DVV-Frauen: Knappe Niederlage gegen RUS

DVV-Frauen: Knappe Niederlage gegen RUS Es war eine ganz enge Partie zwischen dem deutschen Team und Russland in Riesa. Am Ende verloren die DVV-Frauen gegen den Weltmeister knapp

Nach dem beeindruckenden Sieg gestern gegen Russland in Dresden, verloren die DVV-Frauen in Riesa den zweiten Vergleich gegen den Weltmeister knapp mit 2:3 (22-25, 25-18, 15-25, 25-22, 10-15). Trotz der Niederlage konnte Bundestrainer Giovanni Guidetti mit dem Spiel zufrieden sein, brachte die Partie doch viele gewinnbringende Erkenntnisse – gerade im Hinblick auf die kommende EM.


Startformation Deutschland: Kathleen Weiss, Maren Brinker, Christiane Fürst, Berit Kauffeldt, Margareta Kozuch, Heike Beier und Libera Kerstin Tzscherlich

Startformation Russland: Maria Borodakova, Anna Makarova, Maria Zhadan, Elena Murtazaeva, Ekatarina Gamova, Tatiana Kosheleva und Libera Ekatarina Kabesshova


Während das deutsche Team nur mit einer Veränderung in der ersten Sechs das Spiel in Riesa beginnt – Kauffeldt spielt für Radzuweit – hat der russische Coach Vladimir Kuzyutkin in seiner Startaufstellung kräftig durchgemischt. Nur noch zwei Spielerinnen vom dem Match gestern in Dresden dürfen heute beginnen. Das deutsche Team erwischt den besseren Start, doch bis zur ersten Technischen Auszeit (TA) hat der Weltmeister den Anschluss hergestellt. Nach der Pause sind die Russinnen voll im Spiel und können auf 3 Punkte davonziehen. Bundestrainer Giovanni Guidetti nimmt eine Auszeit und kann somit den Spielfluss des Weltmeisters stören. Das deutsche Team kann erneut die Führung übernehmen, doch die Gäste kontern. Vor allem über eine gute Arbeit im Blockspiel übernehmen die Russinnen zur zweiten TA erneut die Führung. Weil der deutsche Block hingegen nicht so viele russische Angriffe entschärfen kann zieht der Weltmeister Richtung Satzgewinn davon. Guidetti bringt jetzt Petrausch und Möllers für Weiß und Brinker. Das DVV-Team kann anschließend verkürzen, doch den Satzgewinn des Weltmeisters können die deutschen Frauen nicht mehr verhindern. Makarova, im ersten Satz mit 8 Punkten bärenstark, drischt den Ball kompromisslos zum 25-22 ins Feld.

Das deutsche Team zeigt sich aber vom dem Satzverlust unbeeindruckt. Mit dem ersten Ballwechsel des zweiten Durchgangs geben die deutschen Frauen Vollgas und schaffen damit einen Start nach Maß. Bei 5-0 für das DVV-Team zieht Vladimir Kuzyutkin mit einer Auszeit die Notbremse. Nach einer lautstarken Ansprache des russischen Coachs gelingt dem Weltmeister in der Folge eine Aufholjagd, die allerdings beim 11-11 endete. Dann schaffen es die deutschen Frauen erneut über ein variables Angriffsspiel davon zu ziehen. Zur zweiten TA führt das deutsche Team mit 5 Punkten und auch nach der Pause bleiben die DVV-Spielerinnen deutlich vorn. Wieder kommt Möllers für Weiß und die Zuspielerin von den Roten Raben führt das deutsche Team weiter zum Satzgewinn. Mit guten Zuspielen bereitet Möllers die den Satzgewinn vor um am Ende mit einem starken Aufschlag den Durchgang selbst zu beenden – 25-18.

