alle von der Ausbildung: der Athlet, der Verband und die Vereine. Ich habe mich immer für eine enge Zusammenarbeit mit den Vereinstrainern eingesetzt. Mir ist es in den beiden Jahren gelungen, die Vorbehalte bei vielen Hallentrainern abzubauen. Wir sind dabei, die duale Ausbildung in Halle und Beach in allen Vereinen zu verwirklichen. Unsere Auswahlteams gehen hier erfolgreich voran. Mit dem Regionaltraining in Eutin und an der Westküste haben wir es geschafft, auch die Vereine außerhalb des Landesleistungszentrums und Bundesstützpunktes Kiel einzubinden. Es bewegt sich was.

Das hört sich so an, als ob Sie wunschlos glücklich wären?
Im Leistungssport darf man sich nie ausruhen. Und bei allen Erfolgen gibt es auch bei uns Probleme und Herausforderungen. So warten wir in Kiel noch immer auf eine Beachhalle. Die Veränderungen in der Schullandschaft zwingen uns zum Umdenken. Wir wollen uns als Verband zukünftig stärker in der Basisrekrutierung engagieren. Auch um den Übergang vom Jugend- in den Erwachsenenbereich müssen wir uns stärker kümmern. Dabei liegt der Schlüssel zum Erfolg allerdings nicht allein in unseren Händen. Ohne die Unterstützung aus Politik und Wirtschaft stoßen wir an unsere Grenzen.

(SHVV)