DVV-Männer: Nur noch ein Sieg fehlt
Deutschland ist nur noch einen Sieg vom Erreichen der Finalrunde in der European League in Portimao/Portugal (17.-19. Juli) entfernt: In Bamberg siegte die Mannschaft von Bundestrainer Raúl Lozano 3:1 (25-18, 25-19, 23-25, 25-18) gegen das von Ex-Bundestrainer Stelian Moculescu betreute Rumänien. Punktbeste Spieler waren Georg Grozer (25) und Marcus Böhme (11) bei Deutschland sowie Mihai Dumitrache (17) und Andrei Laza (15) bei Rumänien. Am 12. Juli (17.00 Uhr) folgt der zweite Vergleich gegen Rumänien – drei weitere Sätze für Deutschland, und das Teilnehmerfeld der Finalrunde ist neben Slowakei, Spanien und Portugal komplettiert.
Startformation Deutschland: Patrick Steuerwald, Georg Grozer, Eugen Bakumovski, Robert Kromm, Marcus Böhme, Georg Wiebel und Ferdinand Tille
Startformation Rumänien: Cristian Bartha, Florin Balhaceanu, Mihai Dumitrache, Andrei Laza, Marius Ciortea, Andrei Spinu, George Tanasescu
Nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten – von den ersten vier Aufschlägen waren drei fehlerhaft – stabilisierte die deutsche Mannschaft ihr Spiel und fand ihren Rhythmus: Marcus Böhme sorgte per Angriff für die erste Führung (5-4), ein Block von Georg Grozer baute diese aus (8-5). Weitere druckvolle Angriffe und Aufschläge von Böhme und Grozer sorgten für ein komfortables Punktepolster (14-8), ehe die Rumänen ihrerseits durch druckvolles Aufschlagspiel Fehler im deutschen Angriffsaufbau erzwangen (17-16). Lozano reagierte und brachte Dirk Westphal (für Bakumovski). Der Berliner fügte sich blendend ein, machte per Angriff die nächsten beiden Punkte und brachte die deutsche Mannschaft wieder in die Erfolgsspur. Die Rumänen punkteten nur noch zweimal, den Satzball versenkte Robert Kromm.
Deutschland begann mit der Startformation des ersten Satzes, und die Rumänen konnten die Partie dank eines variablen Spiels über ihren Kapitän Cristian Bartha bis zum 6-6 ausgeglichen gestalten. Dann punktete Bakumovski per Block und Angriff zweifach – der Startschuss für einen Zwischenspurt. Böhme punktete zweimal per Block, Grozer punktete im Angriff nach Belieben (14-9). Manuel Rieke und Jochen Schöps kamen per Doppelwechsel, kurz danach Markus Steuerwald, der damit 2009 seinen ersten Einsatz im Nationaldress feierte. Mit gutem Blockspiel verkürzten die Rumänen bis auf zwei Zähler (17-15), dann zog der Gastgeber im Aufschlag und Block wieder an und stellte den alten Fünf-Punkte-Vorsprung her (20-15). Grozer sorgte für weitere spektakuläre Zähler, den Schlusspunkt setzte Kromm, dessen verunglückte Annahme, direkt in das gegnerische Feld tropfte.
Westphal nahm die Position von Bakumovski ein, ansonsten blieben die Teams unverändert, nicht aber der Spielverlauf. Als Grozer erstmals vom gegnerischen Block gestoppt wurde, nahm Lozano früh eine Auszeit (1-4). Ein Kromm-Ass brachte die deutsche Mannschaft nach einem zwischenzeitlichen 2-6 auf zwei Zähler heran, aber die Rumänen hatten bei ihren Risiko-Aufschlägen eine gute Quote, sorgten für viel Druck und hielten die Führung (8-10). Grozer machte per Block den Anschlusspunkt, doch der Ausgleich oder gar die Führung sollte nicht gelingen, Rumäniens Zuspieler Bartha servierte ein Ass (13-16). Bis zu vier Punkte betrug der Rückstand, dann unterliefen der jungen rumänischen Mannschaft einige Eigenfehler, und der Ausgleich war da (18-18). Erneut kamen Rieke/Schöps aufs Feld, Schöps machte sogleich zwei Angriffspunkte und egalisierte jeweils (22-22). Eine Führung sollte jedoch nicht gelingen, denn durch einen Schnellangriff von Mihai Gheorghita gewann der Außenseiter den dritten Satz.

Foto Günter Kram: Dirk Westphal behauptet sich gegen den rumänischen Dreierblock.
Die deutsche Mannschaft steckte den Satzverlust gut weg und kam im vierten Durchgang gut aus den Startlöchern: Ein Flatteraufschlag Wiebels sowie ein Angriff Grozers sorgten für eine Drei-Punkte-Führung zur ersten technischen Auszeit (8-5). Die Führung wurde mit einer weit über 6 Meter großen Blockreihe (Böhme 2,12 m, Kromm 2,12 m, Grozer 2,03 m) ausgebaut (15-6). Doch die Rumänen zeigten trotz dieses hohen Rückstandes Moral, und Diagonalangreifer Dumitrache steuerte eine sehenswerte Aufschlagserie bei (17-13). Dann machte die DVV-Auswahl aber endgültig den Sack zu. Den finalen Punkt des Spiels machte erneut Kromm.
