Europapokal (F): Nadja Jenzewski: „Wir wollen kämpfen und genießen“
So richtig Zeit zum Feiern hatten die Spielerinnen der Roten Raben Vilsbiburg nach dem Sieg beim DVV-Pokalfinale am 8. März nicht. Der Grund ist aber erfreulicher Natur: Die Mannschaft des Argentiniers Guillermo Gallardo bereitete sich in dieser Woche auf das Finalturnier in Novara/ITA im europäischen CEV Cup vor, wo sie im Halbfinale auf Ekaterinenburg/RUS trifft. Im anderen Semifinale spielen Novara/ITA und Istanbul/TUR gegeneinander. Zuspielerin Nadja Jenzewski gibt im Interview einen Rückblick auf das Pokalfinale und einen Ausblick auf das Finalturnier.
Nach fünf Sätzen gegen Dresden durftet ihr den 12,3 Kilogramm schweren DVV-Pokal in die Höhe stemmen. Reichte dafür noch die Kraft?
Jenzewski: "Die musste einfach reichen! Ich hätte den Pokal am liebsten gar nicht mehr hergegeben, aber jeder aus der Mannschaft wollte und sollte ihn ja schließlich mal hochheben."
Gab es im Anschluss noch eine zünftige Feier oder seid ihr dafür zu erschöpft gewesen?
Jenzewski: "Eine richtig große Feier wird es sicherlich erst am Ende der Saison geben. Aber wir haben das Feiern auf der Heimfahrt im Bus schon mal geübt. Es kann sich sicher jeder vorstellen, wie ausgelassen die Stimmung war. Sehr schön war auch, dass wir uns mit unseren mitgereistens Fans am Rasthof Kassel zum gemeinsamen Abendessen getroffen haben. Da konnten wir uns gleich für ihre tolle Unterstützung bedanken."
Für euch gibt es kein Verschnaufen: Bundesliga, DVV-Pokalfinale und jetzt die Finalrunde im Europapokal. Ist das der Preis des Erfolges?
Jenzewski: "Der Preis ist sicherlich, dass wir weniger frei haben. Am Dienstag ging es schon wieder ins Training. So richtig Zeit, den Pokalsieg zu genießen, hatten wir also noch nicht. Aber dass wir überall noch dabei sind, ist auch der Lohn für die disziplinierte, harte Arbeit der letzten Wochen und Monate. Und es macht ja Spaß!"
Wie läuft/lief die Vorbereitung auf die Finalrunde im Europapokal?
Jenzewski: "Wir trainieren wie immer. Und Freitag früh fliegen wir nach Italien. Am Abend werden wir noch eine Einheit in der Spielhalle in Novara haben."
Im Halbfinale trefft ihr auf Ekaterinenburg. Was wisst ihr über das Team?
Jenzewski: "Die Videoanalyse des Gegners machen wir immer erst ein paar Tage vor dem Spiel. Gespannt bin ich auf die Zuspielerin Sheshenina (russische Nationalmannschaft), bisher kenne ich sie nur aus dem Fernsehen."
Vom Papier her sind die Roten Raben sicherlich Außenseiter oder siehst du das anders?
Jenzewski: "Wir haben sicherlich keinen herausragenden Star in unserem Team. Aber unser Erfolg liegt in der Geschlossenheit und der mentalen Stärke. Vielleicht unterschätzt uns ja auch der ein oder andere..."
Mit welcher Einstellung geht ihr in das Halbfinale und das Turnier?
Jenzewski: "Das Ziel, was wir uns für die internationale Ebene gesetzt haben, haben wir schon erreicht. Wir sind stolz und glücklich, im Final Four zu stehen. Wir wollen kämpfen, Spaß haben, Erfahrungen sammeln, zwei gute Spiele spielen und genießen."
Wer ist der Favorit auf den Titel in Novara?
Jenzewski: "Dafür kenne ich keine der Mannschaften gut genug. Aber vielleicht hat ja Novara einen kleinen Heimvorteil."
TV-Tipp: LAOLA1.tv, das Sport-TV im Netz, zeigt am 14./15. März die Finalrunde des CEV Cups.
Halbfinale (14.3.)
18.00: Istanbul - Novara
20.30: Vilsbiburg - Ekaterinenburg
Finals (15.3.)
15.30: Verlierer der Halbfinals
18.00: FINALE