DVV-Männer: Stefan Hübner beendet Karriere in der Auswahl

DVV-Männer: Stefan Hübner beendet Karriere in der Auswahl Das letzte Spiel im Nationaltrikot absolvierte Stefan Hübner (Nr. 9) am 18. August 2008 bei den Olympischen Spielen gegen Brasilien.

Eine große Karriere in der Männer-Nationalmannschaft geht zu Ende und bedeutet für die DVV-Männer hinsichtlich ihrer Ziele in der WM-Qualifikation in Tampere/Finnland (7.-9. August) sowie bei der EM-Endrunde in Izmir/Türkei (3.-13. September) einen schweren Rückschlag: Stefan Hübner, der vielleicht weltbeste Blockspieler, beendet seine Karriere in der Männer-Nationalmannschaft. Der 34-jährige Italien-Profi (Treviso) begründet dies damit, „dass mein Körper mir schon oft Grenzen aufgezeigt hat, die ich häufig mit sehr viel Kraft, Energie und Ausdauer überwunden habe. Doch diese Energie habe ich nicht mehr bzw. ich brauche sie für andere Bereiche in meinem Leben, die über Jahre zu kurz gekommen sind.“

Die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Peking 2008, der Höhepunkt in Hübners Karriere, war somit zugleich sein letzter Auftritt im Nationaltrikot. Der in Bielefeld geborene Ausnahme-Volleyballer vertrat insgesamt 224 Mal die deutschen Farben und erlebte zwei Europameisterschaften (1997 und 2007), eine Weltmeisterschaft (2006) und die Olympischen Spiele in Peking (2008) mit. Seine unzähligen Verletzungen, die Hübner bereits 2005 zu einem Karriere-Ende in der Halle zwangen, verhinderten weitere Teilnahmen an Groß-Events. U.a. erlitt Hübner Emüdungsbrüche in beiden Schienbeinen, es folgten Probleme an Knien und Achillessehne sowie ein Bandscheibenvorfall. Aktuell pausiert der 2,00 Meter große Model-Athlet aufgrund von Kniebeschwerden.

Bundestrainer Raúl Lozano meint zum Verlust Hübners: „Es tut mir sehr leid, dass er diese Entscheidung getroffen hat, aber ich akzeptiere sie natürlich. Für Stefan war es sicherlich nicht leicht, er ist eine Persönlichkeit, der sich so eine Entscheidung nicht leicht macht. Für mich ist es schwer, ohne Stefan Hübner auszukommen, weil er einer der besten MB der Welt ist. Es ist sehr schade, ihn nicht mehr in der Mannschaft zu haben.“

DVV-Sportdirektor Günter Hamel sagt: „Wir müssen die Gründe von Stefan respektieren und akzeptieren. Stefan war spielerisch und menschlich ein Eckpfeiler der Nationalmannschaft in den vergangenen Jahren. Der Verband ist Stefan Hübner zu Dank verpflichtet und hofft in den nächsten Jahren, ihn vielleicht an anderer Stelle im Volleyball wieder zu sehen.“ Hübner absolvierte vor kurzem einen Sonderlehrgang zur A-Trainer Ausbildung für verdiente Nationalspieler.

Der vierfache Volleyballer des Jahres wird seine Vereins-Karriere fortsetzen. Wo, ist derzeit noch offen, da ihm zahlreiche Angebote aus Italien und Russland vorliegen. Zu seiner Karriere im DVV sagt Hübner abschließend: „Ich bedanke mich bei allen, die mich über die Jahre begleitet und unterstützt und mir diese wunderbare Zeit mit all den einzigartigen Momenten ermöglicht haben. Als letzte Erinnerung werde ich die Olympischen Spiele in Peking im Kopf behalten, und ich denke, es gibt keinen schöneren Moment um aufzuhören.“

Stefan Hübner im Portrait