Männer-EM: DVV-Männer starten mit Sieg in 2. Runde

Männer-EM: DVV-Männer starten mit Sieg in 2. Runde Jubel beim deutschen Team über den Sieg gegen die bis dato ungeschlagenen Griechen.

Die DVV-Männer sind mit einem Sieg in die EM-Zwischenrunde in Izmir gestartet: Gegen die in der Vorrunde ungeschlagenen Griechen siegte das Team von Bundestrainer Raúl Lozano 3:1 (25-14, 33-31, 21-25, 25-21) und weist nun 1:2-Siege und 5:7-Sätze auf. Punktbeste Spieler gegen Griechenland waren Jochen Schöps (22), Sebastian Schwarz (17) und Björn Andrae (15), Dirk Westphal und Markus Steuerwald standen nicht im Kader. Am 9.9. (14.00 Uhr) gegen Spanien und am 10.9. (14.00 Uhr, jeweils live auf www.laola1.tv) gegen die Slowakei sind die weiteren Spiele in der Zwischenrunde.

Startaufstellungen
Deutschland: Patrick Steuerwald, Jochen Schöps, Björn Andrae, Sebastian Schwarz, Georg Wiebel, Max Günthör, Ferdinand Tille

Griechenland: Konstantin Christofidelis, Nikolaos Smaragdis, Mitar Tzourits, Konstantinos Prousalis, Tontor Baev Nikolaos Roumeliotis, Achilleas Papadimitriou

Lozano schickte abermals seine EM-Startformation aufs Parkett, die in der Vorrunde teils gute Leistungen gezeigt hatte, aber Konstanz über ein längeres Spiel vermissen ließ. Gegen das bisherige Überraschungsteam der EM gelang ein guter Start: Der Block um die Mittelblocker Wiebel und Günthör stand prächtig, mehrmals scheiterten die griechischen Angreifer an der deutschen „Wand“ (5-3, 12-7). Zudem fand Hauptangreifer Roumeliotis überhaupt nicht ins Spiel und wurde zurecht ausgewechselt. Das deutsche Team machte bereits per Aufschlag immensen Druck, sodass die Griechen überhaupt keinen Rhythmus fanden. Schöps beendete einen – aus deutscher Sicht - besten Sätze bei dieser EM per Angriff zum 25-14.

Die deutsche Mannschaft kam gut aus der Satzpause, und lag nach einem „Abstauber“ von Schwarz in Führung (7-5). Doch die Griechen steigerten sich und schlugen zurück, auch weil die deutsche Annahme etwas zu „wackeln“ anfing. Ein Ass von Roumeliotis sowie bessere Block- und Feldabwehr der in blau gekleideten Griechen ließ das Team in Führung gehen (10-13). Zweimal gelang den DVV-Männern nach guten Aufschlägen (Andrae, Wiebel) der Ausgleich, doch zwei Rückraum-Angriffsfehler des letztjährigen Griechenland-Profis Andrae (Athen) stoppten zunächst die Aufholjagd (16-19). Aber die deutsche Mannschaft bewahrte die Ruhe und verließ sich auf ihre Stärken am heutigen Tag: Den Aufschlag und den Block. Zudem stach der Doppelwechsel Tischer/Grozer für Steuerwald/Schöps. Zwei Satzbälle musste die DVV-Auswahl abwehren, den siebten (!) machte Günthör per Block.

Griechenland, welches in der Vorrunde durch seine emotionale Spielweise positiv überrascht hatte, schien am Boden. Die Spieler saßen in der Auszeit mit hängenden Köpfen auf der Bank. Nach dem Block von Wiebel ließ es sich aus deutscher Sicht gut an (7-5), dann gerieten Schöps & Co in eine kleine Schwächephase. Der zuvor so durchschlagskräftige Angriff fand nicht mehr den Weg ins Feld, die Griechen punkteten aus der Abwehr (10-14). Tischer und Grozer kamen aufs Feld, später noch Bakumovski und Kromm. Bis auf zwei Zähler kam die DVV-Auswahl heran (15-17), doch zu mehr reichte es nicht. Die Griechen agierten stabil aus der Annahme und hatten wieder Oberwasser nach dem Satzanschluss.

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Foto CEV: Der Block - hier mit Georg Wiebel und Patrick Steuerwald - war erfolgreicher als in den Partien zuvor.

Die deutsche Mannschaft begann Satz vier mit der Stammformation, die Griechen gaben zunächst den Ton an, weil der Angriff zunächst weiter an Durchschlagskraft vermissen ließ (4-7). Aber die Einstellung, der Wille waren auf deutscher Seite spürbar und machten sich kurze Zeit auch auf der Ergebnistafel deutlich. Angriffe von Schwarz, Schöps und Andrae sorgten für zahlreiche Punkte, zudem servierten Steuerwald und Andrae Asse (18-15). Als der gerade eingewechselte Tischer gleich bei der ersten Ballberührung per Block punktete, ballte Lozano die Fäuste und schrie ein „Bravo Simon“. Das war die Vorentscheidung, auch wenn die Griechen nochmals verkürzten (23-21). und das „Orakel Westphal“ hatte richtig gelegen, denn Dirk Westphal hatte vor der Partie ein 3:1 getippt.

