DVV-Frauen: Besondere Nachbarschaftsduelle
Wenn die deutsche Frauen-Nationalmannschaft auf den Nachbarn aus den Niederlanden trifft, ist dies eigentlich nie ein ‚normales’ Spiel. Sicherlich möchte sowohl das deutsche als auch das niederländische Team das Feld immer gerne als Gewinner verlassen, aber gerade in diesem ‚Nachbarschaftsduell’ legen beides Team traditionell viel Wert darauf siegreich zu sein. Dabei ist es auch völlig egal, ob man in einem bedeutenden Turnier aufeinandertrifft oder ‚nur’ ein Testspiel gegeneinander absolviert.
Am kommenden Wochenende kommt es also wieder zu diesem besonderen Duell zwischen dem DVV-Team und den ‚Oranjes’. Dreimal empfangen hierbei die deutschen Frauen die Gäste zu Spielen in Nordrheinwestfalen. Die Auftaktpartie erfolgt am Freitag in Münster (19:30 Uhr, Sporthalle Berg Fidel), es folgt das Spiel am Samstag in Bottrop (20:00 Uhr, Dieter-Renz-Halle) und das letzte Match am Sonntag in Paderborn (18:00 Uhr, Sportzentrum am Maspernplatz).
Aus mehreren Gründen dürften die drei ‚Nachbarschaftsduelle’ mit besonderer Spannung erwartet werden. Bereits dreimal standen sich beide Teams bei wichtigen Turnieren in diesem Jahr gegenüber – mit unterschiedlichem Ausgang. Beim Grand Prix konnten sich die Niederländerinnen einmal in der Vorrunde (mit 3:1) und einmal in der Finalrunde (mit 3:2) durchsetzen. Am Ende lagen die Oranjes aber nur auf dem vierten Platz während das deutsche Team sich über den Gewinn der Bronzemedaille freuen konnte. Vorher hatten die DVV-Frauen ebenfalls gegen die Niederländerinnen einen Erfolg verbuchen können. Bei der WM-Qualifikation in Almere konnte das deutsche Team den Gastgeber mit 3:0 besiegen und damit das Turnier gewinnen. Aus Sicht der Niederländerinnen dürfte also noch eine Rechnung offen sein, allerdings sind für das deutsche Team Niederlagen vor heimischen Publikum generell ‚keine Option’. Da beide Teams auch vom Leistungslevel ähnlich hoch einzuschätzen sind, können sich die Zuschauer also auf spannende Partien freuen.
Aber auch aus einem anderen Grund dürften die Partien des deutschen Teams gegen die Niederlande sicherlich besonders werden. Im Hinblick auf die anstehende Europameisterschaft in Polen (vom 25. September bis 4. Oktober) muss Bundestrainer Giovanni Guidetti noch den Kader für dieses wichtige Turnier zusammenstellen. 17 Spielerinnen hat der deutsche Trainer für die Vorbereitung eingeladen, 14 Akteure dürfen mit zur EM. Das bedeutet, dass im deutschen Team nicht nur in den zahlreichen Trainingseinheiten, sondern auch in den anstehenden Partien viel getestet wird. „Ich werde wohl alle Spielerinnen einsetzten um zu sehen, wer gegen die starken Niederländerinnen eine gute Leistung zeigt. Sicherlich sind einige Spielerinnen für die EM schon gesetzt, aber auf der anderen Seite hat jede Spielerin noch die Chance zu unserem EM-Kader zu gehören“, blickt Guidetti in die nahe Zukunft. Doch auch wenn noch nicht feststeht, mit welchen Spielerinnen der deutsche Trainer nach Polen reisen wird, so ist Guidetti für die EM optimistisch: „Wir haben bei der EM eine schwere Vorrundengruppe, aber wenn wir uns da bewähren, dann können wir noch weit kommen. Mein Team hat in diesem Jahr schon gezeigt was es kann und mit dieser Leistung können wir auch bei der EM wieder für positive Schlagzeilen sorgen.“
Der deutsche Kader gegen die Niederlande: Denise Hanke, Berit Kauffeldt, Lisa Thomsen (Schweriner SC), Kerstin Tzscherlich (Dresdner SC), Anne Matthes (Forli/ITA)), Sabrina Roß (Allianz Volley Stuttgart), Maren Brinker (USC Münster), Nadja Schaus (1. VC Wiesbaden), Corina Ssuschke (Prostejov/CZE), Margareta Kozuch (Novara/ITA), Heike Beier (Piacenza/ITA), Kathleen Weiß (z.Zt. ohne Verein), Christiane Fürst (Bergamo/ITA), Lenka Dürr, Sarah Petrausch, Lena Möllers (Rote Raben Vilsbiburg), Kathy Radzuweit (VT Aurubis Hamburg)