Europapokal (M): VfB Friedrichshafen: Chance 50:50 – nicht besser, aber auch nicht schlechter

Europapokal (M): VfB Friedrichshafen: Chance 50:50 – nicht besser, aber auch nicht schlechter Jochen Schöps (links im Block) steuerte 22 Zähler zum 3:1-Auswärtssieg seines Teams in Maaseik bei.

Nächster Auftritt des VfB Friedrichshafen auf der internationalen Bühne: Im Achtelfinal-Hinspiel der CEV Indesit European Champions League am Mittwoch (11. Februar, 20.30 Uhr live auf www.laola1.tv) gegen den fünffachen Belgischen Meister Knack Randstad Roeselare geht es für die Häfler darum, sich eine möglichst gute Ausgangsposition für das Rückspiel zu verschaffen.

Um kurz vor zwölf Uhr nachts am Montag leuchten die Scheinwerfer vor dem Hotel de Vossenberg in Hooglede auf. Es sind die Lichter des Autos von Georg Grozer und Allan van de Loo, die die Reise zum Achtelfinal-Hinspiel in der CEV Indesit European Champions League am Mittwoch (11. Februar, 20.30 Uhr) gegen Knack Randstad Roeselare (Belgien) nicht wie der Rest des Teams per Flugzeug zurücklegen konnten. Weil bei Grozer die Nachwirkungen einer Mittelohrentzündung und bei van de Loo die einer Nasennebenhöhlenentzündung zu spüren waren, erhielten beide Flugverbot und legten die etwa 900 Kilometer lange Strecke kurzerhand im Auto zurück.

„Zum Glück spielen wir in Belgien und nicht in Russland“, scherzt van de Loo, der noch in der vergangenen Saison für Roeselares Dauerrivalen Noliko Maaseik schmetterte und sich daher in der belgischen Volleyballszene bestens auskennt. „Roeselare hat in dieser Saison eine neue Mannschaft“, so der Niederländer. „Die meisten Spieler haben noch keine großen Namen, aber sind jung, motiviert und auf keinen Fall zu unterschätzen.“

Mit Respekt blickt auch VfB-Cheftrainer Stelian Moculescu dem Achtelfinale gegen den fünffachen Belgischen Meister und sechsfachen Belgischen Pokalsieger entgegen. „Roeselare ist nicht zu unterschätzen“, sagt er. „Die Mannschaft kann zügig und gepflegt Volleyball spielen.“ Besonders der serbische Außenangreifer Milos Nikic sowie der französische Diagonalangreifer Antonin Rouzier und der brasilianische Zuspieler Guilherme haben es ihm angetan. Rouzier allerdings musste verletzungsbedingt fast die gesamte Saison passen und ist erst jetzt wieder fit. Guilherme zog sich im Januar eine schmerzhafte Daumenverletzung zu, ist aber einsatzbereit.

Viel wichtiger, als auf den Gegner zu achten, ist dem Häfler Coach, dass sich sein Team wieder auf die eigenen Stärken besinnt und mit der passenden Einstellung in die Partie geht. „Wir haben immer dann gut gespielt, wenn wir die ganz Großen vor uns hatten“, sagt Moculescu. „Wir müssen das aber auch schaffen, wenn bei unserem Gegner nicht die ganz großen Namen sind.“ Dementsprechend stellt er sein Ensemble bereits auf einen energischen Kampf ein, den es anzunehmen gelte. „Wir müssen bereit sein, die Drecksarbeit zu machen“, sagt er. „Wenn wir das schaffen, haben wir eine Chance, sonst nicht.“

Im Gegensatz zur Bundesliga steht Moculescu in der Champions League mit van de Loo eine weitere Option für die Außen-Annahme-Position zur Verfügung. Ob dieser jedoch – wie im letzten Vorrundenspiel gegen Polens Meister Belchatow – zur Startaufstellung gehören wird, lässt er noch bewusst offen. „Nicht die Aufstellung, sondern die Einstellung ist entscheidend“, betont er. Gelänge den Häflern im Schiervelde-Komplex in Roeselare ein Sieg, hätte sie eine hervorragende Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Mittwoch (18. Februar, 20 Uhr) in Friedrichshafen, in dem die endgültige Entscheidung über den Einzug ins Viertelfinale fällt. Hier würde als Gegner der Sieger des Duells Vitoria (Portugal) gegen Thessaloniki (Griechenland) warten. „Ich spüre die Euphorie, aber muss und will sie dämpfen“, sagt Moculescu. „Ich sehe unsere Chancen gegen Roeselare bei 50:50. Nicht besser, aber auch nicht schlechter.“

Der Gegner: Knack Randstad Roeselare
Schon seit vielen Jahren liefern sich in Belgien die beiden Klubs Knack Randstad Roeselare und Noliko Maaseik ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die nationalen Titel. Fünf Mal, 1989, 2000 sowie 2005, 2006 und 2007, hatte Roeselare in der Meisterschaft die Nase vorn und gewann zudem sechs Mal, 1989, 1990, 1994, 2000, 2005 und 2006, den belgischen Pokal. Zum achten Mal nimmt Roeselare in dieser Saison an der CEV Indesit European Champions League teil. Bisher gelangen den Belgiern in diesem Wettbewerb folgende Platzierungen: 2001 7. Platz, 2003 9. Platz, 2004 8. Platz, 2005 13. Platz, 2006 9. Platz, 2007 5. Platz, 2008 9. Platz. Sportlich verläuft diese Saison für Roeselare mit Höhen und Tiefen: Die Vorrunde der Champions League schloss die Mannschaft von Trainer Dominique Baeyens auf Platz zwei hinter Macerata (Italien) ab. In der Meisterschaft allerdings setzte es bereits drei Niederlagen und auch im Pokal kam im Halbfinale überraschend das Aus.

Der Modus
Im Achtelfinale der CEV Indesit European Champions League treffen die 16 besten Mannschaften der Vorrunde in Hin- und Rückspiel aufeinander. Acht Teams qualifizieren sich für die zweite Play-off-Runde, das Viertelfinale. In beiden Runden könnte in dieser Saison erstmals der sogenannte „Golden Set“ zur Anwendung kommen. Dieser wird im Anschluss an das Rückspiel ausgetragen, wenn beide Kontrahenten sieg- und satzgleich sind. Das Final Four findet am 4. und 5. April in Prag (Tschechische Republik) statt.

In der ersten Begegnung mit deutscher Beteiligung gewann Jochen Schöps mit seinem Verein Odintsovo/RUS das Auswärtsspiel bei Maaseik/BEL mit Georg Wiebel 3:1 (25-21, 20-25, 26-16, 25-23). Schöps war punktbester Akteur mit 22 Zählern, Wiebel konnte im Block überzeugen (4 Punkte), brachte jedoch nur einen Angriffspunkt zustande.

(VfB Friedrichshafen/EB)