World League M): DVV-Männer unterliegen Kuba denkbar knapp

World League M): DVV-Männer unterliegen Kuba denkbar knapp Der deutsche Dreierblock streckt sich Kubas Hernandez in den Weg. Am Ende gewann Kuba mit 3:2.

Im ersten von zwei Vergleichen mit Kuba haben es die DVV-Männer verpasst, sich für die zwei Niederlagen in Havanna zu revanchieren: In der Arena Trier musste sich die Mannschaft von Bundestrainer Raúl Lozano vor 2.000 Zuschauern dem Tabellenführer der Gruppe D mit 2:3 (23-25, 25-17, 24-26, 25-23, 13-15) geschlagen geben. Damit baute Kuba die Führung in der Tabelle aus und führt mit 15 Punkten vor Deutschland (13) und Polen (9, ein Spiel weniger) die Tabelle weiter an. Mit einem klaren deutschen Sieg im zweiten Vergleich am 26. Juni (14.00 Uhr, live auf ANIXE HD/SD) könnte Team Deutschland mit den Kubanern gleichziehen. Punktbeste Akteure waren Georg Grozer (26) und Robert Kromm (19) für Deutschland und Leon (18) und Leal (14) für Kuba.

Startformationen
Deutschland: Patrick Steuerwald, Georg Grozer, Lukas Bauer, Marcus Böhme, Björn Andrae, Robert Kromm, Ferdinand Tille

Kuba: Raydel Hierrezuelo, Fernando Hernandez, Wilfredo Leon, Joandry Leal, Robertlandy Simon, Isbel Mesa, Gustavo Leyva

Zu Beginn des Spiels tasteten sich beide Teams regelrecht ab und punkteten aus der Annahme. An langen Ballwechseln mangelte es jedoch nicht. Vor allem die deutsche Mannschaft hatte mehrere Punktchancen, konnte diese jedoch nicht im Feld der Kubaner unterbringen (7-7). Erst beim 12-11 gelang das erste Break, Kubas Diagonalangreifer Hernandez verzog. Und da er dies im Anschluss ein zweites Mal tat, hieß es Auszeit Kuba (13-11). Bei der zweiten technischen Auszeit hatte der Gastgeber den Vorsprung auf drei Zähler ausgebaut, vor allem weil das Angriffsspiel aus der Annahme perfekt klappte. 2,12 Meter Mann Kromm tat sich dabei besonders hervor. Dann waren die Kubaner da: Zunächst wurde Deutschlands Kapitän Andrae geblockt, anschließend packte Leal ein Ass drauf – die Partie war gedreht (16-17). Nach einem weiteren Aufschlag-Hammer Leals und einem Block gegen Grozer nahm Lozano seine zweite Auszeit (16-19). Aber die deutsche Mannschaft konterte und nutzte ihre Punktchancen besser als zu Beginn: Böhme glich mit einem Zwei-Meter-Schuss aus (22-22), Grozer holte per Block die Führung zurück (23-22). Das reichte jedoch nicht, weil Andrae zweimal in der Annahme patzte. Die Kubaner gewannen Durchgang eins, weil das deutsche Team nicht konsequent genug agiert hatte.

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Foto Jürgen Sabarz: Die deutschen Spieler waren in der Annahme gefordert. Hier Robert Kromm und Ferdinand Tille.

Beide Teams blieben unverändert, ebenso der Spielverlauf: Keines der Teams konnte sich zunächst absetzen, erst als Kubas Mesa den Aufsteiger hinter die Linie setzte, hatte sich die DVV-Auswahl eine kleine Führung erarbeitet (8-6). Diese war jedoch dahin, als Kromm und Böhme Angriffsfehler unterliefen und Kubas Kapitän Simon seinen Schnellangriff gnadenlos abschloss (10-11). Diese kleine „Negativserie“ verarbeitete das deutsche Team jedoch glänzend: Bauer, der den erkrankten Max Günthör gut vertrat, versenkte seinen zweiten Schnellangriff, und Steuerwald gelang ein direkter Aufschlagpunkt (17-14). Und dieses Mal blieb das deutsche Team am Drücker, Angriffspunkte von Grozer und Kromm machten den Vorsprung noch komfortabler (20-15). Als ein deutscher Dreierblock gegen Kubas 16-jährigen „Wunderknaben“ Leon zupackte, war die Vorentscheidung gefallen, Grozer beendete den Satz per Ass.

Kubas Trainer Blackwood brachte mit Rolande Cepeda seinen zweiten Diagonalangreifer, ansonsten standen die gleichen Spieler auf dem Feld. Ein Block von Böhme gegen den neuen Mann sowie ein Hinterfeldkracher Grozers ließen das deutsche Team glänzend starten (5-2). Der Konter der Kubaner ließ jedoch – wie erwartet – nicht lange auf sich warten (6-6). Zwei Blockpunkte brachten die Gäste in Front (10-12), die Kapitän Simon (2,06 Meter) mit guten Aktionen in Aufschlag und Feldabwehr (!) ausbaute (13-16). Die Kubaner blieben weiter vorne (16-20), Lozano wechselte mit Christian Dünnes (für Böhme) und Sebastian Schwarz (für Andrae) frische Leute ein. Für Dünnes war es der erste Einsatz in dieser World League Spielzeit und das erste Länderspiel seit vier Jahren. Und basierend auf druckvolle Sprung-Flatteraufschläge von Bauer kämpfte sich die DVV-Auswahl wieder heran, ein Rückraumangriff Grozers durch den Dreierblock brachte den Ausgleich, sein Ass die Führung (22-21). Dennoch hatte Kuba den ersten Satzball, den Grozer abwehrte, beim zweiten siegte Kubas Mesa im Netzduell mit Zuspieler Steuerwald.

