Männer-EM: Mission „Titelverteidiger ausschalten“

Männer-EM: Mission „Titelverteidiger ausschalten“ Volle Konzentration ist gefordert, wenn es gegen Titelverteidiger Spanien geht.

Die Mission ist klar: Titelverteidiger Spanien ist punktgleich, liegt aber aufgrund des Satzverhältnisses hinter der deutschen Mannschaft – und da soll sie auch bleiben. Dazu ist ein Sieg am 9. September (14.00 Uhr, live auf www.laola1.tv) im zweiten Spiel der Zwischenrunde in Izmir erforderlich.

Und eigentlich spricht alles für das deutsche Team: Der Aufwärtstrend in der Leistung, die am 8. September im 3:1-Sieg gegen das bis dato ungeschlagene Griechenland vorerst gipfelte. Die deutsch-spanische Bilanz der letzten Begegnungen – vor allem der wichtigen – denn im Finale der European League 2009 und bei der Olympia-Qualifikation in Düsseldorf 2008 verließ jeweils das DVV-Team nach fünf Sätzen als Sieger das Feld. Und zu guter letzt das erste Spiel der Spanier in der Zwischenrunde, als sie gegen Polen ihre beste Turnierleistung boten, Match- und Punktball im fünften Satz hatten und doch noch verloren.

Dieser psychische Knacks ist nicht zu unterschätzen, aber auch nicht überzubewerten meint Georg Groer: „Es ist immer schlecht, ein langes Spiel zu machen und am Ende zu verlieren. Aber morgen auf dem Feld werden sie nicht mehr daran denken, sondern gegen uns gewinnen wollen.“ Die Spanier können ihren Sensations-Triumph von 2007 mit einiger Sicherheit nicht mehr wiederholen, als sie von Sieg zu Sieg eilten und im Finale gar Gastgeber Russland bezwangen. Es war der erste Titel in der spanischen Volleyballgeschichte (Beach ausgeschlossen), ja, es war gar die erste Medaille in der Historie.

Die deutsche Mannschaft guckt nach eigener Aussage nicht auf Ergebnisse, sondern auf die Leistung: „Unser Ziel in der Zwischenrunde ist es, wieder zu unserer Leistung aus dem Sommer zu finden. Wenn wir das schaffen, kommt das andere von alleine“, meint Diagonalangreifer Jochen Schöps, der gegen Griechenland mit 22 Punkten abermals punktbester deutscher Akteur war.

Libero Ferdinand Tille, im bisherigen Turnierverlauf einer der konstantesten deutschen Spieler sagt: „Wenn wir so spielen wie gegen Griechenland, dann haben wir auch gegen Spanien und die Slowakei Siegchancen. Spielen wir wie gegen Polen und Frankreich, dann nicht. Momentan sind wir eine „Wundertüte“, es fehlt noch etwas die Konstanz.“ An der Annahme liegt es nicht, „die ist – ohne dass ich die Zahlen aller anderen Teams kenne – bestimmt eine der besten im Turnier“, so Bundestrainer Raúl Lozano zufrieden. Im Spiel gegen Griechenland überzeugte das deutsche Team zudem vor allem im Aufschlag (8 Asse bei 8 Fehlern) und Block (14 direkte Punkte), den Elementen, die zuletzt nicht so funktionierten wie gewünscht.

Diese Elemente sollten auch gegen „Noch-Europameister“ Spanien greifen. Vor allem gegen Flatteraufschläge zeigte sich die spanische Annahmeachse anfällig (der ehemalige Friedrichshafener Libero Alexis Valido fehlt aufgrund einer Verletzung sehr), dadurch wird das Angriffsspiel berechenbar. Hauptangreifer der impulsiven Spanier sind Guillermo Falasca und Israel Rodriguez, die auch im Aufschlag mächtig Druck machen können. Georg Grozer: „Spanien ist angriffsstark, vor allem Falasca mit seinen schnellen Bällen ist gefährlich. Es wird ein schwereres und interessantes Spiel werden.“

Ansetzungen vom 9. September (alle Spiele live auf www.laola1.tv
Gruppe E: ESP – GER (14.00) / SVK – POL (16.30) / GRE – FRA (19.00)

Gruppe F: ITA - RUS (14.00) / BUL - NED (16.30) / SRB - FIN (19.00)

Aktuelle Tabelle Pool E
1. POL – 6 Punkte – 9:4-Sätze – 3 Spiele
2. FRA – 5 Punkte – 7:5-Sätze – 3 Spiele
3. GRE – 5 Punkte – 7:5-Sätze – 3 Spiele
4. GER – 4 Punkte – 5:7-Sätze – 3 Spiele
5. ESP – 4 Punkte – 5:8-Sätze – 3 Spiele
6. SVK – 3 Punkte – 5:9-Sätze – 3 Spiele

Aktuelle Tabelle Pool F
1. BUL – 6 Punkte – 9:2-Sätze – 3 Spiele
2. RUS – 6 Punkte – 9:3-Sätze – 3 Spiele
3. NED – 5 Punkte – 8:6-Sätze – 3 Spiele
4. SRB – 4 Punkte – 6:7-Sätze – 3 Spiele
5. FIN – 3 Punkte – 2:9-Sätze – 3 Spiele
6. ITA – 3 Punkte – 2:9-Sätze – 3 Spiele

Der deutsche EM-Kader: Patrick Steuerwald, Ferdinand Tille, Eugen Bakumovski, Max Günthör, Sebastian Schwarz (alle Generali Haching), Georg Grozer, Marcus Böhme, Markus Steuerwald (alle VfB Friedrichshafen), Robert Kromm (Verona/ITA), Georg Wiebel (z.Zt. ohne Verein), Jochen Schöps (Odintsovo/RUS), Simon Tischer (Piräus/GRE), Björn Andrae (Valentia/ITA), Dirk Westphal (Taranto/ITA)

Bundestrainer Raúl Lozano
Co-Trainer: Juan Manuel Serramalera
Delegationsleiter: Tom Schwenk
Teamarzt: Dr. Dieter Heinold
Physiotherapeut: Oliver Klenk
Spielbeobachter: Nicola Vettori, Dr. Bernd Zimmermann

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