Bundesliga (F): Stuttgarter Glaube sorgt für den Erfolg

Bundesliga (F): Stuttgarter Glaube sorgt für den Erfolg

Allianz Volley Stuttgart an der Tabellenspitze – zumindest bis Mittwochabend durften sich die Schwaben an diesem Bild erfreuen. „Doch warten wir mal ab, was am Mittwoch in Dresden passiert”, sagte Stuttgarts Trainer Jan Lindenmair (30) und sollte Recht behalten (siehe auch untenstehendes Interview). Denn dann hatte der Dresdner SC sein Spiel in eigener Halle gegen VT Aurubis Hamburg mit 3:1 (25:13, 25:22, 18:25, 25:20) gewonnen und dank des besseren Satzverhältnisses Stuttgart wieder vom Platz an der Sonne verdrängt.

Am dritten Spieltag kann aber wieder alles ganz anders werden. Dresden gastiert am Samstag beim Allgäu Team Sonthofen (Spielbeginn 19 Uhr), während Stuttgart Heimrecht genießt gegen den Köpenicker SC Berlin (ab 19.30 Uhr). Am gleichen Tag wollen auch die Roten Raben Vilsbiburg nach zwei Niederlagen (2:3 in Münster, 1:3 daheim gegen Stuttgart) die Wende zum Guten einleiten, sind aber auswärts beim SC Potsdam gefordert (ab 19 Uhr).

Tags darauf stehen drei Partien auf dem Spielplan. Der Tabellendritte USC Münster hat den VfB Suhl zu Gast (ab 14.30 Uhr). VT Aurubis Sinsheim erwartet den Aufsteiger SV Sinsheim (ab 15 Uhr) und der SV Lohhof trifft auf den 1. VC Wiesbaden (ab 17 Uhr).

Herr Lindenmair, haben Sie sich das Tabellenbild vom Sonntagabend mit ihrem Team auf Platz eins schon eingerahmt und aufgehängt?
Nein, aber als Hintergrundbild auf meinem Handy installiert.

Das hätten Sie auch nicht gedacht, dass sie nach zwei Runden an der Spitze stehen, zumindest bis auch Dresden sein zweites Spiel hinter sich gebracht hat?
Das war nicht zu erwarten. Natürlich haben wir versucht, die ersten beiden Spiele zu hundert Prozent anzugehen, um sie zu gewinnen. Aber dass uns das auch in Vilsbiburg gelingt, wo seit April letzten Jahres keiner mehr gewinnen konnte, das war, ehrlich gesagt, nicht fest einkalkuliert.

Vorangegangen war am ersten Spieltag der Heimsieg mit 3:1 gegen Wiesbaden, was eher zu erwarten war, oder?
Da war zumindest die Chance auf einen Sieg höher als in Vilsbiburg. Aber es hätte auch passieren können, dass wir mit 0:4 Punkten in die Saison starten. Dann hätte sich natürlich keiner gefreut, es wäre aber auch kein Beinbruch gewesen.

Gibt es eine Erklärung für den guten Start?
Wir trainieren gut und hart und viel. Aber das für mich Beeindruckendste ist, dass wir mit Mannschaft und Trainerstab ein Team geformt haben, das einfach nie aufgeben will. Wir glauben immer, egal wie es auch steht, dass wir noch gewinnen können. So war es auch in Vilsbiburg, als wir schon aussichtslos hinten lagen. Den ersten Satz gewonnen, den zweiten verloren und im dritten führt Vilsbiburg schon mit 13:8 und hat die Oberhand gewonnen. Aber wir glauben weiter an den Sieg und holen uns den Satz mit 25:18. Mit der Euphorie danach gewinnen wir auch das Spiel. Auch gegen Wiesbaden ging der erste Satz weg, aber das hat niemanden eingeschüchtert.

Gehört der ehemalige Frauen-Bundestrainer Siegfried Köhler noch zum Trainerstab?
Nein, das war in der letzten Saison ein kurzes Intermezzo, das uns in einer kritischen Phase aber sehr, sehr geholfen hat.

Auch im Team gab es Neuerungen. So wurden mit Atika Bouagaa und der Brasilianerin Sabrina Duarte Almeida international erfahrene Spielerinnen verpflichtet.
Die auch gut integriert sind, die aber nicht allein für die gute Entwicklung verantwortlich zeichnen. Unsere punktbeste Spielerin war bei beiden Siegen Tatjana Zautys mit jeweils mehr als 20 Punkten. Wichtig ist auch die Tschechin Sarka Barbakova, die die wegen eines Bandscheibenvorfalls ausgefallene Sabrina Roß ersetzt, und die bislang 70 Prozent ihrer Angriffsbälle verwandelt hat.

Kurzzeitig war auch die Rückkehr von Karla Borger ein Thema in Stuttgart.
Das Thema kursierte eher in den Medien, als bei uns. Karla will ihren Weg machen als Profi im Beachvolleyball. Sie spielt inzwischen aushilfsweise beim Regionalligisten TuS Villingen. Aber wir sind weiter in gutem Kontakt.

Jetzt geht es zuhause gegen Köpenick. Was darf man in diesem Spiel von Stuttgart erwarten?
Das ist das schwierigste Spiel von den ersten Drei, weil natürlich jetzt jeder einen Sieg von uns sehen will. Aber Köpenick hat einen neuen Trainer, hat zwei tolle Außenangreiferinnen und deshalb ist es eine schwierige Aufgabe. Nach der Euphorie gegen Vilsbiburg war erst mal Entspannung angesagt und nun müssen wir mental wieder hochfahren, um auch gegen Köpenick bestehen zu können. Natürlich wünsche ich mir einen Sieg. Aber zu gewinnen ist keine Selbstverständlichkeit.

(DVL)