WM 2010 (M): Fünf Sätze mit Nikola Grbic
Er gilt immer noch als einer der weltbesten Zuspieler und hat mit Serbien (und dem Vorgängerstaat Serbien & Montenegro) fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt (u.a. Gold (2000) und Bronze (2004) bei Olympischen Spielen, WM-Silber (1998), EM-Gold (2001) und 8 World League-Titel): Nicola Grbic (36 Jahre), ist Kapitän und Kopf des Weltranglisten-Vierten. Vor dem WM-Auftaktspiel gegen Deutschland stellte er sich in der neuen WM-Rubrik „Fünf Sätze mit…“ einem Kurz-Interview.
Was wissen Sie über das deutsche Team 2010?
Grbic: „Ich kenne einige Spieler seit einigen Jahren, andere habe ich auf den Videos gesehen. Es ist ein sehr gutes und junges Team mit einer breiten Bank. Sie können wechseln, ohne das Niveau zu verlieren. Ich habe die italienischen Zeitungen gelesen, und die so genannten Experten haben nicht Deutschland auf der Rechnung. Ich denke, dass ist ein Fehler. Es wird ein sehr schweres Spiel.“
In der Vergangenheit gab es stets enge Spiele zwischen beiden Teams. Was wird heute den Unterschied machen?
Grbic: „Das ist schwierig. Als wir 2001 den EM-Titel holten, haben wir auch nur 3:2 gewonnen, auch in der Folge gab es sehr viele enge Spiele. Es war egal, wer bei Deutschland spielt, sie haben uns immer Probleme gemacht. Ich kann nicht sagen, was den Unterschied macht, es ist ein offenes Spiel.“
Was ist Ihr Ziel für die WM?
Grbic: „Ich will ehrlich sein, wir wollen nach Rom und unter die ersten vier Teams. Der Modus ist nicht gut, man kann auch mit drei oder vier schlechten Spielen Weltmeister werden und mit nur einem schlechten Spiel Neunter werden. Das gefällt mir nicht.“
Welches Team ist der Favorit?
Grbic: „Ich glaube, es gibt nicht das Team, welches der Top-Favorit sein wird. Es gibt mehrere Mannschaften, die vorne spielen. In den vergangenen Jahren gab es immer ähnliche Teams, die vorne spielten. So wird es auch wieder sein. Brasilien, Russland sicherlich auch Italien, das einen leichten Weg hat. Bulgarien, Kuba, Deutschland, Polen, Serbien, Frankreich – es gibt acht, neun Teams, die dafür in Frage kommen. Kleine Dinge werden entscheiden.“
Nach den Olympischen Spielen haben Sie ihren Rücktritt vom Nationalteam verkündet, 2009 aber bereits wieder für die Auswahl gespielt. Wie lange können die Fans Nikola Grbic international noch bewundern?
Grbic: „Ich denke, dies wird meine letzte internationale Meisterschaft sein. Aber man sollte nie, nie sagen. Ich habe schon 2008 aufhören wollen, dann hat mein Präsident die World League-Finalrunde in Belgrad ausgerichtet… Aber der Schwerpunkt wird in Zukunft auf der Familie liegen, ich bin vor einem Monat zum zweiten Mal Vater geworden. Auf Klubebene versuche ich so lange zu spielen, wie ich laufen kann.“