FIVB: Änderungen bei Olympia-Qualifikation Beach, Ausländerregelung und Weltliga
Der neue FIVB-Präsident Jizhong Wei (China) hat seiner Ankündigung, den Volleyball-Weltverband breiter, transparenter und demokratischer aufzustellen, erste weit reichende Taten folgen lassen. Auf den Tagungen in Lausanne wurden u.a. Änderungen im Olympia-Qualifikationsmodus Beach-Volleyball, bei der umstrittenen Ausländerregel sowie der Weltliga-Teilnahme beschlossen. Im Folgenden die wichtigsten Änderungen.
Olympia-Qualifikation Beach-Volleyball
Die mit jeweils 24 Frauen- und Männer-Teams besetzten Teilnehmerfelder bei den Olympischen Spielen werden folgendermaßen ermittelt: Die ersten 16 Teams der Weltrangliste sind qualifiziert, dazu die fünf Sieger der neu ausgetragenen kontinentalen World Cups, die beiden Erstplatzierten des neuen FIVB Beach-Volleyball World Cup (Finalturnier der Olympia-Qualifikation) sowie ein Team des Olympia-Gastgebers (falls noch nicht qualifiziert). Der FIVB World Cup findet vom 25. Juni bis 1. Juli 2012 statt – zehn Duos (zwei pro Kontinent) nehmen teil. An der Quote von maximal zwei Teams pro Nation und Geschlecht bei den Olympischen Spielen ändert sich nichts, es können also maximal vier deutsche Duos (je zwei Frauen- und Männer-Duos) in London teilnehmen.
Ausländerregelung
Die umstrittene Ausländerregelung, die der damalige FIVB-Präsident Dr. Ruben Acosta ins Rollen gebracht hatte, ist gekippt. Acosta wollte, dass maximal drei (später zwei) Ausländer gleichzeitig für einen Klub auf dem Feld stehen dürfen, die Vereine liefen Sturm. Aufgrund der Empfehlung der Rechts-Kommission verwarf die FIVB nun diese Regel, bittet die nationalen Verbände jedoch, alles daran zu setzen, möglichst viele Spieler des eigenen Landes in den Vereinen zu haben und diesen Spielpraxis zu geben. In der Bundesliga wurde diese Entscheidung sehr begrüßt: „Ich bin begeistert. Das ist die richtige Entscheidung. Da ist den Verantwortlichen ein Licht aufgegangen“, sagte Stelian Moculescu, Trainer des VfB Friedrichshafen. Und DVL-Geschäftsführer Thorsten Endres fügte in einer ersten Reaktion hinzu: „Von Seite der DVL wird es keinerlei Limitierungen geben. Ausländische Spieler machen die Liga attraktiv und sind eine gute Konkurrenz für die deutschen Spieler. Wir sind deshalb der Meinung, dass eine Beschränkung der absolut falsche Weg wäre.“
Weltliga
Es wird ein neues Punktesystem eingeführt, welches bereits in allen europäischen Ligen (außer Deutschland) existiert: für einen 3:0- oder 3:1-Sieg erhält die siegreiche Mannschaft drei Punkte, für einen 3:2-Erfolg zwei Punkte. Der Verlierer eines Fünfsatz-Spiels bekommt einen Punkt.
Von den 16 Teilnehmern der Weltliga 2009 sind die ersten 14 für die Weltliga 2010 automatisch qualifiziert. Der 15. und 16. bestreiten je ein „Promotion-Relegations“-Spiel gegen die Sieger der European League, der African League, der Asian League und des Americas Cup, die zuvor die beiden Herausforderer ermitteln. Per Los wird entschieden, wie die Zusammensetzung der finalen „Promotion-Relegations“-Spiele lautet. Die finanziellen und TV relevanten Bedingungen, um an der Weltliga teilnehmen zu können, müssen auf alle Fälle gewährleistet sein.
Grand Prix
Es besteht Einigkeit darüber, die Teilnehmerzahl am alljährlichen Grand Prix (Wettbewerb für Frauen-Nationalteams) von zwölf Teams auf 16 Mannschaften zu erhöhen. Dazu sei aber eine Leistungssteigerung der potenziellen Neulinge erforderlich.
Kontinentale Verbände
Die FIVB zahlt den kontinentalen Verbänden CEV (Europa), NORCECA (Mittel- und Nordamerika), AVC (Asien), CSV (Südamerika) und CAVB (Afrika) einen höheren Beitrag, damit diese eigenständig die Rolle der nationalen Verbände stärken. Damit einhergehend sind die kontinentalen Verbände für Transfers von Spielern innerhalb des kontinentalen Verbandes selber zuständig (vorher FIVB), die Transfergebühr wird zwischen Kontinentalverband und FIVB geteilt (vorher nur FIVB). Transfers von Spielern von einem Kontinentalverband in einen anderen sind weiter Sache der FIVB.
Sonstiges
Der umstrittene Passus, dass bei der Vermittlung von TV- oder Sponsoren-Verträgen Provisionen an das FIVB-Mitglied gezahlt werden, ist gestrichen.