Grand Prix (F): Alle wollen besser spielen...
Alle wollen besser spielen als zuvor! Das war der Tenor, der auf der von der lokalen Organisation in Hongkong anberaumten Pressekonferenz für den Grand Prix vorherrschte. Vor der dritten und finalen Vorrunde im World Grand Prix der Frauen präsentierten sich die Trainer und Mannschaftsführer von den vier teilnehmenden Nationen (USA, China, Thailand und Deutschland) in der Lobby des Hongkong Koliseum der lokalen Presse.
Dabei zeigte sich, dass China wohl die meisten Sorgen plagen: Hauptannahmespielerin Hui Rouqi ist verletzt, auch Mannschaftsführerin Wie Qiuyue ist angeschlagen. Wang Yimei und Xue Ming (alle aus der Startsechs) sollen leicht verletzt und außer Form sein. Inwieweit dieses zutrifft, wird man wohl erst am Freitag sehen, wenn das Turnier in Hongkong beginnt. So mussten sich der neue Trainer Wang Baoquan und die Mannschaftsführerin viele unbequeme Fragen stellen lassen. Schon die Niederlagen gegen Italien und die Dominikanische Republik hatten für Unruhe gesorgt. Nach dem Grand Prix und vor der WM nehmen die Chinesinnen noch an den Asian Games teil – eine prestigeträchtige Angelegenheit für China.
Bei den US-Amerikanern musste sich der neue Frauentrainer Hugh McCutcheon den optimistischen Vorgaben der Presse erwehren. McCutcheon, Goldmedaillengewinner mit den US-Männern in Beijing, wurde vorzeitig als Favorit für das Wochenende abgestempelt und sogar nach den Chancen seiner Mannschaft für die Olympischen Spiele in London 2012 befragt. McCutcheon: „Wir haben letzte Woche mit einer Aufstellung gespielt, die ich noch nie hatte – niemand weiß zum jetzigen Zeitpunkt, mit welchem Personal wir in zwei Jahren antreten können.“ Bei der Prognose zum Wochenende stapelte McCutcheon tief: „Wir haben uns verbessert, haben Fortschritte gemacht. Nur darauf achte ich. Zu China und Deutschland sage ich nichts – ich kann dort nichts kontrollieren. Wir wollen hier unseren besten Volleyball zeigen. Mal sehen ob es reicht.“
Thailand´s Trainer Kiattipong Radchatagriengkai (!) meinte: „Wir haben es hier nur mit sehr starken Gegnern zu tun – und wollen uns sehr anstrengen.“ Thailand machte im Jahre 2009 auf sich aufmerksam, als man zum ersten Male die Asienmeisterschaften gewann. Schon 2007 wurden Korea, Kasachstan und Taiwan geschlagen.
Bundestrainer Giovanni Guidetti sagte: „Wir sind froh, hier zu sein und wir registrieren eine perfekte Organisation. Unsere Ziele haben sich nicht geändert: wir wollen uns weiter verbessern und alles Mögliche tun, um uns doch noch für das Finale zu qualifizieren. Aber wir haben es mit starken Gegnern zu tun.“ Guidetti weiter: „Wir müssen hier die Elemente verbessern, die uns in den ersten beiden Runden noch nicht gefallen haben. Die Mannschaft ist motiviert, wir trainieren weiter hart.“

Foto Jürgen Sabarz: Die Mannschaftsführerinnen von links nach rechts: Margareta Kozuch, Wie Qiuyue (CHN), Piyanut Pannoi (THA), Jennifer Tamas (USA).
Bei Trainingsqualität und –quantität setzt Guidetti in der Tat hohe Maßstäbe an. So absolvierte das deutsche Aufgebot am Mittwoch gleich drei Trainingseinheiten: am Vormittag gab es Balltraining und anschließend ein Krafttraining. Am späten Nachmittag folgte eine weitere Balleinheit. Dafür fiel dann am Abend die Videositzung aus.
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(Jürgen Sabarz)