DVV-Frauen: Bundestrainer Guidetti setzt auf erfahrene Spielerinnen
Montreux – Die deutschen Volleyballerinnen beginnen die internationale Saison nach nur einer Woche Trainingslager in Heidelberg beim traditionellen VolleyMasters in Montreux. In dem hochklassig besetzten Einladungsturnier treffen sie in der Vorrunde der Gruppe A auf den Titelverteidiger und Olympiadritten China (Dienstag, 18:30 Uhr), Peru (Mittwoch 21:00 Uhr) und den WM-Vierten und Olympiazweiten USA (Donnerstag 18:30 Uhr). In der Gruppe B stehen sich Europameister Italien, Vize-Europameister Niederlande, Kuba und der WM-Dritte Japan gegenüber.
Bundestrainer Giovanni Guidetti setzt auf einen gesunden Mix aus erfahrenen und jungen Spielerinnen. „Gegenüber den anderen Mannschaften sind wir sicher klar im Nachteil, weil unsere Vorbereitung so kurz war. China trainiert beispielweise schon fast zwei Monate zusammen.“ Die Bundesliga wurde erst vor zwei Wochen beendet, die anderen Ligen in Europa schon früher. „Die Spielerinnen, die bei deutschen Vereinen unter Vertrag sind, haben noch eine gute Kondition, aber die in anderen Ligen spielen, hinken etwas hinterher.“ Mit Friederike Thieme (Dresdner SC) steht eine Spielerin im Kader, die noch kein Länderspiel absolviert hat.
Der 39 Jahre alte Italiener, seit 2006 in Diensten des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV), sieht die Amerikanerinnen allerdings als Favoriten. „Sie sind sehr stark und für mich die beste Mannschaft des Turniers.“ Gegen China haben die Deutschen zuletzt beim Grand Prix in Hongkong vor einem Jahr gespielt. „Aber die Chinesinnen sind immer schnell und stark im Abschluss.“ Peru ist für Trainer wie Spielerinnen ein „unbeschriebenes Blatt“. Guidetti: „Ich glaube, ich habe sie einmal gesehen, das war bei Olympia in Sydney 2000 und ich war Assistenztrainer der Italienerinnen.“ Sein persönlicher Wunsch für Montreux: „Das Turnier genießen und endlich einmal unter die ersten Vier kommen!“
Das ist auch der Wunsch von Kapitän Christiane Fürst (Fenerbahce Istanbul), mit 230 Länderspielen die erfahrenste im deutschen Team: „Wir haben in Heidelberg sehr intensiv trainiert und möchten uns in Montreux gut präsentieren. Dass der Bundestrainer sich auf erfahrene Spielerinnen verlässt, zeigt, dass er hier nicht mehr testen will. Und wir wollen mindestens ins Halbfinale kommen. Fünfte und schlechter waren wir nun oft genug.“ Aber Zuspielerin Kathleen Weiss lässt ein Hintertürchen für die Saison offen: „Je schlechter wir in Montreux waren, desto besser lief die Saison danach...“
Die deutsche Mannschaft in Montreux: Lenka Dürr (Rote Raben Vilsbiburg), Kathleen Weiss (Baku/Azerbaidschan), Regina Burchardt (VC Wiesbaden), Kathy Radzuweit (VT Aurubis Hamburg), Christiane Fürst (Fenerbahce Istanbul), Heike Beier (Piacenza/Italien), Saskia Hippe (Dresdner SC), Margarete Kozuch (Zarechie-Odinstovo/Russland), Maren Brinker (Allianz Volley Stuttgart), Lena Möllers (Rote Raben Vilsbiburg), Nadja Schaus (Schweriner SC), Friederike Thieme (Dresdner SC)
Das Turnier in Montreux unter: www.volleymasters.ch
(Ingeborg Kollbach)