EM-Qualifikation: Team mit russischer Spielweise
Bei der EM-Qualifikation in Bar/Montenegro (21.-23. Mai) und Tübingen (28.-30. Mai) treffen die DVV-Männer auf Montenegro, Estland und den Sieger der Vor-Qualifikation Kroatien/Dänemark. Wer sind die Gegner, wie muss man sie einschätzen? Nach Montenegro wird nun Estland kurz vorgestellt.
Estland dürfte der härteste Gegner für die DVV-Männer in der EM-Qualifikation sein. Dies verdeutlicht nicht nur der Blick auf die Weltrangliste (48), in dem Estland nach Deutschland das ranghöchste Team in der EM-Qualifikationsgruppe D ist, sondern auch die jüngere Vergangenheit. Estland qualifizierte sich 2009 erstmals für eine EM-Endrunde, blieb dort zwar sieglos, knöpfte jedoch den Weltklasse-Teams aus Russland und Niederlande jeweils einen Satz ab.
Dies ist nicht verwunderlich, schließlich setzt sich das estische Nationalteam aus einigen „Legionären“ zusammen, die ihr Geld im Ausland (fünf in Frankreich, je einer in Polen und Österreich) verdienen sowie Spielern vom besten Klub Estlands, Tallinn. Zudem haben sie in Avo Keel einen Trainer, der einst selbst höchsten Ansprüchen genügte: Keel nahm 1996 an den Olympischen Spielen in Atlanta teil – im Beach-Volleyball.
Bundestrainer Raúl Lozano warnt vor den Esten: „Vor zwei Jahren habe ich mit Polen gegen Estland gespielt. Estland hat eine gute Mannschaft, zum einen, weil sie von einem russischen Trainer trainiert werden bzw. russisch zu spielen pflegen, zum anderen, weil sie eine gute Gruppe an Spielern haben. Sie erinnern mich in ihrer Art zu spielen etwas an die Slowakei.“