Beach-EM: Jonas Reckermann: Eifer in der Reha und absoluter Wille, keine Wunderheilung!

Beach-EM: Jonas Reckermann: Eifer in der Reha und absoluter Wille, keine Wunderheilung! Keine Wunderdinge, kein Geheimnis! Die schnelle Rückkehr von Julius Brink (vorne) und Jonas Reckermann ist das Ergebnis harter Arbeit.

Die Beachvolleyball-Weltmeister 2009 sind zurück. Nach verletzungsbedingter Zwangspause meldet sich das deutsche Erfolgs-Duo Jonas Reckermann und Julius Brink pünktlich zur EM in Berlin zurück (11. bis zum 15. August). Jonas Reckermann freut sich auf das Heim-Turnier. Zudem kann er auf die lautstarke Unterstützung von 37 Nachwuchs-Elitesportlern bauen, die von der Sporthilfe eigens nach Berlin eingeladen wurden.

Vor einigen Wochen war die EM für Euch beide wegen schwerer Knieverletzungen eine „Mission impossible“. Nun habt Ihr eine Woche vor der EM mit dem zweiten Platz beim Welttour-Turnier im polnischen Stare Jablonki ein sensationelles Comeback gehabt. In Berlin dürft ihr übrigens auch auf zusätzliches Anfeuern durch 37 Nachwuchs-Elitesportler bauen, die auf Einladung der Sporthilfe nach Berlin kommen.
Reckermann: "Das finde ich super. Das ist eine sehr gute Idee. Ich hoffe, dass die ordentlich Lärm machen und unser Berliner Heimpublikum gut ergänzen. Wir können nach der Verletzung diese Unterstützung gut gebrauchen. Ich hoffe, dass alle Spaß haben. Ob wir uns treffen können, kann ich im Augenblick nicht sagen, da wir dort einem Riesentrubel ausgesetzt sein werden. Aber nach dem Spiel mal hallo sagen, sollte möglich sein. Ich finde es sehr gut, dass die Sporthilfe so etwas macht und die schon etwas länger Geförderten mit Nachwuchs-Elitesportlern zusammen bringt. Das ist absolut nachahmenswert."

Wie sind eigentlich die Wunderheilungen Eurer Knie zu erklären?
Reckermann: "Ich würde hier nicht unbedingt von einer Wunderheilung sprechen. Sicherlich ging es relativ schnell, aber das haben wir eher den Ärzten, Physiotherapeuten, unserem Eifer in der Reha und dem absoluten Willen, bis zur Heim-EM wieder fit zu sein, zu verdanken."

Was war das für ein Gefühl, als Ihr Euch die Verletzungen zugezogen hattet? Habt Ihr die EM abgeschrieben? Und ab wann habt Ihr wieder daran geglaubt?
Reckermann: "Ich habe die EM definitiv nie abgeschrieben. Nachdem wir die MRT-Bilder vom Knie hatten, fragte ich die Ärzte, in welcher Zeit es möglich sei, zurückzukommen. Und sie sagten gleich, dass ein Start bei der EM möglich sei. Es fühlte sich zwar komisch an, sich wenige Wochen später wieder beim Spiel im Sand vorzustellen, wenn man gerade mit einem Knie so dick wie ein Fußball ausgestattet ist. Aber der Glaube an das schnelle Comeback war zu jeder Zeit bei uns da."

Wie hat so ein Tag Reha-Training ausgesehen?
Reckermann: "Es gab jeden Tag physiotherapeutische Behandlung fürs Knie, meist so eine Stunde. Dann ging es für etwa drei Stunden in den Rehabereich. Dort standen dann Übungen fürs Knie, aber auch für den restlichen Körper auf dem Programm. Denn ein gesundes Knie hilft nicht viel, wenn die übrigen Körperteile nicht mehr an körperliche Höchstleistungen gewöhnt sind. Abschließend wurde das Knie dann noch heruntergekühlt, um keine Reizungen oder Entzündungen entstehen zu lassen. Nachmittags stand dann schon relativ bald wieder Balltraining auf dem Programm. Es war zu Beginn schon ein sehr lustiges Bild, wenn Julius und ich sitzend oder auf einem Bein stehend versuchten, den Ball in der Luft zu halten..."

Der Heilungsprozess ist das eine. Das andere ist die konditionelle Vorbereitung. Und die kann gar nicht optimal gewesen sein. Wie habt Ihr Euch vorbereitet, dass Ihr ein ganzes Turnier durchstehen könnt?
Reckermann: "Bei mir ging es schon nach wenigen Tagen wieder aufs Fahrrad. Einmal um die Schwellung aus dem Gelenk zu bekommen und auch um das Herz-Kreislauf-System zumindest wieder ein wenig zu fordern. Ganz optimal ist die Vorbereitung natürlich nicht, aber unter diesen Umstände haben wir das Beste daraus gemacht."

Wann habt Ihr das erste Mal wieder zusammen auf Sand gespielt?
Reckermann: "Zunächst hatten wir uns festen Untergrund für die ersten Ballberührungen ausgesucht. Unsere Knie haben wird dann erst nach ca. 3 Wochen wieder langsam an Sand gewöhnen müssen."

Wie fit seid Ihr? Und wie seht Ihr Eure Medaillenchancen?
Reckermann: "Beim Turnier in Polen klappte es schon wieder ganz gut, auch wenn wir natürlich noch nicht wieder den Rhythmus und die Form von vor zwei Monaten haben. Dennoch müssen uns die anderen Teams erst einmal schlagen. Wir wollen in den Kampf um die Medaillen eingreifen!"

Alle Infos zur Beach-EM

(Gerald Frank/Sporthilfe)