Dünnes blieb, ansonsten bot Lozano die Startformation auf, die das Spiel noch drehen sollte. Abermals war die Partie zunächst völlig ausgeglichen, der Gastgeber verdarb sich seine Möglichkeiten jedoch durch zu viele Aufschlagfehler in dieser Phase (9-9). Als Simon eine Finte von Steuerwald parierte und Andrae im Ballwechsel darauf, seinen Angriff in den Block setzte, hatte sich der Gast etwas abgesetzt (9-12). Bis zur Mitte des Satzes liefen die deutschen Spieler diesem Rückstand hinterher, dann machte Grozer einen „Hattrick“: Zwei Blockpunkte gegen Leal, dann noch ein Angriff gegen den Dreierblock – Führung (16-15). Das war die Initialzündung, denn nun lief das deutsche Angriffsspiel wieder auf Hochtouren, und Steuerwald suchte immer wieder Grozer, der ihn nicht enttäuschte. Als Andrae ein direkter Punkt per Aufschlagroller gelang, schien der Satz endgültig gedreht (23-20), doch die Kubaner kamen nochmals durch Aufschläge von Leon heran. Erst ein Block von Bauer sowie ein Angriff von Kromm sorgten für den Satzausgleich.

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Foto Tom Schulte: "No-look"-Angriff von Robert Kromm.

Ein Block von Andrae sorgte für das deutsche 5-3, aber Leon brachte mit zwei direkten Aufschlagpunkten sein Team in Führung (5-6). Die Kubaner blieben in Führung, auch weil sie im Aufschlag mehr Risiko gingen und dafür belohnt wurden (8-10). Nach einem Block gegen Grozer ließ Leal einen „Diver“ folgen. Doch Team Deutschland kämpfte: Tille rettete einhändig und Kromm machte aus schwieriger Lage den Angriffspunkt. Aber angeführt von Kapitän Simon setzte sich Kuba ab und erarbeitete sich fünf Matchbälle. Doch entschieden war die Partie damit nicht, die Matchbälle eins, zwei, drei und vier konnten durch Block- und Feldabwehr abgewehrt werden, beim fünften blieb Kapitän Andrae im kubanischen Block hängen.

Spielfilm
1. Satz: 4-4, 9-9, 13-11, 16-16, 18-20, 22-22
2. Satz: 4-4, 8-6, 10-10, 16-14, 20-15, 23-17
3. Satz: 5-3, 10-10, 13-13, 13-16, 15-19, 20-21, 23-23
4. Satz: 4-4, 9-9, 12-15, 18-17, 23-20,
5. Satz: 3-3, 5-6, 8-10, 9-14, 13-14

Statistik GER-CUB

Stimmen zum Spiel
Björn Andrae: „Es war bis zum letzten Punkt ein interessantes und packendes Spiel. Es gab aber Höhen und Tiefen. Die Gefühle sind gemischt: Schön, dass wir uns noch so rangekämpft haben, aber natürlich bin ich enttäuscht, dass wir verloren haben.“

Raúl Lozano: „Kuba hat verdient gewonnen, weil sie in den wichtigen Momenten gut gespielt haben. Es war ein besseres Spiel als in Kuba, aber wir müssen und können auf einem noch besseren Niveau spielen. Vor allem im Aufschlag, aber auch in der Annahme und im Angriff.“

Robertlandy Simon: „Es war ein langes Spiel, in dem beide Teams den Sieg wollten, weil der Sieg wichtig im Hinblick auf die Qualifikation zur Finalrunde ist. Wir haben zu viele Fehler im Angriff gemacht, dennoch war es das beste Spiel von uns in der World League.“

Orlando Samuels Blackwood: „Es war ein gutes Spiel. Wir wie auch Deutschland mussten Spieler einsetzen, die bislang nicht zum Einsatz kamen. Deshalb gab es Höhen und Tiefen. Wir haben sehr gut aufgeschlagen und in den richtigen Momenten sehr gut gespielt.“

Lukas Bauer: „Schade. Gerade heute hätte ich mir den Sieg gewünscht, weil ich erstmals in der World League in der Stammformation stand. Am Ende haben wir verloren, weil wir in der Annahme etwas unpräzise waren, dies lag aber auch an den starken Aufschlägen der Kubaner. Mit meiner Leistung bin ich zufrieden, dafür, dass es mein erstes richtiges Spiel war. Wir müssen Spaß haben bei dem Spiel und es genießen, gegen eine so gute Mannschaft spielen zu dürfen.“

Marcus Böhme: „Morgen müssen wir versuchen, noch mehr Druck hinter unsere Aufschläge zu bringen und die Kubaner so unter Druck setzen. So können wir höhere Pässe erzwingen und vor allem Simón besser kontrollieren.“

Die aktuelle Tabelle
1. CUB - 15 Punkte – 6:1-Siege - 18:11-Sätze – 7 Spiele
2. GER - 13 Punkte – 4:3-Siege - 15:11-Sätze – 7 Spiele
3. POL - 9 Punkte – 3:3-Siege - 12:12-Sätze – 6 Spiele
4. ARG - 2 Punkte – 0:6-Siege - 7:18-Sätze – 6 Spiele

Der deutsche Kader in Trier: Robert Kromm (Verona/ITA), Jochen Schöps (Odintsovo/RUS), Manuel Rieke, Sebastian Prüsener (NETZHOPPERS KW-Bestensee), Max Günthör, Denis Kaliberda, Sebastian Schwarz, Patrick Steuerwald, Ferdinand Tille (Generali Haching), Georg Grozer, Marcus Böhme, Lukas Bauer (VfB Friedrichshafen), Björn Andrae (Valentia/ITA), Christian Dünnes (evivo Düren)