„Spielfilm“
1. Satz: 2-2, 5-3 (Block Wiebel), 7-4, 9-6 (Schöps Angriff), 10-6 (Block Schwarz, Auszeit GRE), 12-7 (Block Günthör), 14-8 (Block Andrae), 15-11 (Andrae in Block), 17-11, 19-12 (Auszeit GRE), 21-12, 24-13 (Ass Wiebel),

2. Satz: 2-2, 4-2, 5-5, 7-5 (Lob Schwarz), 7-8, 9-9, 10-12 (Ass GRE), 10-13 (Auszeit GER), 12-14, 14-14 (Ass Andrae), 14-16, 16-16 (Ass Wiebel), 16-19 (Andrae 2x aus, Auszeit GER), 18-21 (Tischer für Steuerwald), 20-21 (Ass Günthör, Auszeit GRE), 21-22 (Steuerwald zurück, Grozer für Schöps), 22-23, 23-23 (Block Schwarz), 23-24, 24-24, 25-24 (Grozer Angriff, Auszeit GRE), 26-25, 26-26 (Schöps zurück), 27-26 (Schöps Angriff), 27-28 (Andrae aus), 29-28 (Ass Günthör), 30-29 (Angriff Schwarz), 31-30 (Schöps Angriff), 32-31 (Schöps Angriff), 33-31 (Block Günthör)

3. Satz: 3-1 (Ass Schöps), 4-4, 7-5 (Block Wiebel), 9-7, 9-10 (Auszeit GER), 9-11 (Schöps in Block), 10-11 (Grozer für Steuerwald), 10-12 (Tischer für Schöps), 10-14 (Auszeit GER), 12-14 (Andrae Angriff, Auszeit GRE), 14-16, 15-17 (Steuerwald/Schöps zurück), 16-19 (Bakumovski für Andrae), 17-21, 18-22 (Kromm für Schwarz), 19-23,

4. Satz: 2-2, 4-4, 4-6 (Wiebel in Block), 4-7 (Andrae in Block, Auszeit GER), 6-7 (Angriff Schwarz), 7-7 (Angriff Schöps), 8-10, 11-11, 12-11 (Andrae an Block), 12-13, 15-14, 16-14 (Netzkanten-Ass Steuerwald), 18-15 (Ass Andrae, Auszeit GRE), 20-17 (Tischer für Steuerwald), 22-17 (2x Block GER, Auszeit GRE), 23-20 (Auszeit GER), 24-21 (Schöps Angriff),

Statistik
GER: Aufschlag: 8 Asse, 8 Fehler / Block: 14 Punkte / Angriff: 45%
GRE: Aufschlag: 1 Asse, 15 Fehler / Block: 10 Punkte / Angriff: 46%

Stimmen zum Spiel
Bundestrainer Raúl Lozano: „Wir haben gegen ein sehr gut verteidigendes Griechenland gespielt. In allen Elementen haben wir gut gespielt und einen ersten Schritt gemacht. Am Netz hatten wir heute die Dominanz, das war gegen Polen nicht der Fall. Gegen Frankreich haben wir einen, gegen Polen zwei sehr gute Sätze gespielt, heute sah es positiver aus, weil wir gewonnen haben.“

Simon Tischer: „Im Prinzip lief es wie erwartet. Ich war überzeugt, dass wir gewinnen und habe auf eine Reaktion von uns gewartet. Wir sind vom Potenzial besser, auch wenn wir wieder Phasen hatten, in denen wir nicht unser Level hielten. Das hätten wir eigentlich noch klarer gestalten können.“

Patrick Steuerwald: „Es war eine Steigerung, vor allem dahingehend, dass wir wieder aggressiver waren. Das ist der Schlüssel, den wir brauchen, um unser Spiel zu machen. Wir haben aus dem Frankreich-Spiel gelernt und haben den zweiten Satz nicht hergegeben. Trotzdem hatten wir Hänger, sonst können wir das Spiel auch 3:0 gewinnen.“

Ferdinand Tille: „Die letzten Tage waren nicht so einfach, weil wir Abstimmungsprobleme hatten. Heute war es besser, auch weil wir aggressiver waren und so Bälle geholt haben, die wir vorher nicht hatten. Wenn wir so spielen wie heute, dann haben wir auch gegen Spanien und die Slowakei Siegchancen. Spielen wir wie gegen Polen und Frankreich, dann nicht. Momentan sind wir eine „Wundertüte“, es fehlt noch etwas die Konstanz.“

Nikolaos Roumeliotis (Kapitän GRE): „Deutschland hat sehr gut gespielt, vor allem im Block. Meiner Meinung nach war es von Deutschland das beste Spiel bei dieser EM. Wir waren schwach im Angriff, aber wir haben noch Möglichkeiten und konzentrieren uns auf die nächsten zwei Spiele.“

Der deutsche EM-Kader: Patrick Steuerwald, Ferdinand Tille, Eugen Bakumovski, Max Günthör, Sebastian Schwarz (alle Generali Haching), Georg Grozer, Marcus Böhme, Markus Steuerwald (alle VfB Friedrichshafen), Robert Kromm (Verona/ITA), Georg Wiebel (z.Zt. ohne Verein), Jochen Schöps (Odintsovo/RUS), Simon Tischer (Piräus/GRE), Björn Andrae (Valentia/ITA), Dirk Westphal (Taranto/ITA)

Bundestrainer Raúl Lozano
Co-Trainer: Juan Manuel Serramalera
Delegationsleiter: Tom Schwenk
Teamarzt: Dr. Dieter Heinold
Physiotherapeut: Oliver Klenk
Spielbeobachter: Nicola Vettori, Dr. Bernd Zimmermann

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