Zurich Team VC Olympia Berlin (F): Kleinen Finger zum 3-Punktsieg ergriffen
Von einem 3-Punkte-Erfolg sprach der eine - von einem verschenkten Sieg der andere. So unterschiedlich war die Gefühlslage bei Han Abbing und Alexander Waibl. 3:2 (23:25, 19:25, 25:23, 25:23, 15:12) nach 2:05 Stunden Gesamtzeit hatte Abbings Zurich Team VC Olympia Berlin am Samstagabend gegen AV Stuttgart gewonnen. Es war für die Juniorinnen in der Volleyball-Bundesliga der Frauen der fünfte Doppelpunktgewinn in der zwölften von 13 Begegnungen der Hinrunde. Mit 10:14 Punkten kletterte ZTVCO auf den 10. Rang, während der Aufsteiger Stuttgart mit nunmehr 12:12 den 8. Platz einnimmt.
Vor rund 100 Zuschauern führte Stuttgart 2:0 und 22:20 im dritten Durchgang und nochmals 18:14 bei 2:1-Satzvorteil im vierten Satz. Dennoch rissen die Schützlinge von Nachwuchs-Bundestrainer Abbing die Partie noch aus dem Feuer. „Weil uns Stuttgart den kleinen Finger reichte und meine Mannschaft in diesem Moment entschlossen und hochkonzentriert zupackte“, sagte der Holländer. Er meinte den Doppelwechsel der Gäste beim 18:14 für AV: Für Zuspielerin Katharina Stauß kam Mona Elwassimy und für Angreiferin Sabrina Roß nun Sarka Barborkova.
„Volleyballerische Gründe“ nannte AV-Trainer Waibl hinterher: Die Zuspielerin habe vorher ein paar schlechte Pässe gespielt und für den Aufschlag sollte Barborkova einen Überraschungseffekt bringen... dass diese Überlegung nach hinten losgegangen war, zeigte das 18:18 an der Anzeigetafel. Und der Doppelwechsel wurde korrigiert.
In einem Spiel, in dem laut Waibl „nur die Unkonstanz auf beiden Seiten konstant blieb“, hatten die Juniorinnen mit einem Male Oberwasser und schafften den 2:2-Ausgleich. „Und wenn wir den Tiebreak erreichen, dann wollen wir unbedingt gewinnen“, sagte Diagonalangreiferin Laura Weihenmaier und verwies auf das 3:2 seinerzeit gegen den Meister Vilsbiburg unter ähnlichen Umständen.
Im Tiebreak lag Stuttgart mit 4:2 vorn, dann drehte das Geschehen auf 8:6 und 12:10 für Berlin, das mit dem Mix aus druckvollen Aufgaben und aufmerksamem Block entscheidende Zähler holte. Und als Mittelblockerin Janine Hinderlich nach einer missglückten Annahme des Gegners reaktionsschnell und mutig direkt zum 14:11 verwandelte, war der überraschende Sieg perfekt.
Abbing lobte Hinderlich und die effizient angreifende Weihenmaier, er strich heraus, dass die sonst als Diagonalangreiferin eingesetzte Sina Kostorz als Mittelblockerin für die erkrankte Anja Brandt nach anfänglichen Problemen „ihre Sache sehr gut gemacht“ habe. Und die ganze Mannschaft samt Libero Frauke Formazin, Chantal Laboureur und Sarah Petrausch (beide Angriff) sowie Zuspielerin Lena Möllers hellwach bei der Sache waren, „als sich die Chance bot, das Spiel zu drehen“. Und Möllers meinte: „Wir wussten, dass Stuttgart trotz sehr guter Einzelspielerinnen nicht die Übermannschaft ist, sondern nicht weit von unserem Level spielt.“
Das Spiel sei ähnlich wie beim 3:2 vom Dienstag gegen den Aufsteiger Aachen gelaufen, fand AV-Trainer Waibl: „Wir schenken den dritten Satz her und führen im vierten 16:9 und 22:20. Und machen dann einfach zu viele unnötige Fehler... dabei hatte ich die Mannschaft noch gewarnt, dass Berlin stärker als Aachen gegenhalten würde.“ Die lange Busfahrt nach Hause dürfte nicht besonders fröhlich verlaufen sein...
(epo.)