Bundesliga (F): Schwerin feiert Titel Nummer 27

Bundesliga (F): Schwerin feiert Titel Nummer 27 Linda Dörendahl auf dem Sprung zum DM-Titel.

„Ist das nicht verrückt?” Sylvia Roll, Angreiferin des Schweriner SC, konnte ihr Glück kaum fassen. Blumen in der einen Hand, die Goldmedaille um den Hals, eine Urkunde in der anderen Hand, stand sie lachend vor den Mikrofonen der TV-Reporter und versuchte die richtigen Worte zu finden. Wenige Minuten zuvor hatte der Schweriner SC die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Mit einem 3:0 (25:21, 25:13, 25:14) gegen Allianz Volley Stuttgart wurde das Punktekonto auf 44:8 hochgeschraubt und so der Ansturm der Verfolger aus Vilsbiburg (42:10) und Dresden (40:12) abgewehrt. Pokalsieger Vilsbiburg hatte seine Aufgabe gegen den USC Münster mit einem 3:0 (25:11, 25:13, 25:22) auch eindrucksvoll gelöst und den Sieg schon unter Dach und Fach, als in Schwerin noch der dritte Satz lief. Dresden leistete sich zum Abschluss der Saison ein 1:3 (25:20, 22:25, 23:25, 22:25) gegen das Allgäu Team Sonthofen, konnte aber von Platz drei nicht mehr verdrängt worden.

Doch das wurde im allgemeinen Meisterschaftstrubel in der Schweriner Volleyballhalle am Lambrechtsgrund nicht wahrgenommen. Dort hatten sich die Spielerinnen nur im ersten Satz nervös gezeigt, ab Durchgang Nummer zwei lief es dann rund. Auch Dank einer „Rolli”, wie sie das Urgestein des Schweriner Volleyballs nennen. Auf 27 Titel verweisen sie dort mit Stolz, davon zehn nach der Wende: sieben Meistertitel und drei Pokalsiege. „Dieser Erfolg kommt fast ein bisschen zu früh”, sagte Trainer Edwin Benne. Der Niederländer, 1992 als Spieler Gewinner der olympischen Silbermedaille in Barcelona, hatte erst zu Saisonbeginn das Team übernommen. „Ich habe eine tolle Mannschaft vorgefunden.” Die eine Mischung aus Routine und jugendlichem Erfolgshunger darstellt. Sylvia Roll (34), Patricia Thormann (29) und Maja Pachale (29) stehen für Erfahrung, von denen Berit Kauffeldt (18), Denise Hanke (19), Lousiane Souza (24) und Linda Dörendahl (24) profitieren. Für Schwerins Manager Michael Evers, der zugleich Vorsitzender der Deutschen Volleyball-Liga ist, war es natürlich eine besondere Freude, vor heimischer Kulisse seiner eigenen Mannschaft die Meisterschale überreichen zu dürfen: „Wir sind stolz auf diese Truppe.” Nach der Feier in der Halle wird der neue Meister am Sonntagnachmittag mit einem Sonderbus eine Ehrenrunde durch die Stadt drehen, die in diesem Jahr auch Gastgeber der Bundesgartenschau ist.

Die Saison ist damit beendet und die Liga nimmt ihren Spielbetrieb Mitte Oktober wieder auf. Absteigen müssen die Fighting Kangaroos Chemnitz. Die ersten drei, also Schwerin, Vilsbiburg und Dresden, dürfen in der kommenden Spielzeit im Challenge Cup des Europäischen Verbandes starten.

(DVL)