Olympische Spiele Peking (Beach): Auch Pohl/Rau scheitern im Achtelfinale
Ab sofort findet das olympische Beach-Volleyball Turnier der Frauen ohne deutsche Beteiligung statt. Nach Sara Goller/Laura Ludwig verpassten auch Stephanie Pohl/Okka Rau das Viertelfinale, sie unterlagen den an drei gesetzten Brasilianerinnen Larissa/Ana Paula 0:2 (18-21, 14-21). Mit Platz neun erfüllten die beiden DVV-Duos das Minimalziel, mehr aber auch nicht.
Das deutsche Duo wirkt bei der Vorstellung des Stadionsprechers hoch konzentriert, beim Einlaufen auf den Platz strahlen beide Spielerinnen und winken den zahlreichen deutschen Fans zu. Der Start gelingt: Pohl pokt zur Führung, Rau serviert ein Ass mit Hilfe der Netzkante, anschließend gelingt nach guter Block- und Feldabwehr der dritte Zähler in Serie (3-0). Trainer Gerald Maronde hat offensichtlich die Taktik ausgegeben, auf die körperlich größere Ana Paula zu servieren, das geht zu Beginn gut auf. Schade, dass Rau ihre Punktchance nicht auf den Boden kriegt (4-2). Auf deutscher Seite ist zunächst Pohl gefordert, die jeden Aufschlag der Brasilianerinnen bekommt. Nach einem Block von Pohl gegen ihre Blockkonkurrentin Ana Paula nehmen die favorisierten Südamerikanerinnen eine Auszeit (7-3). Ein erster Fehler von Pohl – sie setzt ihren Angriff neben die Seitenlinie – lässt beide Duos mit 8-6 die Seiten wechseln. Dann patzt auch Rau, unnötig, weil bei den beiden letzten Punkten Abwehrspezialistin Larissa blockte (8-7). Als Pohls Shot an der Netzkante hängen bleibt, ist der Ausgleich da – der schöne Vorsprung ist viel zu schnell weg, Auszeit Deutschland (9-9). Alles, was zu Beginn klappte, geht nicht mehr: Pohl schlägt ins Aus, anschließend werden ihre zwei nächsten Shots abgewehrt. Bitte, diese 2:9-Serie (9-12). Die technische Auszeit tat dem deutschen Team gut, Pohl per Shot und Rau per hartem Angriff stellen den Anschluss her (11-12). Dann Ausgleich, weil Ana Paula ihren Diagonalangriff verzieht (13-13), dieses Glücksgefühl ist aber nur von kurzer Dauer. Vor allem Larissa ist sehr präsent auf dem Platz und wehrt viele Bälle ab. Die Brasilianerinnen setzten sich auf 14-18 ab, weil Pohl keinen Ball mehr auf den Boden kriegt. Ana Paula verschafft ihrem Team Satzbälle in Serie (15-20), die ersten drei können Pohl/Rau aufgrund brasilianischer Fehler abwehren, dann setzt Larissa ihren Line Shot perfekt (18.21).
Die Brasilianerinnen kommen mit viel Selbstbewusstsein und einem 0-2 aus der Satzpause. Gut, dass Pohl die Punktchance von Larissa per Block vereitelt und dann nochmals am Netz die Oberhand gewinnt (2-2). Nach einem Annahmefehler von Pohl ist der Zwei-Punkte-Rückstand wieder da (3-5), das deutsche Duo nimmt eine Auszeit, in der Rau sagt: „Es kann nur besser werden.“ Teamarzt Dr. Michael Tank kommt auf den Platz, Pohl hat wohl eine Blockade. Nach wenigen Griffen ist das Problem gelöst, es geht weiter. Leider genauso wie zuvor, Pohl verbaggert auch die nächste Annahme und setzt den folgenden Angriff ins aus (3-7). Die Brasilianerinnen wirken nun sehr souverän und punkten konsequent aus der Annahme (7-11), dem deutschen Duo fällt kein wirkliches Gegenmittel ein. Mit fünf Punkten Rückstand begeben sich beide Duos in die technische Auszeit, nur eine gewaltige Leistungssteigerung kann jetzt noch eine Wende erzwingen (8-13). Pohl gelingt per Block das 10-14, auch beim nächsten Ball ist sie dran, aber Larissa sichert und versenkt im Anschluss. Die große Punktchance zum 12-15 vergibt Rau, weil sie nur einbeinig aus dem Sand springt und so keine Höhe hat. Ein Block von Ana Paula gegen Rau macht alle Hoffnungen auf ein Wunder zunichte (11-17), auch wenn Rau nochmals stark pariert und den Rückstand verkürzt (13-17). Matchbälle und Viertelfinal-Bälle Brasilien, als Pohl ihren Angriff ins Netz setzt (14-20). Gleich der erste beendet das Spiel und besiegelt das Aus von Pohl/Rau aus dem olympischen Turnier von Peking. Nach Platz fünf in Athen müssen sich die beiden Hamburgerinnen in Peking mit Platz neun zufrieden geben.
Stimme (SID)Okka Rau: "Ich bin super enttäuscht, wir haben lange nicht mehr so schlecht gespielt. Dabei hatte ich vor zwei Tagen noch von einem Duell gegen Walsh/May geträumt."