Pressegespräch: „Wir wollen die Sportart Volleyball nach vorne bringen“

Pressegespräch: „Wir wollen die Sportart Volleyball nach vorne bringen“ Günter Hamel, Werner von Moltke, Jörg Ziegler und Holger Brusch standen für ein ausführliches Pressegespräch in Frankfurt zur Verfügung.

Am 5. November fand in den Räumlichkeiten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) ein Pressegespräch mit DVV-Präsident Werner von Moltke, DVV-Generalsekretär Jörg Ziegler und DVV-Sportdirektor Günter Hamel statt. Die anwesenden Medienvertreter wurden mit Informationen und Hintergründen zum Sport, Verband und Finanzen versorgt. Im Mittelpunkt dabei die herausragenden Leistungen des Jahres 2009 sowie der Ausblick auf 2010 mit dem Premium-Wettbewerb World League. Jörg Ziegler brachte es auf den Punkt: „Unser Ziel sind nicht nur Medaillen bei Olympischen Spielen, sondern auch die Sportart Volleyball in Deutschland nach vorne zu bringen. Wir wollen Events schaffen, noch mehr Zuschauer in die Hallen locken und damit Volleyball immer populärer und zu einem echten Erlebnis machen.“

Zunächst wurde ein Rückblick auf das sensationelle Jahr mit u.a. drei Weltmeistertiteln (Beach, U20 und Militär-Frauen) gemacht. Sportdirektor Günter Hamel hatte dies, wie keiner im Verband, „nicht erwartet. Wir sind für unsere harte Arbeit belohnt worden.“ Damit dies für den Bereich Halle auch zukünftig so ist, sollen die bis 2010 datierten Verträge mit den Bundestrainer Raúl Lozano (Männer) und Giovanni Guidetti (Frauen) verlängert werden: „Vertragsgespräche haben schon stattgefunden. Da beide Trainer ihre Arbeit im DVV als sehr positiv eingestuft haben, sind diese Gespräche sehr positiv verlaufen, und wir sind guter Hoffnung, dass wir die Verträge bis 2012 verlängern werden“, so Jörg Ziegler.

Denn die Ziele des DVV bleiben ehrgeizig. 2010 soll die Beach-EM in Berlin ausgerichtet werden, die Hallen-Nationalteams sollen bei der WM in Italien (Männer) bzw. Japan (Frauen) an die starken Auftritte anknüpfen, auch wenn Hamel sagt, „dass es bei der Frauen-WM aufgrund der Gegner-Konstellation ein echter Erfolg wäre, den achten Platz zu erreichen oder besser zu werden. Bei den Männern ist, wenn man die Vorrunde übersteht, aufgrund des Modus` vielleicht noch mehr drin.“

Dafür soll vor allem auch die Rückkehr in die World League mit Spielen gegen Polen, Kuba und Argentinien sorgen. Trotz der immensen Anforderungen, beispielsweise im finanziellen Bereich und im TV-Sektor, ist sich die DVV-Spitze mit Werner von Moltke einig: „Die World League ist wirklich das sportlich Bestes, was der Volleyball zu bieten hat. Besser noch als Olympische Spiele und Weltmeisterschaften, weil es bei der World League keine Quote gibt. Hier kommt man nur rein, wenn man die Gesamtqualität hat und das haben wir geschafft - dass ist schon ein tolles Gefühl. Und hier wollen wir auch etwas erreichen, 2010 wollen wir die Heimspiele bei uns zelebrieren, das ist ein Ziel, für das ich mich persönlich sehr einsetzen werde.“

Nach einer Veranstaltungsoffensive Anfang des Jahrtausends und den sensationellen Erfolgen der jüngeren Vergangenheit ist der DVV-Präsident voller Tatendrang, weitere Großereignisse auf deutschem Boden auszurichten: „Wir wollen die Frauen-EM 2013 zusammen mit der Schweiz ausrichten, da haben wir sehr gute Aussichten. In der Schweiz wird eine Vorrunde stattfinden, alle anderen Spiele in Deutschland. Zudem erwägen wir, uns für die Ausrichtung des World League-Finals 2011 zu bewerben. Und die Beach-WM und eine Männer-WM in der Halle haben wir im Blick.“

Im Blick hat der DVV und seine Vermarktungs- und Dienstleistungsgsgesellschaft Deutsche Volleyball Sport GmbH vor allem den wirtschaftlichen Bereich. Geschäftsführer Holger Brusch hatte Neuigkeiten zu vermelden: „Mit dem ehemaligen Geschäftsführer der Asics Deutschland GmbH, Dieter Bauer, konnten wir einen neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Deutschen Volleyball Sport GmbH gewinnen. Er will sich mit seiner Erfahrung und Kompetenz stark einbringen – der Fokus der DVS wird in der Zukunft noch mehr auf der Vermarktung liegen.“