„Spielfilm“
1. Satz: 2-2, 5-4 (Böhme-Angriff), 7-5 (Bakumovski gegen Dreierblock), 8-5 (Grozer-Block), 10-6 (Böhme-Angriff), 12-7, 14-8 (Grozer-Aufschlag, Auszeit ROU), 14-10 (Annahme Bakumovski), 17-11 (Block Böhme), 17-14 (Grozer aus, Auszeit GER), 17-15 (Ass ROU), 17-16 (Grozer aus, Dirk Westphal für Bakumovski), 19-16 (2x Angriff Westphal), 21-16 (Grozer-Block), 23-17 (Grozer an Block), 25-18 (Kromm Angriff)
2. Satz: 3-3, 5-5, 8-6 (Bakumovski-Block und -Angriff), 10-6 (2x Böhme-Block), 11-7 (Auszeit ROU), 13-8, 14-9 (Manuel Rieke/Jochen Schöps für Steuerwald/Grozer), 15-11 (Markus Steuerwald für Kromm), 15-13 (Schöps in Block), 17-13, 19-15 (Dreierblock), 21-15 (Block Böhme), 21-16 (Patrick Steuerwald zurück), 22-17 (Grozer über Dreierblock, Kromm zurück), 24-18, 25-19
3. Satz: 1-4 (Grozer in Block, Auszeit GER), 4-6 (Ass Kromm), 6-8, 10-11 (Grozer-Block), 13-14, 13-16 (Ass ROU), 13-17 (Westphal in Block, Bakumovski für Westphal), 16-18, 17-18 (Auszeit ROU), 18-20, 20-21 (Rieke/Schöps für Steuerwald/Grozer), 22-23 (Markus Steuerwald für Kromm), 23-24 (Auszeit GER), 23-25 (Annahme Bakumovski)
4. Satz: 2-2, 4-4, 6-4 (Aufschlag Wiebel), 8-5 (Grozer-Angriff), 10-6 (Böhme-Angriff), 12-6, 15-6 (Grozer-Block), 17-10 (2x Annahme Bakumovski, Auszeit GER), 17-13 (Auszeit GER), 18-13 (Rieke/Schöps für Steuerwald/Grozer), 19-15 (Markus Steuerwald für Kromm), 21-15 (Auszeit ROU), 22-15 (Ass Wiebel), 25-18
GER: Aufschläge: 15 Fehler, 3 Asse / Block: 9 / Angriff: 59%
ROU: Aufschläge: 12 Fehler, 4 Asse / Block: 6 / Angriff: 46%

Foto Günter Kram: Markus Steuerwald (links) stand erstmals in diesem Jahr für die DVV-Männer auf dem Feld.
Stimmen zum Spiel
Raúl Lozano: „Die ersten zwei Sätze waren okay, vor allem am Netz. Im dritten Satz hatten wir vor allem in der Annahme Probleme, auch weil Rumänien stark aufgeschlagen hat. Insgesamt hatten wir keine Kontinuität im Spiel, das müssen wir verbessern. Zudem müssen wir am Komplex Aufschlag-Annahme und an den hohen Bällen aus der Abwehr arbeiten – das sind unsere Schwächen.“
Stelian Moculescu: „Das war ein verdienter Sieg für Deutschland. Wir hatten gehofft, dass wir einen Satz gewinnen. Für die Jungs ist das eine andere Welt, eine Begegnung der dritten Art. Bei uns fehlen fast alle Stammspieler, ich will und muss einfach alle potenziellen Spieler in Rumänien erst kennenlernen.“
Robert Kromm: „Das Spiel war vom Level okay. Beide Teams sind jung, man hat gesehen, wo die Mannschaften Schwächen und Stärken haben. Bei uns haben Annahme und Abwehr nicht so gut funktioniert, dafür sind wir im Angriff und Block auf einem guten Weg.“
Markus Steuerwald: „Ich in ja erst seit wenigen Tagen wieder im Training, dafür war die Leistung heute in Ordnung. Es war ja mein erstes Länderspiel in diesem Jahr und es hat sehr viel Spaß gemacht, wieder im Team zu sein. Ob ich da dann ausgerechnet gegen ,Stelu’ antrete, ist mir eigentlich egal, es war für mich aber heute nicht so schlimm, wenn er sich mal aufgeregt hat (lacht). Wie es jetzt speziell auf der Libero-Position weitergeht, ist offen. Wir haben schließlich drei Leute, die diese Position gut besetzen können. Wer jetzt bei den großen Events dabei sein wird, muss man also abwarten.“
Georg Wiebel: „Wir haben uns heute einfach zu viele Schwächephasen erlaubt, speziell in der Annahme und Abwehr. Im Angriff spielen wir eigentlich schon länger konstant gut, aber der Komplex mit unserem Abwehrverhalten ist nicht optimal. Sicherlich besteht immer die Gefahr bei einem Spiel gegen einen leichteren Gegner nicht 100% konzentriert zu sein, und das war leider heute bei uns auch phasenweise der Fall. Das müssen wir auf jeden Fall morgen besser machen.“