WM 2010 (M): Fünf Sätze mit Marcus Popp
Seine Universalität macht ihn so wertvoll: Marcus Popp kann alles, egal auf welchem Untergrund. In der Halle stand er bei der WM 2006 in Japan und bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking in der Stammformation, im Sand feierte er mit Kumpel und DVV-Kapitän Björn Andrae 2009 die Deutsche Vizemeisterschaft. Aktuell drückt der 29-Jährige der deutschen Mannschaft aus dem ca. 400 Kilometer entfernten Piacenza die Daumen, Popp ist inmitten der Saisonvorbereitung und äußert sich in der WM-Rubrik „Fünf Sätze mit…“ in einem Kurz-Interview.
Die WM 2010 findet in ihrer Wahlheimat Italien statt. Wäre das nicht auch eine prima Sache für Sie gewesen, hier dabei zu sein?
Popp: „Klar, das wäre super gewesen, allerdings habe ich mich diesen Sommer für den Beach-Volleyball entschieden. Ich hatte einen fantastischen Sommer mit Basis in Berlin, ich bereue das nicht! Trotzdem wäre ich jetzt natürlich gern dabei!“
Haben Sie das Auftaktspiel gesehen? Was sagen Sie zu dem Ergebnis und Spiel?
Popp: „Ich habe es leider nicht sehen können, allerdings habe ich das Ergebnis und die Berichte gesehen. Es ist keine Schande gegen Serbien zu verlieren. Und dass die Mannschaft nicht viel Erfahrung auf dem WM-Parkett hat, ist auch klar, es ist also keine Überraschung. Ich weiß aber, dass die deutsche Mannschaft den Fans noch Spaß machen wird und noch ins Turnier finden wird!“
Wie schätzen Sie die Situation vor den beiden Gruppenspielen gegen POL und CAN ein?
Popp: „Gegen polen müssen die Jungs am oberen Leistungslimit spielen, aber das wird ihnen heute gelingen, denke ich. Deshalb wird es bestimmt knapp. gegen Kanada erwarte ich eine souveräne Leistung mit einem schönen Sieg - und dann geht´s weiter!“
Sie haben Olympia- und WM-Erfahrung. Wie sähe ihr Ratschlag für die Spieler aus, die jetzt ihre erste WM erleben?
Popp: „Die Ängste und Nervosität sind ja nur im Kopf, man sollte einfach nur Volleyball spielen, sich für das Team opfern und kämpfen bis zum Umfallen! Die spielerischen Möglichkeiten sind da, sie müssen nur die richtige Dosis von Aggressivität und ruhiger Cleverness finden.“
Sie sind aktuell in Piacenza und absolvieren die Saisonvorbereitung. Werden Sie sich noch WM-Spiele vor Ort ansehen, und gibt es Marcus Popp nochmals in der Auswahl zu bewundern?
Popp: „Ich hoffe, dass ich noch ein paar Spiele sehen kann, mal sehen ob das der straffe Trainingsplan zulässt! Ich bin momentan auf dem gedanklichen Weg zurück zur Nationalmannschaft. Ich möchte wieder bei den Jungs sein und für unser Land spielen! Wenn ich mir zu 100% sicher bin, dass ich das will, dann melde ich mich bei Raúl Lozano und frage ihn, ob er meine Unterstützung nutzen möchte.“