Im Folgenden die ausführlichen Statements zu den verschiedenen Themenbereichen

Zum sportlichen Erfolg 2009
Günter Hamel
- „Dieses Erfolgsjahr 2009 habe ich ehrlich gesagt nicht erwartet. Wir freuen uns sehr, weil sehr viel gepasst hat, und wir auch für unsere harte Arbeit belohnt wurden. Aber dabei darf man auch nicht vergessen, dass auch 2008 nicht unerfolgreich war. Wir sind also insgesamt auf einem sehr guten Weg.
- Frauen: 2008 nach der verpassten Olympiaqualifikation musste für die Frauen-Nationalmannschaft 2009 das Ziel sein, die WM-Qualifikation zu schaffen und auch bei der EM eine gute Platzierung zu erreichen. Dies hat das Team eindrucksvoll geschafft. Und mit dem dritten Platz beim Grand Prix sowie dem vierten Platz bei der EM, und der damit verbundenen Qualifikation für den Grand Prix 2010, noch viel mehr erreicht und geleistet.
- Männer: Beim Männer-Team standen eigentlich die gleichen Ziele an wie bei den Frauen, aber dahinter standen auch ganz viele Fragezeichen. Denn mit dem Engagement eines neuen Trainers und der Umstrukturierung des Teams wusste man nicht genau, was man wirklich schaffen kann. Die Ziele wurden dennoch erreicht und ebenfalls darüber hinaus. Mit dem Gewinn der Euroliga und der World Leaue Qualifikation haben auch die Männer Enormes geleistet.
- Beach: Im Beach-Bereich haben wir schon gedacht, dass wir an der Weltspitze schnuppern und vielleicht mal dazu stoßen können. Mit dem Weltmeistertitel und den weiteren herausragenden Erfolgen von Brink/Reckermann haben wir natürlich nicht gerechnet. Diese und viele anderen großartige Ergebnisse haben somit auch unsere Erwartungen für diese Saison klar übertroffen.
- Nachwuchs: Vergessen darf man aber auch nicht unsere Juniorinnen. Sicherlich hatten wir an das Team, aufgrund vergangener Erfolge, hohe Ansprüche, aber die haben sie sogar noch mal übertroffen.“
- Um oben dabei zu sein, braucht man geeignete Trainingsbedingungen, ein gutes Saisonprogramm und vor allem gute Trainer. All dies hatten wir diese Saison. Wenn dann noch vereinzelt das Glück dazu kommt, dann können solche Erfolge zustande kommen wie in diesem Jahr. In den letzten Jahren hat uns von diesen vier Komponenten oft ein Faktor zum ‚großen Wurf’ gefehlt, in diesem Jahr war das anders und wir freuen uns sehr darüber.

Werner von Moltke
- „Wir hatten einige Veränderungen bei den Teams, und somit konnte man auch nicht erwarten, dass wir so ein erfolgreiches Jahr 2009 erreichen werden. Dies war eine große Überraschung, über die wir uns sehr freuen. Aber dieser Erfolg bringt auch eine Belastung für uns. Denn nun wird der Druck auf den Verband immer größer. Wir hatten immer gesagt, dass wir Erfolg brauchen um Sponsoren für uns zu finden. Jetzt ist der Erfolg da, und wir merken, dass dennoch alles gar nicht so leicht ist. Um aber eine erfolgreiche Langfristigkeit gewährleisten zu können, brauchen wir die Hilfe von wirtschaftlichen Partnern, die mit uns zusammen diese Zukunft erfolgreich gestalten wollen.“

Zur World League Teilnahme 2010
Von Moltke
- „Die World League ist wirklich das sportlich Bestes, was der Volleyball zu bieten hat. Besser noch als Olympische Spiele und Weltmeisterschaften, weil es bei der World League keine Quote gibt. Hier kommt man nur rein, wenn man die Gesamtqualität hat und das haben wir geschafft - dass ist schon ein tolles Gefühl. Und hier wollen wir auch etwas erreichen, 2010 wollen wir die Heimspiele bei uns zelebrieren, das ist ein Ziel, für das ich mich persönlich sehr einsetzen werde.
- Ich werde dem Hauptausschuss ganz deutlich sagen, wir müssen jetzt versuchen gemeinsam den Volleyball weiter oben zu halten. Es muss eine Solidarität durch den gesamten Verband gehen, um Hallen zu füllen und die Events zu Highlights zu machen. Und dann haben wir die große Chance, unseren Sport in Deutschland weiter nach vorne zu bringen.“

