World League (M): DVV-Männer übernehmen Tabellenspitze
Die DVV-Männer haben in der World League wieder die Tabellenspitze der Gruppe D übernommen und dürfen weiter von der Teilnahme an der Finalrunde in Cordoba/ARG (21.-25. Juli) träumen: Team Deutschland siegte vor 3.150 Zuschauern in der Berliner Max-Schmeling-Halle 3:1 (25-19, 23-25, 25-21, 25-19) gegen Argentinien und blieb somit auch im vierten Vergleich mit den Südamerikanern siegreich. Punktbeste Spieler waren Georg Grozer (21) und Robert Kromm (19) für Deutschland und Federico Pereyra (19) für Argentinien. Deutschland (19) führt vor Kuba (18) und Polen (15) die Tabelle an, die jedoch am Wochenende noch gegeneinander antreten. Am letzten Vorrundenspieltag gastiert die DVV-Auswahl in Polen (8./9. Juli), Kuba tritt in Argentinien an.
Startformationen
Deutschland: Patrick Steuerwald, Georg Grozer, Denis Kaliberda, Robert Kromm, Marcus Böhme, Max Günthör, Sebastian Prüsener
Argentinien: Nicolas Uriarte, Federico Peryra, Sebastian Solé, Martin Costa Blanco, Gaston Giani, Rodrigo Quiroga, Alexis Gonzalez

Foto Conny Kurth: Georg Grozer war wieder einmal bester Scorer der deutschen Mannschaft.
Deutschland begann im Vergleich zum Vortag die Partie mit einer Veränderung, die Argentinier mit zwei Umstellungen: Sebastian Prüsener spielte anstelle von Ferdinand Tille auf der Libero-Position, die Argentinier starteten mit dem Außenangreifer Giani und dem Mittelblocker Solé. Relativ früh wurde deutlich: Die Argentinier wirkten engagierter, emotionaler und wacher. Deshalb konnte sich das deutsche Team erst nach einigen Minuten Vorteile erarbeiten: Zuspieler Steuerwald suchte seine beiden besten Angreifer der bisherigen World League, Grozer und Kromm, und die punkteten konstant und aus allen Lagen (11-8). Doch nach und nach setzte sich die physische Überlegenheit der DVV-Männer durch, die fünf deutschen Angreifer waren im Schnitt sieben Zentimeter größer als ihre Gegner (2,04 Meter zu 1,97 Meter). Bis auf fünf Zähler war der Vorsprung angewachsen (14-9), ehe die Argentinier mehrmals aus der Abwehr punkten und verkürzen konnten (17-15). Der Gastgeber erhöhte jedoch rechtzeitig den Druck und setzte sich erneut ab (22-17). Und dieses Mal konnten die Gäste nicht noch einmal kontern, Kromm holte per Angriff die 1:0-Satzführung.

Foto Conny Kurth: Die Blockstärke von Max Günthör & Co gab unter anderem den Ausschlag für den 3:1-Sieg.
Gäste-Trainer Weber hatte in der Satzpause wohl die Anweisung gegeben, mehr Druck auf den deutschen Annahmeriegel auszuüben. Denn mit deutlich mehr Geschwindigkeit und Risiko flogen die argentinischen Aufschläge über das Netz. Das DVV-Team hielt dagegen, so blieb die Partie zunächst ausgeglichen (7-7). Nach zwei starken Aufschlägen von Argentiniens Diagonalangreifer Pereyra lag die deutsche Mannschaft erstmals höher in Rückstand (11-14). Bundestrainer Raúl Lozano nahm eine Auszeit, und nach zwei Blockpunkten von Günthör waren die deutschen Spieler wieder „dran“ (16-17). Den Ausgleich bzw. die Führung gelang jedoch nicht, da die Argentinier stark aus der Annahme agierten. Lozano wechselte Manuel Rieke, Jochen Schöps und Björn Andrae ein, doch diese Maßnahmen konnten den Satz auch nicht mehr kippen: Prüsener konnte den Angriff Pereyras nicht kontrollieren, Satzausgleich.
Der Gastgeber verdaute den Satzausgleich gut, erneut ein „Doppelblock“ von Mittelblocker Günthör ließ das deutsche Team mit 9-5 in Führung gehen. Lozano brachte erneut Andrae (für Kaliberda), der zuletzt aufgrund einer Bauchmuskelzerrung passen musste, doch die Argentinier glichen zunächst aus – erneut waren es starke Aufschläge (13-13). Starke Abwehraktionen von Prüsener waren Grundlage für einen deutschen Zwischenspurt, der für vier Zähler in Folge sorgte und zweimal in Andrae den Punktegaranten sah (17-13). Zwar kamen die Argentinier nochmals auf einen Zähler heran (20-19), doch die Schnellangreifer Günthör und Böhme punkteten mit Angriffen und sorgten für die Vorentscheidung (23-20). Ein verschlagener Aufschlag von Arroyo brachte die erneute Satzführung.

