DVV-Frauen: Krimi-Sieg gegen Nummer Drei der Welt

DVV-Frauen: Krimi-Sieg gegen Nummer Drei der Welt Freudentanz des deutschen Teams nach dem 3:2 -Sieg gegen Japan. Mit großem Kampfgeist konnten die DVV-Frauen die Partie am Ende noch für sich entscheiden

In einer ganz engen Partie konnten am Ende die DVV-Frauen den WM-Dritten Japan in Berlin mit 3:2 (19-25, 30-28, 25-22, 19-25, 15-13) besiegen. In einem wahren Endspurt bog die deutsche Auswahl einen klaren Rückstand noch um und konnte damit den ersten Sieg gegen die Japanerinnen im zweiten Spiel feiern. Am Sonntag um 14 Uhr, im Rahmen der World League, kommt es in der Bremen Arena zum letzten Aufeinandertreffen der beiden Teams in dieser Länderspielserie.


Startformation Deutschland: Kathleen Weiß, Anne Matthes, Berit Kauffeldt, Christiane Fürst, Margareta Kozuch, Patricia Grohmann und Libero Lisa Thomsen

Startformation Japan: Ai Yamamoto, Makoto Matsuura, Erika Araki, Risa Shinnabe, Saori Sakoda, Yuki Ishii und Libero Kotoki Zayasu


Wie schon nach dem Spiel in Münster angekündigt, nutzt Bundestrainer Giovanni Guidetti dieses Match gegen Japan, um all seinen Spielerinnen Matchpraxis zu geben. Im Vergleich zum Spiel in Münster stehen in Berlin Anne Matthes für Regina Burchardt und Patricia Grohmann für Maren Brinker in der ersten Sechs. Anders als aber im letzten Match verläuft der erste Satz nicht ausgeglichen. Während die Japanerinnen mit viel Schwung und Sicherheit ihre Aktionen vortragen, beinhaltet das deutsche Spiel viele Eigenfehler. So übernimmt der WM-Dritte gleich die Führung und sichert diese bis zum Satzende nahezu mühelos ab. Mit 25-19 holen sich die Japanerinnen den ersten Durchgang, auch weil die DVV-Frauen den Gästen 9 Punkte durch Eigenfehler schenken.

Nach einigen Wechseln auf deutscher Seite im ersten Satz, starten zum zweiten Durchgang wieder die ersten Sechs wie zu Spielbeginn. Mit jetzt deutlich mehr Aggressivität im Angriff und mehr Sicherheit in den Abwehraktionen gestalten die deutschen Frauen diesen Durchgang ausgeglichen. Nun findet Volleyball-Team-Deutschland zu seiner großen Stärke des ersten Spiels zurück: Dem Block! Immer häufiger unterbinden die DVV-Frauen um Christiane Fürst die Angriffe der Japanerinnen, so dass die deutsche Auswahl mit einer 2-Punkte-Führung in die zweite Technische Auszeit (TA) geht. Als sich anschließend auf deutscher Seite, vor allem in der Annahme, wieder einige Fehler einschleichen, nutzt der WM-und Weltranglisten-Dritte die Chance sofort zum Führungswechsel. Bundestrainer Guidetti reagiert mit einem Dreierwechsel der Wirkung zeigt. Das deutsche Team kann mit 2 Assen in Folge von Friederike Thieme ausgleichen und die Satzverlängerung erzwingen. Den sechsten Satzball können die DVV-Frauen schließlich nutzen, 30-28, und damit den Satzausgleich herstellen.

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Foto - www.foto-herfet.de: Unter den 1100 Zuschauern waren auch zahlreiche japanischen Fans, die ihr Team über die gesamte Partie lautstark unterstützten

Den positiven Schwung des gewonnenen zweiten Satzes nimmt die deutsche Auswahl in den dritten Durchgang mit. Schnell holt sich Volleyball-Team-Deutschland eine 3-Punkte-Führung und hält diese bis zur 2. TA. Anders als im zweiten Satz behalten die DVV-Frauen in diesem Satz die Kontrolle und Führung bis zum Schluss und gewinnen den Durchgang mit 25-22. Die Hauptgründe dafür sind die deutlichen besseren Quoten der Deutschen im Angriff, Block und in der Annahme.

Anders als im bisherigen Spielverlauf wechselt die Führung zu Beginn des Durchgangs mehrfach hin und her. Als das deutsche Spiel vor allem in der Annahme Stabilität verliert, einige Absprachefehler dazukommen und die deutschen Angriffe viel zu ungenau sind, ziehen die Japanerinnen davon. Von 12-11 und 19-14 baut der WM-Dritte seine Führung auf 23-15 aus. Ein Grund hierfür ist auch, dass die japanische Abwehr in dieser Phase nahezu jeden deutschen Angriff vom Boden kratzt und den Ball so weiter im Spiel hält, bis das DVV-Team einen Fehler macht. Souverän gewinnt Japan damit den Durchgang mit 25-19 und das Match muss, wie schon im Spiel in Münster vor 2 Tagen, im Tiebreak entschieden werden.

