U20-Auswahl (w): Gruppensieg nach Erfolg gegen CHN

U20-Auswahl (w): Gruppensieg nach Erfolg gegen CHN Kein Durchkommen für China. Wie Lena Möllers hier im Block - überzeugte das deutsche Team erneut und gewann mit 3:0

Mit einem erneuten 3:0 Sieg (25-12, 25-16, 25-10) – dieses Mal gegen die Volleyballgroßmacht China – holt sich die deutsche Vertretung in Tijuana den Gruppensieg. Gegen eine stark desorientierte chinesische Vertretung überzeugte die Mannschaft von Trainer Han Abbing nicht nur in allen Spielelementen sondern auch mit einer selten gesehenen Kontinuität im Bereich Konzentration – die auch nicht abriss, als die Überlegenheit anhielt und Abbing mehrere Spielerwechsel vornahm.


Startaufstellung Deutschland: Lena Möllers (Z), Laura Weihenmaier (D), Sarah Petrausch, Janine Völker (A/A), Anja Brandt, Berit Kauffeldt (MB), Lenka Dürr (L), Trainer: Han Abbing

Startaufstellung China: Na Wang (Z), Xiatong Liu (D), Yichan Zhang, Aitong Li (A/A), Weiwei Li, Sun Mingjian (MB), Danna Shan (L), Trainerin: Lixia Qi


1. Satz: Das deutsche Team geht nach einem Off-speed-Ball von Petrausch, einem „Hammer“ derselben Spielerin und einem schönen Hinterfeldangriff vonWeihenmaier mit 3-0 in Führung. Weihenmaier hämmert zum 4-1 durch den Block, es folgen zwei direkte Angriffsfehler Chinas. Bei 1-6 Rückstand nimmt die chinesische Trainerin die erste Auszeit. Ein Aufschlag von Petrausch und ein gefühlvoller Lob von der deutschen Seite bringen die 8-2 Führung. Auch im 2. Spielabschnitt bleibt Deutschland absolut dominant: Kauffeldt durch die Mitte, Weihenmaier mit einem Ass, Völker mit einem Lob und Kauffeldt zur Abwechslung mit einem „Über-Kopf-Ball“ erfolgreich. Während das chinesische Team weiterhin unsicher bleibt, spielt das deutsche Team fast fehlerfrei und führt bei der 2. techn. Auszeit mit 11(!) Punkten. Auch im Schlussabschnitt sind es die deutschen Spielerinnen, welche die Punkte machen und von den Chinesinnen dabei unterstützt werden: Punkt 21,22 und 24 resultieren aus direkten chinesischen Fehlern – Punkt 25 holt ein Kauffeldt/Möllers-Block.

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Foto Jürgen Sabarz: Libera Lenka Dürr mit vollem Einsatz - auch ein wichtiger Bestandteil für den 3:0-Sieg gegen China

2. Satz: Abbing startet wie im ersten Satz. Bis zum Einstand bei 4 jeweils nur Ein-Punkt-Abstände. Dann sorgt ein Möllers/Kauffeldt/Petrausch-Block für den 5. Punkt, und drei schwache chinesische Annahmen (schöne Aufschlagserie von Völker!) für die 8-5 Führung. Der Drei-Punkte-Abstand bleibt bis 11-8 erhalten, ein Weihenmaier-Hammer sorgt für das 12-8, zwei Fehler von Chinas Team folgen und schließlich blockt Kauffeldt zum 16-8. Deutschland dominiert weiter. Bei 18-11 kommt Cukseeva für Weihenmaier, die zuvor mit einem Hinterfeldangriff gepunktet hat. Ein Annahmefehler auf deutscher Seite folgt und ein nicht voll getroffener Ball von Kauffeldt wird von chinesischer Seite zu einem erfolgreichen Gegenangriff genutzt. Abbing beantragt eine Auszeit bei 18-14. Kauffeldt punktet erneut nach einem schnellen „Über-Kopf-Ball“. Der deutsche Trainer wechselt Ines Bathen für Janine Völker ein. Zwei weitere erfolgreiche Blocks bringen die 21-14 Führung und eine Auszeit für China. Deutschland reagiert mit einem erfolgreichen Hinterfeldangriff von Bathen, einem Schnellangriff von Kauffeldt sowie am Satzende mit zwei sehr schönen Angriffen von Petrausch: einer cross und einer die Linie runter gehämmert.

3. Satz: Trainer Abbing schickt erneut die Startformation aufs Spielfeld. 2-0 Führung durch Petrausch-Angriff und einen Brandt/Petrausch-Block. Weihenmaier scheitert am chinesischen Block: 2-1. Trainer Abbing bringt Sandra Sydlik in die Regie – Lena Möllers verlässt das Feld. Weihenmaier zur Abwechslung zweimal „verhalten“: einmal locker an den Block, danach Lob über den Block: 4-2 Führung. Völker zweimal im Angriff erfolgreich (davon einmal nach einem aus der chinesischen Abwehr kommenden Ball „abgestaubt“). Auszeit China. Brandt erhöht auf 7-2, Petrausch (schöne Dreier-Aufschlagerie) mit einem Aufschlag direkt erfolgreich zum 8-2. Chinas Trainerin hat sich längst vom Spielfeldrand weg begeben und hat Platz genommen. Völker macht Punkt 10 und 11, Weihenmaier punktet zum 12-5 und muss danach für Sina Kostorz Platz machen. Das deutsche Angriffsspiel läuft „ungestört“ weiter. Zweite technische Auszeit bei 16-6. Nach Ass von Völker zum 17-6 die 2. Auszeit von China. Der 11-Punkte-Abstand bleibt bis 20-9 erhalten. Brandt erneut mit einem schnell „Über-Kopf“ gespielten Ball erfolgreich und Petrausch punktet mit einem „Zauberschlag“ zum 22-9: nach „Getümmel“ erkennt die deutsche Mannschaftsführerin blitzschnell, dass die chinesische Zuspielerin ihren Platz zu schnell geräumt hat und schlägt von der 3m-Linie aus platziert in die Zone 1. Brandt sorgt für die letzten beiden Punkte – einmal nach schnellem Zuspiel von Sydlik aus einer Rallye-Situation.

