Bundesliga (F): Der neue SV Lohhof wartet auf die ersten Punkte

Bundesliga (F): Der neue SV Lohhof wartet auf die ersten Punkte Zuspielerin Malgorzata Göschl und ihre Mitspielerinnen wollen gegen gegen Pokalsieger Vilsbiburg für eine Überraschung sorgen.

Kenner der Volleyball-Szene schnalzen noch heute mit der Zunge, wenn sie an den SV Lohhof denken. Das Team aus Unterschleißheim steht für den Aufschwung des deutschen Frauen-Volleyballs Anfang der achtziger Jahre und für jeweils vier Meisterschaften und Pokalsiege. Der SV Lohhof im Jahre 2009 bietet hingegen ein gänzlich anderes Bild: Aufsteiger in die 1. Liga, gestartet mit drei Niederlagen und derzeit Schlusslicht der Liga. Doch davon lassen sich die neuen Macher nicht beirren: „Wir wollen unseren eigenen Weg finden”, sagt im untenstehenden Interview Trainer Benedikt Frank, der mit 29 Jahren der jüngste Coach der Liga ist.

Am kommenden Wochenende stehen die Lohhoferinnen vor der hohen Hürde, beim Pokalsieger Rote Raben Vilsbiburg antreten zu müssen. Gespielt wird am Sonntag ab 16 Uhr. Eröffnet wird der vierte Spieltag mit drei Begegnungen am Samstag. Der Deutsche Meister Schweriner SC empfängt um 18 Uhr den USC Münster. In Berlin steigt das Duell zwischen dem Köpenicker SC und dem SC Potsdam (ab 19 Uhr). Um 19.30 Uhr beginnt die Partie zwischen dem Dritten VfB Suhl und dem Vierten Allianz Volley Stuttgart. Neben Schwerin und dem spielfreien Dresdner SC gehören Suhl und Stuttgart zum Kreis der noch ungeschlagenen Teams. Sonntag geht es weiter mit der Begegnung SV Sinsheim gegen das Allgäu Team Sonthofen (ab 15 Uhr). Ab 17 Uhr stehen sich in Wiesbaden der 1. VCW und VT Aurubis Hamburg gegenüber.

Benedikt Frank (SV Lohhof): „Wir stellen eine neue Generation dar”

Wie sehen nach den ersten drei Spieltagen Ihre Erfahrungen aus?
Ich würde sagen, dass wir jetzt endlich angekommen sind im Oberhaus. Im ersten Match gegen Dresden wurden uns schnell die Grenzen aufgezeigt. Sinsheim danach war ein Gegner, den wir aus der 2. Liga kannten. Damals haben wir auswärts gewonnen und daheim verloren, immer in vier Sätzen und jetzt wieder auswärts gepatzt. Also haben wir bis zum Spiel gegen Wiesbaden noch nicht so recht gewusst, was 1. Liga für uns heißt.

Gegen Sinsheim und Wiesbaden gab es zwei Fünf-Satz-Niederlagen. Woran fehlt es denn noch, um solche Spiele auch gewinnen zu können?
Es ist zwar eine Steigerung von Spiel zu Spiel erkennbar, auch wenn es uns Wiesbaden in den ersten beiden Sätzen leicht gemacht hat. Was fehlt ist, dass wir in knappen Situationen die Nerven bewahren müssen. Ich habe keine Spielerin, die absolute Erfahrung auf Erstliga-Niveau hat. Für alle ist es mehr oder weniger Neuland.

Spielerinnen wie Natalia Chukseeva (früher Hamburg), Christin Hölzel (früher Chemnitz) oder Ann-Christin Quade, zuvor in Leverkusen, haben aber schon ein paar Bundesliga-Einsätze auf dem Konto.
Aber was nützt mir das, wenn man weiß, dass Natalia erst 19 und Ann-Christin erst 17 Jahre alt sind. Die können noch nicht so viel Erfahrung gesammelt haben. Ich kann nicht von ihnen erwarten, dass sie schon jetzt die Spiele herumreißen. Sie sind auch schon sehr mutig, machen aber noch einige leichtsinnige Fehler.

Nächste Station ist das Bayernderby am Sonntag bei den Roten Raben Vilsbiburg. Der Pokalsieger hat sich am letzten Spieltag mit einem 3:0 auswärts in Potsdam die ersten Punkte erspielt. Zum falschen Zeitpunkt für Lohhof?
Vilsbiburg ist auf dem Weg der Besserung und wir haben da absolut nichts zu melden. Aber andere Mannschaften haben den Raben auch schon das Leben schwer gemacht und wir wollen keineswegs so untergehen wie Potsdam, das es offenbar heftig erwischt hat mit nur 41 Ballpunkten in drei Sätzen.

Lohhof war immer mit klangvollen Namen verbunden, wie Terry Place-Brandel, Gudrun Witte, heute Burschik. Spricht man im Verein noch über die alten Zeiten?
Nein, aber einige von damals mischen noch mit. Terry und Gudrun spielen bei den Seniorinnen. Gudrun ist außerdem Co-Trainerin bei uns und mit ihren Erfahrungen sehr wertvoll. Der Nimbus Lohhof wirkt eher auf die Gegner, die uns mit dem Team von einst verbinden. Wir können uns aber damit nicht identifizieren, weil wir eine ganz neue Generation darstellen. Wir erarbeiten uns ein komplett neues Bild und einen neuen SV Lohhof. Beispielsweise durch ausgezeichnete Jugendarbeit und eine junge Mannschaft, die hoffentlich bald die ersten Punkte in der Liga einfährt, die sie sich längst verdient hat.

(DVL)