Im Entscheidungssatz haben die deutschen Frauen zu Beginn mehrfach die Chance mit mehreren Punkten davon zu ziehen, aber mit erneut überragenden Abwehraktionen halten die Japanerinnen das Spiel offen. Anschließend überwinden die WM-Dritten den deutschen Block mehrfach mühelos und ziehen damit mit 4 Punkten davon. Das deutsche Team gibt das Spiel aber noch nicht verloren und die Ballwechsel werden jetzt immer länger, umkämpfter und spektakulärer. Mit großem Kampfgeist und vielen guten Angriffen von Maren Brinker und Friederike Thieme gelingt den DVV-Frauen kurz vor Ende der Ausgleich und die 1100 Zuschauer in der gut gefüllten Halle sind vom dieser Partie nun völlig begeistert. Als dann noch der deutsche Doppelblock zupackt, haben die DVV-Frauen einen 4-Punkte-Rückstand zu einem eigenen Matchball umgewandelt. Den folgenden, druckvollen Angriff von Volleyball-Team-Deutschland kann sogar die starke japanische Abwehr nicht mehr zurückbringen und damit gelingt dem deutschen Team der erste Sieg gegen den Weltranglistendritten in dieser Länderspielserie. Hierbei kann sich das deutsche Team bei Friederike Thieme bedanken, die in der Endphase viele Angriffe in wichtige Punkte umwandelte und mit insgesamt 17-Punkten die erfolgreichste deutsche Spielerin der Partie wird.

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Foto - www.foto-herfet.de: Der deutsche Block konnte in diesem Match nicht so zupacken wie gewohnt, dafür wurden viele Angriffe der Japanerinnen zu schnell und variantenreich vorgetragen


Spielfilm aus deutscher Sicht
1. Satz: 0-3, 2-6, 3-8, 6-11, 6-14 (Thieme für Matthes), 8-16, 15-20 (Burchardt für Kozuch), 18-22, 19-25

2. Satz: 3-2, 6-5, 8-6, 12-10, 14-11, 16-14, 17-14 (Burchardt für Weiß), 17-15 (Hanke für Kozuch), 19-20, 19-22 (Dreierwechsel auf deutscher Seite: Hanke, Matthes und Burchardt raus, Weiß, Kozuch und Thieme rein), 22-23, 24-23, 25-24, 26-25, 27-26 (Brinker für Grohmann), 28-27, 29-28, 30-28

3. Satz: 4-1, 6-4, 8-6, 11-8, 13-13 (Brinker für Grohmann), 16-13, 17-15 (Burchardt für Weiß), 18-16 (Hanke für Kozuch), 22-18, 22-19 (Weiß und Kozuch für Hanke und Burchardt), 24-20, 25-22

4. Satz: 3-3, 6-4, 7-8, 11-9, 11-13, 11-14 (Hanke für Weiß, Burchardt für Kozuch), 13-16, 14-19 (Rückwechsel: Weiß und Kozuch für Hanke und Burchardt), 15-22 (Matthes für Thieme), 17-24, 19-25

5. Satz: 2-2, 4-7 (Hanke für Weiß), 4-8, 7-10, 9-12 (Rückwechsel: Weiß für Hanke), 13-13, 14-13, 15-13


Stimmen zum Spiel

Bundestrainer Giovanni Guidetti: „Im ersten und vierten Satz war es schwierig für uns, weil wir teilweise einen Blackout in unserem Sideoutspiel hatten. Dafür haben wir in den anderen Phasen des Matches gut gespielt und Japan zu besiegen ist generell hoch zu bewerten. Heute bin ich vor allem mit individuellen Dingen zufrieden. Das unsere Teamspiel dagegen noch Schwächen aufzeigt, ist ganz klar. Wir trainieren erst seit knapp drei Wochen zusammen und bei so vielen Wechseln, die wir im Spiel vornehmen, kann noch nicht alles klappen. Aber das werden wir bis zu den anstehenden Saisonhöhepunkten noch hinbekommen.“

Mannschaftskapitän Christiane Fürst: „Ich freue mich erst mal über den Sieg, denn gegen Japan gewinnt man nicht oft oder leicht. Ich muss in diesem Zusammenhang ein großes Lob an Friederike Thieme und Patricia Grohmann machen, die heute echt gut gespielt haben und ohne die wir dieses Match nicht gewonnen hätten. Aber das Spiel hat auch gezeigt, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben. Aber bis zum Grand Prix Anfang August haben wir ja auch noch Zeit hart zu arbeiten.“

Kathleen Weiß: „Wir haben in diesem Match zwar nicht immer gut gespielt, aber gut gekämpft. Zudem haben wir einige Dinge, die wir weiter trainiert haben, in diesem Spiel gut umgesetzt. Vor allem die schnellen Pässe nach außen haben gut funktioniert. Ebenfalls positiv war, dass alle Spielerinnen heute größere Spielanteile hatten und so alle einen Teil zum Sieg beitragen konnten.“

Statistik
GER: Aufschlag (16 Fehler und 10 Asse), Block (10 Punkte), Angriffsquote (41 %)
JPN: Aufschlag (11 Fehler und 7 Asse), Block (11 Punkte), Angriffsquote (46 %)


Der deutsche Kader: Kathleen Weiß, Regina Burchardt, Berit Kauffeldt, Christiane Fürst, Margareta Kozuch, Maren Brinker, Lisa Thomsen, Heike Beier, Denise Hanke, Patricia Grohmann, Saskia Hippe, Anne Matthes, Nadja Schaus, Friederike Thieme