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Foto Lutz Hentschel: Christina Fürst gehörte mit insgesamt 14 Punkten, neben Sabrina Ross mit 15 Punkten, zu den ‚erfolgreichsten’ DVV-Akteuren in der Partie. Der Ärger bei der deutschen Mittelblockerin, dass es trotz einer guten Leistung des deutschen Teams nicht zum Sieg reichte, war am Ende verständlich

Wie schon zu Mitte des zweiten Satzes wechselt Guidetti nun häufiger. So bekommen Matthes, Roß und auch Dürr als Libero mehr Spielzeiten. In der Mitte des Satzes hat der deutsche Coach seine Sechs komplett getauscht. Neben den vier U20-Weltmeisteinnen Möllers, Petrausch, Kauffeldt und Dürr agieren noch Matthes und Roß auf deutscher Seite. Guidetti gibt somit seiner etatmäßigen ersten Sechs eine Auszeit. Die ‚neuen’ deutschen Spielerinnen versuchen zwar den Satz weiter offen zu halten, haben aber schlussendlich gegen den im Angriff souverän agierenden Weltmeister am Ende keine Chance. Deutlich holen sich die Russinnen den dritten Satz mit 25-15.

Obwohl die Gäste sich eindeutig den dritten Durchgang sichern konnten, lässt Guidetti seine Sechs aus dem letzten Satz – unterstützt von Fürst – auf dem Feld. Und die DVV-Frauen machen in diesem Durchgang gegen den Weltmeister einen tollen Job. Zur ersten und zweiten TA liegt ‚Team Deutschland’ in Führung. Auch wenn der Weltmeister anschließend stärker aufspielt, hält das deutsche Team mit viel Einsatz dagegen. Dazu lenkt Möllers das deutsche Angriffsspiel sehr erfolgreich und so gelingt dem jungen deutschen Team – vor den 1750 Zuschauern in der ‚Erdgas Arena’ stürmisch angefeuert - eine klasse Satzleistung. Mit 25-22 holen sich die DVV-Spielerinnen den vierten Durchgang und erzwingen damit den Entscheidungssatz. Im Vergleich zum dritten Satz können sich die DVV-Spielerinnen in diesem Durchgang in nahezu allen Bereichen steigern und mit einem bemerkenswerten Einsatz den Satz am Ende verdient gewinnen.

In den Tiebreak starten die Gäste besser. Fast jeder Angriff läuft in der Anfangsphase über Gamova, die den Weltmeister deutlich in Führung bringt. Doch das DVV-Team zeigt seine Kämpferqualitäten und kann noch mal verkürzen. Doch erneut sorgt Gamova für einige Punke der Gäste und damit für den entscheidenden Unterschied im Satz und im Match. Auch wenn das deutsche Team den Durchgang mit 10-15 und damit das Match verliert, so hat diese Partie Guidetti bewiesen wie sehr er auf seine Spielerinnen bauen kann. Auch die sogenannten ‚Ergänzungsspielerinnen’ haben heute bewiesen, dass sie jederzeit in der Lage sind für entscheidende Momente zu sorgen – und sogar mit dem amtierenden Weltmeister mitzuhalten.

Die Entscheidung, welche 14 Spielerinnen nun schlussendlich mit zur EM fahren dürfen, fällt Guidetti bis zur morgigen Abreise nach Breslau, wo das deutsche Team die EM-Vorrunde bestreiten wird. Es dürfte nach den beiden Spielen gegen Russland für den deutschen Coach keine ruhige Nacht werden…


„Spielfilm“
1. Satz: 4-1 (Starker Aufschlag von Beier), 8-7 (Kauffeldt passt im Block auf), 8-11 (Gamova aus dem Hinterfeld erfolgreich), 11-12 (Weiß mit Blockpunkt), 15-16 (Technischer Fehler auf deutscher Seite), 18-16 (Ass von Fürst), 19-22 (Kauffeldt mit Aufsteiger erfolgreich), 22-25 (Makarova durchschlägt den deutschen Zweierblock zum Satzgewinn)

2. Satz: 4-0 (Fürst mit dem Block), 8-3 (Kozuch überwindet den Zweierblock), 12-11 (Kozuch mit Diagonalangriff erfolgreich), 16-12 (Borodakova haut den Aufschlag ins Netz), 19-14 (Ass von Kozuch), 22-17 (Beier mit dem Blockpunkt), 25-18 (Möllers mit dem Aufschlag-Winner zum Satzgewinn)