Foto Conny Kurth: Marcus Böhme war in seiner Heimatstadt besonders motiviert.
Drei Grozer-Punkte in Serie (2x Block, 1x Angriff) ließen das deutsche Team hervorragend aus den Startlöchern kommen (8-4). Die Partie, deutlich hochklassiger und umkämpfter als der gestrige Vergleich, schien beim 13-7 frühzeitig entschieden. Vor allem die Block- und Feldabwehr der DVV-Auswahl erwies sich in dieser Phase in starker Verfassung. Die Zuschauer feierten das Team und sich selbst, die deutschen Spieler ließen sich von der Stimmung anstecken und zogen den Satz konsequent durch (18-12). Rieke/Schöps und Kaliberda kamen nochmals aufs Feld, dem Spielfluss tat das keinen Abbruch. Schöps steuerte den letzten Punkt zum abermaligen 3:1-Sieg und zur kurz zeitlichen Übernahme der Tabellenspitze bei.
Spielfilm
1. Satz: 4-2, 7-7, 11-8, 14-9, 18-15, 22-17
2. Satz: 3-3, 7-7, 11-11, 12-16, 16-19, 19-20, 21-23
3. Satz: 3-3, 8-5, 12-9, 13-13, 16-13, 19-16, 21-19, 23-20
4. Satz: 4-2, 8-4, 15-9, 18-12, 24-18
Stimmen
Rodrigo Quiroga: „Ich bin enttäuscht über die zweite Niederlage. Wir waren besser als gestern, hatten aber wieder zu viele Phasen, in denen wir nicht gut waren. Die zwei letzten Gruppenspiele gegen Kuba wollen wir nutzen, um uns auf die Finalrunde vorzubereiten. Leider ist es uns nicht gelungen, aus Europa einen Sieg mitzunehmen.“
Björn Andrae: „Wir haben erreicht, was wir wollten: Sechs Punkte. Heute haben wir gezeigt, dass wir ein Team und sehr komplett sind. Unser Libero Sebastian Prüsener war heute überragend. Dennoch hatten wir auch heute wieder einige Hänger im Spiel. Die müssen wir abstellen und stabiler werden.“
Javier Weber: „Wir waren besser als gestern, der große Unterschied zu Deutschland war der Angriff, dort war Deutschland uns deutlich überlegen. In den anderen Elementen waren wir besser als gestern und haben ein gutes Spiel gemacht.“
Raúl Lozano: „Das Spiel war insgesamt besser als gestern. Wir hatten im Aufschlag nicht den Druck vom ersten Spiel, deswegen war es in der Block- und Feldabwehr schwieriger. Sebastian Prüsener hat sehr gut abgewehrt, in der Annahme waren wir nicht so gut, das lag aber auch an den Aufschlägen der Argentinier. Jetzt warten wir auf Samstag, wenn Argentinien und Deutschland wieder aufeinander treffen, dann im Fußball. Da hoffe ich, dass wir gewinnen.“ (Auf die Nachfrage, wer „wir“ ist, sagte der Argentinier Lozano: „Man tauscht seine Mutter und sein Trikot nicht.“)
Sebastian Prüsener: „Für mich war es etwas ganz besonderes in Berlin zu spielen. Die Stimmung war super und hat uns heute sehr geholfen. Am zweiten Spieltag tun wir uns grundsätzlich schwerer, dass war auch in Argentinien so. Woran das liegt, weiß ich nicht, dass ist aber auch egal nach einem 3:1-Sieg, obwohl der Satzverlust natürlich ärgerlich ist. Schade, dass ich den letzten Ball im zweiten Satz nicht abwehren kann. Davor habe ich sie alle und ausgerechnet den Einfachsten kriege ich nicht.“
Georg Grozer: „Wir haben eine wilde, junge Mannschaft, die unbedingt gewinnen will. Alle wollen sich international beweisen und trotzdem agieren wir nicht nervös. Es macht sehr viel Spaß in so einem Team zu spielen, und das ist unser Erfolgsrezept. Insgesamt haben wir besser gespielt als gestern. Obwohl wir körperlich am Ende war, kämpfen alle und wir gewinnen verdient.“
Die aktuelle Tabelle
1. GER - 19 Punkte – 6:4-Siege – 22:16-Sätze – 10 Spiele
2. CUB - 18 Punkte – 7:1-Siege - 21:12-Sätze – 8 Spiele
3. POL - 15 Punkte – 5:3-Siege - 18:14-Sätze – 8 Spiele
4. ARG - 2 Punkte – 0:10-Siege - 11:30-Sätze – 10 Spiele
Der deutsche Kader in Berlin: Robert Kromm (Verona/ITA), Jochen Schöps (Odintsovo/RUS), Manuel Rieke, Sebastian Prüsener (NETZHOPPERS KW-Bestensee), Max Günthör, Denis Kaliberda, Ferdinand Tille (Generali Haching), Sebastian Schwarz, Patrick Steuerwald (beide Perugia/ITA), Georg Grozer (Rzeszow/POL), Marcus Böhme, Lukas Bauer (VfB Friedrichshafen), Björn Andrae (Kemerovo/RUS), Christian Dünnes (evivo Düren)