DVV-Männer: Hübner nicht bei der WM – Das Knie spielt nicht mit
Es sollte seine zweite WM-Teilnahme und ein weiterer Höhepunkt einer großartigen Karriere werden, doch zum wiederholten Mal hat eine Verletzung die Ambitionen von Stefan Hübner gestoppt. Eine chronische Überlastung der Quadrizepssehne verhindert seinen Start bei der WM in Italien. „Schade. Es ist keine tiefe Enttäuschung, die gäbe es vielleicht dann, wenn es die erste WM gewesen wäre - so wie damals bei der EM 2003 in Deutschland. Man kann es auch anders sehen: Ich habe sehr viel erlebt und mitgenommen dafür, dass ich so oft verletzt war“, sagte Hübner.
Hübner hatte nach einem Gespräch mit Bundestrainer Raúl Lozano vor zwei Monaten seine Bereitschaft und seine Lust erklärt, die WM zu spielen. „Bereits damals hatte ich gesagt, wenn es klappt, freue ich mich, wenn nicht, dann ist es auch okay. Es ist eine chronische Überlastung der Quadrizepssehne, die sehr hartnäckig ist. Es braucht aber einfach noch mehr Zeit. Das ist meine Problemstelle, die ich die letzten Jahre schon hatte.“
Dabei will Hübner auch kein Risiko eingehen: „Das Risiko ist einfach zu hoch, eine komplette WM zu spielen. Eine Olympia-Qualifikation mit zwei Spielen wäre etwas anderes gewesen. Zudem muss ich auch an den Verein denken und die Zeit für Reha-Maßnahmen nutzen.“
Auch ohne das Mitwirken des 227-fachen Nationalspielers glaubt der 35-Jährige an eine gute WM: „Man hat in den Spielen gegen Brasilien gesehen, dass die Mannschaft in der Lage ist, auf sehr hohem Niveau zu spielen. Das Problem ist die Konstanz über einen langen Zeitraum. Schon die Vorrunde ist sehr schwierig. Das Potenzial ist da, die Mannschaft glaubt an sich. Man braucht in so einem Turnier auch Glück – aber das schwierigste ist, das Level über einen langen Zeitraum zu halten, das haben wir bei der WM vor vier Jahren gesehen. Wenn alle ihre Top-Form erreichen, kann die Mannschaft schon Spaß machen.“
Denn Spaß hatte „Hübi“ in seinen knapp zwei Monaten absolut: „Es hat Spaß gemacht, ich fand mich gut integriert und aufgenommen, von daher bin ich schon traurig. Vielleicht komme ich als Zuschauer nach Italien, auch weil ich eh noch einige Sachen in Italien habe.“