3. Satz: 4-3 (Roß die Linie lang), 5-8 (Makarova durch den deutschen Block), 8-13 (Gamova schlägt Roß im Block an), 11-16 (Roß schlägt den Service ins Aus), 12-21 (Fateeva durch den deutschen Dreierblock), 15-25 (Borodakova beendet den dritten Satz)

4. Satz: 4-2 (Roß mit dem Punkt per Diagonalangriff), 8-6 (Petrausch die Linie lang), 12-10 (Fürst blockt Gamova), 14-12 (Ass von Fürst), 16-13 (Roß schlägt den Block an), 20-17 (Fürst packt im Block zu), 25-22 (Roß macht den Satz zu)

5. Satz: 2-5 (Gamova hämmert den Ball auf den Boden), 5-7 (Roß schlägt klug den Block an), 7-12 (Roß wieder mal mit dem Punkt), 10-14 (Roß wehrt zweiten Matchball ab), 10-15 (Gamova und die Netzkante schaffen den knappen Sieg für den Weltmeister)

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Foto Lutz Hentschel: Bundestrainer Giovanni Guidetti dürfte nach den beiden guten Leistungen seines Teams gegen Russland schwer ins grübeln kommen. Wer wird schlussendlich zum EM-Kader des deutschen Teams gehören?


Stimmen zum Spiel

Bundestrainer Giovanni Guidetti: „Obwohl wir heute knapp verloren haben bin ich mit vielen Dingen zufrieden. Die ersten zwei Sätze haben wir mit der ersten Sechs sehr gut gespielt und danach gegen die Russinnen auch mit den Ergänzungsspielerinnen sehr gut mitgehalten. Wenn man überlegt, dass wir mit vier Juniorinnen gegen den Weltmeister einen Satz gewinnen konnten, ist das schon eine tolle Leistung. Ich habe jetzt eine ganz schwere Nacht vor mir, denn die Entscheidung wer schlussendlich mit zur EM fahren wird ist sehr sehr schwierig.“

Sabrina Roß: „Die ersten zwei Sätze waren sehr gut, danach hatten wir durch die vielen Wechsel einen Bruch in unserem Spiel erlebt. Aber mit dem vierten Satz haben wir unserer Linie wiedergefunden und dann mithalten können. Zusammen mit dem Publikum, das heute echt klasse war, hat es viel Spaß gemacht hier zu spielen. Ich kann sehr gut verstehen, dass unser Trainer jetzt eine sehr schwere Aufgabe vor sich hat. Wir haben so ein gutes Team, dass man nur ganz schwer sagen kann wer mit zur EM fahren sollte.“

Berit Kauffeldt: „Insgesamt können wir mit dem Spiel zufrieden sein, mit mir bin ich es heute nicht 100%ig, denn im Block hätte ich noch besser agieren können. Aber wie gesagt, ein großes Lob an unser Team und die Zuschauer heute, denn gemeinsam hatten wir Russland heute wieder am Rand der Niederlage. Gerade die Akteure hinter der ersten Sechs haben heute bewiesen was sie können. Mit Giovanni möchte ich heute nicht tauschen, die Entscheidung wer von uns mit nach Polen fahren darf ist echt schwer.“


Statistik
GER: Aufschlag (10 Fehler und 10 Asse), Block (10 Punkte), Angriffsquote (36 %)
RUS: Aufschlag (7 Fehler und 6 Asse), Block (14 Punkte), Angriffsquote (40 %)


Der deutsche Kader gegen Russland in Riesa: Lisa Thomsen, Denise Hanke (Schweriner SC), Anne Matthes (Forli/ITA), Sabrina Roß (Allianz Volley Stuttgart), Maren Brinker (USC Münster), Margareta Kozuch (Novara/ITA), Heike Beier (Piacenza/ITA), Kathleen Weiß (z.Zt. ohne Verein), Christiane Fürst (Bergamo/ITA), Lenka Dürr, Sarah Petrausch, Lena Möllers (Rote Raben Vilsbiburg), Kathy Radzuweit (VT Aurubis Hamburg)