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Foto Jürgen Sabarz: Lockeres deutsches Team beim Seitenwechsel. Trotz großen Respekts vor China hatten die DVV-Frauen die Partie voll im Griff

Resumée: In nur einer Stunde –man kann es nicht anders sagen – wurde die Volleyball-Großmacht China von den Spielerinnen um Sarah Petrausch abgefertigt. Im deutschen Spiel lief wieder einmal alles: mit dem guten Aufschlag fing es alles an. China hatte große Probleme in der Annahme, wurde zu durchsichtigem Spiel gezwungen und der deutsche Block konnte zupacken. Zu viele unforced errors auf chinesischer Seite, wenn die Annahme mal kam. Deutlich zu spüren die starke Verunsicherung des chinesischen Teams, dass offensichtlich Kräfte gelassen hatte nach dem 5-Satz-Spiel am Abend zuvor (2:3 verloren mit 14-16 im Tiebreaker) gegen China Taipeh. Die deutsche Annahme und Abwehr gut mit der einmal mehr vorzüglich spielenden Lenka Dürr auf der Liberoposition. Bemerkenswert weiterhin zwei Dinge: die Mannschaft spielte eine Stunde konsequent auf einem hohen Niveau und ließ keinen „Hänger“ zu und - die Einwechslung mehrerer Spielerinnen brachte keine Irritation oder ein Nachlassen der Dominanz. Nicht unerwähnt soll auch das „coole“ unaufgeregte Coachen von Trainer Han Abbing bleiben – der sich natürlich mit dem Erfolg seines Teams in einer komfortablen Situation befindet, aber nüchtern bleibt. Abbing zu der lockeren Stimmung im Bus auf der Heimfahrt ins Hotel: „Denkt dran, wir haben bis jetzt nur einen kleinen Schritt gemacht ...!“


Stimmen zum Spiel

Trainer Han Abbing: „Wir hatten großen Respekt vor China. Das ist eine große Volleyballnation – die Mannschaft hat aber vielleicht doch die riesige Enttäuschung vom Vortag mit der Niederlage gegen China Taipeh nicht verkraftet. Meine Mannschaft verdient aber in jedem Fall ein Kompliment: wir haben unser Spiel gespielt, nie nachgelassen, die Konzentration aufrecht gehalten und auch unsere Spielerwechsel nahtlos verarbeitet. Eine Stunde auf einem Level durchhalten bedeutet viel – egal gegen welchen Gegner. Wir haben das jetzt an drei Tagen hintereinander geschafft, können morgen ein wenig durchatmen und müssen dann wieder Spannung aufbauen.“

Mannschaftsführerin Sarah Petrausch: „Ich bin sehr glücklich. Wir sind mit der Perspektive gestartet, Platz eins oder zwei in der Gruppe zu holen. Jeder hat gesagt, dass wir eine schwere Gruppe haben. Aber wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert und nun sind wir Gruppensieger. Ich hatte mir das Spiel gegen China schon anders vorgestellt: die kamen gar nicht zu Entfaltung, es gab kaum Gegenwehr – immerhin war China vor zwei Jahren Weltmeister. Ich fand auch toll, dass die Spielerinnen „von der Bank“ auf demselben Niveau weitergespielt haben und wir so effektiv geblieben sind.“

Natalia Cukseeva: „Es stimmte so ziemlich alles: wir haben gut aufgeschlagen, gut geblockt, die Block- und die Angriffssicherung stimmte und auch die Annahme. Nach dem 1. Satz hat unser Trainer darauf hingewiesen, dass wir genauso weiter spielen sollen wie wir angefangen haben. Das haben wir umgesetzt. Mit den eingewechselten Spielerinnen hat es genau so gut funktioniert.“

Sina Kostorz: „Ich bin ja erst später rein gekommen – das Spiel sah vorher von außen richtig gut aus. Wir haben mit dem Aufschlag permanent Druck gemacht, nie nachgelassen. Es lief ja fast perfekt. Ich habe mich gefreut, als ich reinkam – wer spielt nicht gerne? Da war schon so eine positive Nervösität, aber aufbauend. Als dann alles so lief wie vorher, tat es richtig gut auf dem Feld zu stehen.“

Sandra Sydlik: „Im 1. und 2. Satz waren wir im Angriff deutlich überlegen. Ich habe mich gefreut als ich rein kam und alles ziemlich gut funktionierte – die hohen und auch die schnellen Bälle. Es war schön, dass die Wechselspieler so gut aufgenommen wurden – da fühlte sich jeder gleich sicher. Sehr positiv, dass einige Spielerinnen, wie unsere Mannschaftsführerin, für die richtige Stimmung sorgen. Unser Aufschlag war wieder einmal unser starkes Element.“

Statistik zum Spiel

(Jürgen Sabarz)