Jörg Ziegler
- „Die Anforderungen der World League sind sehr hoch, dass haben wir ja schon ansatzweise in diesem Jahr erfahren bei den beide Qualifikationsrunden. Aber diese Erfahrungen waren auch sehr wertvoll für uns, da wir nun zusammen mit den Landesverbänden, den Bundesländern und Städten versuchen werden, die World League in Deutschland zu einem tollen Event zu machen. Was das Fernsehen angeht, so haben wir die Zusage der Öffentlich-Rechtlichen, uns zu unterstützen, auch wenn sie die geforderten Live-Übertragungen nicht gewährleisten können. Hier sind wir gerade in Verhandlungen mit einigen Privatsendern. Im Bereich der Vermarktung sind wir dabei, verschiedene Pakte zu schnüren, hier bin ich auch zuversichtlich, dass wir damit Erfolge erzielen werden.
- Es ist so wie in der Wirtschaft: Wir haben ein Projekt und werden jetzt mit allen Partnern versuchen, dieses Ziel, World League, gemeinsam zu erreichen und gut umzusetzen. Das ist sicherlich nicht einfach, aber wir denken gar nicht an andere Wege als dieses Event auf einem guten Niveau durchzuführen.
- Wir sind mit den Städten Berlin, Düsseldorf, Stuttgart und Trier als Ausrichter im Gespräch.“

Günter Hamel
- „Ein Nichtantreten in der World League hätte gravierende Umstände für uns in allen Bereichen. Aus sportlicher Sicht würde das bedeuten, dass wir parallel versuchen müssten uns weiterzuentwickeln, was schwer möglich ist, wenn man nicht gegen die besten Teams der Welt spielen kann. Dazu würde eine Nichtteilnahme aber einen enormen Image-Verlust bedeuten. Aus diesen Gründen beschäftigen wir uns auch gar nicht mit diesem Fall. Wir wollen und werden in der nächsten Saison in der World League spielen.
- Die Gruppengegner Argentinien, Kuba und Polen in der World League sind höchst attraktiv. Wir haben damit wirklich eine tolle Chance, Weltklasse-Volleyball bei uns zu präsentieren. Sportlich wird das, wie bei der WM auch, sehr schwierig. Aber wir sind dennoch froh, denn solche Gegner bieten uns viele Möglichkeiten in unterschiedlichen Bereichen.“

Zu den Zielen 2010
Günter Hamel
- „Bei der Frauen-WM wäre es aufgrund der Gegner-Konstellation ein echter Erfolg, den achten Platz zu erreichen oder besser zu werden. Bei den Männern ist, wenn man die Vorrunde übersteht, aufgrund des Modus` vielleicht noch mehr drin.“

Zu den Olympischen Spielen 2012
Jörg Ziegler
- „Ziele haben immer etwas mit Realität zu tun. Wir haben Zielvereinbarungen geschaffen, die schon viele positive Wirkung gezeigt haben. Unser Ziel sind aber nicht nur Medaillen bei Olympischen Spielen, sondern auch die Sportart Volleyball in Deutschland nach vorne zu bringen. Wir wollen Events schaffen, noch mehr Zuschauer in die Hallen locken und damit Volleyball immer populärer und zu einem echten Erlebnis machen.
- Vertragsgespräche haben schon stattgefunden. Da beide Trainer ihre Arbeit im DVV als sehr positiv eingestuft haben, sind diese Gespräche sehr positiv verlaufen, und wir sind guter Hoffnung, dass wir die Verträge bis 2012 verlängern werden.“

Zu Strukturen im Verband
Werner von Moltke
- „Wir planen ein Marketing-Gremium im Verband zu installieren. Wir werden versuchen, dieses Gremium mit Experten zu füllen und mit deren Hilfe versuchen, den Verband weiter nach vorne zu bringen. Die Sicht von außen ist uns sehr wichtig. Wir wollen moderner werden und uns zukunftsweisend aufstellen, die Veränderungen in neue Partnerschaften einbinden und da versuchen, wegweisend zu arbeiten.“

Jörg Ziegler
- „Die neuen Strukturen im Verband beginnen zu greifen. Aber es liegt natürlich noch ein Weg vor uns, an dem wir jetzt beim Verbandstag auch weiter arbeiten wollen. Stichwort Schulsport, Jugend aber auch Markenbildung und –Schärfung sind einige Punkte, die wir jetzt auf der Agenda haben.

Holger Brusch
- „Mit dem ehemaligen Geschäftsführer der Asics Deutschland GmbH, Dieter Bauer, konnten wir einen neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Deutschen Volleyball Sport GmbH gewinnen. Er will sich mit seiner Erfahrung und Kompetenz stark einbringen – der Fokus der DVS wird in der Zukunft noch mehr auf der Vermarktung liegen.
- Weitere personelle Veränderungen stehen an.“

Zu möglichen Großereignissen in der Zukunft
Werner von Moltke
- „Die Beach-EM 2010 soll in Berlin stattfinden. Wir wollen die Frauen-EM 2013 zusammen mit der Schweiz ausrichten, da haben wir sehr gute Aussichten. In der Schweiz wird eine Vorrunde stattfinden, alle anderen Spiele in Deutschland. Zudem erwägen wir, uns für das World League-Finale 2011 zu bewerben. Und die Beach-WM und eine Männer-WM in der Halle haben wir im Blick.“