Grand Prix: Bundestrainer Guidetti: „Zwei Ziele erreicht“ - Brasilien bleibt Maß aller Dinge

Grand Prix: Bundestrainer Guidetti: „Zwei Ziele erreicht“ - Brasilien bleibt Maß aller Dinge Bundestrainer Giovanni Guidetti war mit dem knapp fünfwöchigem Aufenthalt beim Grand Prix hochzufrieden mit seinem Team und Platz drei.

Tokio – Die deutschen Volleyballerinnen können am Montag erhobenen Hauptes nach Deutschland zurückkehren: Sie haben beim World Grand Prix mit Platz drei endgültig den Schritt in die Weltspitze geschafft. Bundestrainer Giovanni Guidetti zog ein zufriedenes Fazit nach dem vierwöchigen Turnier in Rio de Janeiro, Taiwan, Südkorea und der Endrunde in Tokio: „Die ersten zwei Ziele, die in diesem Jahr für uns anstanden, haben wir erreicht – die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2010 in Japan und die Finalrunde beim Grand Prix. Jetzt müssen wir uns auf die Europameisterschaft Ende September in Polen konzentrieren.“

Der Italiener, Bundestrainer seit 2006, schätzt die Situation im internationalen Frauen-Volleyball wie folgt ein: „Brasilien ist immer noch das Maß aller Dinge, spielt in einer anderen Liga, aber dahinter kann jeder jeden schlagen. Das gilt auch für meine junge Mannschaft. Sie hat bei diesem Grand Prix so viel Qualität gezeigt, dass mir für die Zukunft nicht bange ist.“ Enttäuscht über sein Team war Guidetti eigentlich nur bei zwei Spielen: „Die Niederlage gegen Russland darf nicht sein, wenn man so gut spielt wie wir und in Führung liegt. Wir haben im Block mehr Punkte gemacht als die Russinnen, und das heißt was. Und die knappe Niederlage gegen die Niederlande tat weh, aber da war auch ein wenig Glück im Spiel.“

Der 37-jährige Volleyball-Fanatiker weiter: „Wir haben bei diesem Grand Prix nicht nur Punkte für die Weltrangliste und Preisgeld gewonnen, wir haben vor allem viel gelernt. Und die Leistung des deutschen Teams war das Gesprächsthema. Ich hatte in diesem Jahr mit dem Ziel Endrunde viel mehr Druck aufgebaut als im letzten, und die Mannschaft hat dem Druck standgehalten. Nun müssen wir noch lernen, die wichtigen Punkte zu holen, denn die entscheiden über Sieg oder Niederlage. Da fehlte uns der letzte Biss. Die jungen Spielerinnen sollen nun mehr Verantwortung in einem Spiel übernehmen, aber ich denke, die ganze Mannschaft hat viel Selbstvertrauen gewonnen. Das müssen wir nun mit zur EM nach Polen nehmen.“

In Breslau (Wroclaw/25. bis 27.9.) haben die Deutschen in Gruppe B mit der Türkei und Titelverteidiger Italien allerdings gleich zwei schwere Gegner. Weitere Favoriten sind Vize-Europameister Serbien, Weltmeister und EM-Dritter Russland sowie die Niederlande.

(Ingeborg Kollbach)