Olympische Spiele Peking (Beach): Klemperer/Koreng werden Fünfte
Die olympischen Medaillen in Peking werden ohne deutsche Beteiligung vergeben: David Klemperer/Eric Koreng schieden nach ihrem 0:2 (13-21, 23-25) gegen die US-Weltmeister Rogers/Dalhausser als letztes DVV-Duo aus und belegten den starken fünften Platz. Zu noch mehr reichte es nicht, weil Klemperer/Koreng im zweiten Satz beim Stand von 20-18 zwei Satzbälle vergaben.
Grün ist die Hoffnung und deswegen treten Klemperer/Koreng im knalligen grün an. Der Start in das Viertelfinale misslingt jedoch. Der Respekt der beiden Deutschen vor dem weltmeisterlichen Block von Dalhausser ist spürbar, „the thin beast“ ist zu Beginn an nahezu jedem Angriffsschlag dran. Das deutsche Duo versucht es zunächst über Dalhausser, aber der 2,06 Meter große Amerikaner zeigt sich kompromisslos im Angriff (3-7). Nach einem Angriffsfehler von Koreng heißt es bereits 4-10. Der deutsche Blockspieler ist zunehmend das Ziel der beiden Weltmeister, per Shot verkürzt er auf 7-12. Mit 8-13 geht es in die technische Auszeit. Als Koreng seinen harten Angriff um wenige Zentimeter zu weit platziert, steht es 10-17 – spätestens jetzt ist die Vorentscheidung im ersten Satz gefallen, der deutlich verloren geht (13-21).
Der klare Satzverlust schockt das DVV-Team nicht, Klemperer hat gute Aktionen in der Abwehr gegen Rogers und versenkt die anschließenden Punktbälle (6-2). Während im ersten Satz überwiegend Dahlhausser das Aufschlagziel der beiden Deutschen war, bekommt nun Rogers jeden Aufschlag. Ein Block Dalhaussers gegen Koreng sowie ein Angriffsfehler des deutschen Blockspielers führt zum Anschluss (7-8), ein nicht geahndetes Übergreifen des 2,06 Meter großen Dalhaussers gegen Klemperer wird vom Schiedsgericht nicht geahndet. Heftige Proteste von Klemperer und Koreng bringen nichts, im Gegenteil: erst die gelbe, dann die rote Karte (8-9). Dann fasst „the thin beast“ Dalhausser erneut am Netz zu – der Angriff Korengs prallt von dessen Armen zurück (11-13). Koreng kontert jedoch prompt, fasst zweimal gegen Rogers am Netz zu und holt die Führung zurück (14-13). Der Minimalvorsprung hält, weil Dalhausser seinen Aufschlag zu weit setzt, dann erhöht Klemperer nach starker Abwehr per schwierigem Shot auf die Linie – Auszeit USA (17-15). Auch der nächste Zähler geht an das DVV-Duo, Rogers setzt seinen Angriff auf die Netzkante, von wo er ins aus tropft (18-15). Der Konter der Amerikaner lässt nicht lange auf sich warten, Klemperer sichert zwar einen Angriff von Koreng, doch sein anschließender Rainbow-Shot landet um Zentimeter im aus. Dann sogar Ausgleich, weil der Ball nach Korengs Angriff auf der Netzkante tanzt und dann ins aus fliegt (18-18). Die Negativserie wird von Koreng gestoppt, der den Block von Dalhausser anschlägt (19-18), anschließend gar Satzbälle Deutschland, der Lineshot von Rogers verfehlt die Seitenlinie. Den ersten wehren die Amerikaner ab, beim zweiten verfehlt Klemperer die Linie um Millimeter, der Schiedsrichter muss vom Stuhl, um die Markierung zu überprüfen (20-20). Dalhausser macht gar den dritten Punkt in Serie, Matchball USA und Auszeit Klemperer/Koreng (20-21). Koreng wehrt per hartem Diagonalangriff ab, Rogers holt den zweiten Matchball für sein Team (21-22). Erneut pariert Koreng, der den Block seines Gegenüber anschlägt. Aber „Fuchs“ Rogers punktet diesmal per Line Shot und bringt seinem Team Matchball Nummer drei (22-23). Abermals ist es Koreng, der abwehren kann, dieses Mal hart die Linie herunter. Rogers bleibt aus der Annahme eiskalt – Matchball Nummer vier. Und dieses Mal gibt es kein Vorbeikommen am „Monsterblock“. Der Ball von Koreng prallt nahezu senkrecht dem deutschen Angreifer wieder vor die Füße (23-25). Shakehands nach der Partie, dann danken Klemperer/Koreng den vielen (deutschen) Zuschauern. Platz fünf bei der Olympia-Premiere – eine starke Leistung.

Foto FIVB: Jubel bei David Klemperer über den hervorragenden fünften Platz bei seiner Olympia-Premiere.
Stimme zum Spiel
Gerald Maronde (Trainer): „Natürlich ist man erstmal enttäuscht, aber insgesamt ist der fünfte Platz eine sehr gute Leistung. Auch wenn man bedenkt, wie sich die Beiden im Turnierverlauf gesteigert hat. Wir haben alles probiert und haben im zweiten Satz sehr gut gespielt. Wir können mit erhobenem Haupt Peking verlassen. Wir konnten die Amerikaner leider mit unseren Aufschlägen nicht so unter Druck setzen wie uns das bei den Chinesen gelungen war. Dalhausser war um mindestens 20 Prozent besser im Angriff als zuvor, im Block hat er meiner Einschätzung nach auch an Höhe im Vergleich zu den vorherigen Partien zugelegt. Ein Tick hat die Konstanz und das Glück gefehlt, der Satzball von David hat die Linie um ein paar Zentimeter verpasst.“