Zurich Team VC Olympia Berlin (F): Mit Talenten auf richtigem Weg
Bundesstützpunkt-Leiter Götz Moser vom Zurich Team VCO Berlin war nach dem Doppelspieltag in der Volleyball-Bundesliga am Samstag in der heimischen Saefkow-Halle zufrieden. Trotz der Niederlagen der Juniorinnen gegen den Schweriner SC (1:3) und der Junioren gegen Generali Haching (0:3) sah der Talenteprojekt-Gründer sich bestätigt: „Die Jungen hätten mit mehr Cleverness gegen das Spitzenteam der Männerliga ein oder zwei Sätze gewinnen können. Und ich bin sicher, dass das gegen schwächere Gegner auch kommen wird. Und die Mädchen haben sich gegen Schwerin ihre Fortschritte demonstriert und sich ausgesprochen gut verkauft. Außerdem waren bei Haching und Schwerin etliche Akteure, die bei uns ausgebildet wurden. Wir sind bei der Talenteförderung auf dem richtigen Weg.“
Schwerin in Schwierigkeiten
Ein Hauch von einer sich anbahnenden Sensation war in der ersten Partie des Abends spürbar: Die 17/18-Jährigen vom Zurich Team VCO Berlin begannen gegen Schwerin so selbstbewusst, als ob es kurz zuvor ein deklassierendes 0:3 in Dippoldiswalde nie gegeben hätte. Der Lohn für gute Aufgaben, variable Angriffe und aufmerksame Blocks war ein überraschender 25:21-Satzgewinn. Was die Unsicherheit beim hochfavorisierten Gegner nur verstärkte. Schwerin führte zwar im zweiten Durchgang 11:8, geriet dann aber 14:17 in Rückstand. Dank seiner brasilianerischen Außenangreiferin de Souza und deren Aufschlagserie machte der Gast daraus ein 18:17. Vielleicht der Knackpunkt des Spiels. „Ich denke, dass Schwerin einen 2:0-Satzvorteil des VCO nicht mehr umgebogen hätte“, meinte Jens Tietböhl. Nach mehr als einem Jahrzehnt bei den VCO-Mädchen hat er den Staffelstab als Trainer an den Holländer Han Abbing übergeben und ist nun beim VCO Dresden tätig.
Schwerin glich mit 25:21 zum 1:1 aus und entschied die folgenden Durchgänge 25:22 und 25:21 für sich. „Die insgesamt stärkere Mannschaft hat gewonnen“, anerkannte Han Abbing, „aber unsere Mädchen haben sehr gut gespielt und sich gegenüber Dippoldiswalde enorm gesteigert. Dass zwischendurch ein paar Chancen ungenutzt blieben, muss man als Lernmoment sehen.“
Sein Landsmann Edwin Benne als neuer Bankchef in Schwerin wertete das Ergebnis als „Minimal-Erfolg“, war aber mit dem Gezeigten seiner Schützlinge unzufrieden: „Mir hat durchweg die Souveränität gefehlt. Da sind eine Menge Fehler in den Basiselementen bis hin zu taktischen Unzulänglichkeiten. Die VCO-Mädchen haben über weite Strecken ihr Potenzial unterstrichen.“ SSC-Kapitän Julia Retzlaff, einst beim VCO, gestand: „Wir haben heute nie richtig unser Spiel gefunden, sind schlecht gestartet, haben aber gekämpft und von der Unerfahrenheit des Gegners profitiert.“
Berlins Spielführerin Sarah Petrausch meinte: „Ich vermute, Schwerin war anfangs unkonzentriert und dann überrascht von unserem starken Spiel.“
(epo.)