Frauen-EM: DVL-Vorstand hofft auf gutes Ergebnis bei der Frauen-EM
Das frühe Vorrunden-Aus der Männer-Nationalmannschaft bei der EM in Prag hat auch bei der Deutschen Volleyball-Liga (DVL) für Enttäuschung gesorgt. Umso vorsichtiger formulieren die DVL-Macher ihre Erwartungen an die Europameisterschaft der Frauen, bei der die deutsche Mannschaft am Samstag in Serbiens Hauptstadt Belgrad mit dem ersten Vorrundenspiel gegen die Ukraine ins Rennen geht.
Michael Evers, Vorsitzender der DVL, wird am Wochenende die deutschen Spiele vor Ort verfolgen und wünscht sich, dass „das Team von Spiel zu Spiel und Tag zu Tag denkt. Nach der Männer-EM, wo die Deutschen trotz optimaler Vorbereitung nur enttäuschend aufgetreten sind, bin ich ein gebranntes Kind. Die Frauen haben eine realistischere Chance auf das Erreichen des Halbfinales, müssen dafür aber eine Aufgabe nach der anderen in Ruhe angehen und lösen.”
Auch Vilsbiburgs Manager Klaus-Peter Jung-Kronseder, der zugleich Sprecher der 1. Liga der Frauen ist, übt sich eher in Vorsicht: „Ich wage keine übermütige Prognose, denn zu was das führt, hat man bei den Männern gesehen. Aber die deutschen Frauen haben in den letzten Jahren unter Bundestrainer Giovanni Guidetti gezeigt, dass sie über Kampfgeist, Einsatzwillen und mannschaftliche Geschlossenheit auch die ganz Großen schlagen können.”
Dabei haben weder Evers noch Jung-Kronseder das schlechte Abschneiden beim Grand Prix in diesem Jahr vergessen, wo es nur zwei Siege in neun Spielen gab. So sagt Evers, der auch Manager des Deutschen Meisters Schweriner SC ist: „Dort sollten zwar möglichst Weltranglistenpunkte gesammelt werden, aber Guidetti wird auch herausgefunden haben, auf wen er bei der EM setzen kann.” Der gebürtige Italiener hatte die Fachwelt durch die Nominierung von Angelina Grün, neunfache Volleyballerin des Jahres, überrascht, die in den letzten drei Jahren als Beachvolleyballerin aktiv war. „Die Mannschaft darf Grün jetzt nicht als Allheilmittel betrachten”, sagt Evers, „aber Guidetti hat natürlich jetzt mehr Variationsmöglichkeiten.” Auch Jung-Kronseder hält die 32-Jährige für eine wertvolle Kraft: „Wenn sie sich Tag für Tag steigert, kann sie dem Team sicher helfen.”
Ungeachtet dessen wartet der DVL-Vorsitzende Evers noch af eine Aufarbeitung der Männer-EM, in deren Folge die deutsche Nationalmannschaft Mitte November eine Pre-Olympia-Qualifikation spielen muss. Dazu muss der Spielbetrieb der 1. Liga der Männer unterbrochen werden und Evers sagt: „Es ist kein Automatismus, dass wir das leisten. Die Kommunikation zwischen Bundestrainer Raul Lozano und den Vereinen ist gleichbleibend schlecht. Er kann nicht immer nur über die Bundesliga schimpfen und gleichzeitig Forderungen stellen. Lieber soll er mal konkret analysieren, wo wir im Vergleich mit der europäischen Spitze tatsächlich stehen, die ja mit der Weltspitze durchaus vergleichbar ist.”
(DVL)