Juniorinnen-EM Foligno (w): Wieder kleines Volleyball-Wunder und EM-Rang fünf
Foligno - Als nichts mehr zu gehen schien, zog Jens Tietböhl die Jokerkarte. Jule Paul (Zuspiel), Sina Kostorz (Diagonalangriff) und Ines Bathen (Annahme/Außen). Was der Nachwuchs-Bundestrainer Jens Tietböhl beim finalen Match um Rang fünf bei der Juniorinnen-EM in Italien der Volleyballerinnen am Samstag in Italien praktizierte, führte letztlich mitentscheidend zum 3:1 (16:25, 25:19, 26:24, 25:21)-Erfolg über Polen. Italien verteidigte seinen Titel abermals und siegte im Finale deutlich 3:0 gegen Russland. Platz drei sicherte sich die Türkei durch ein 3:1 gegen Serbien.
Der vorherrschende Eindruck im siebenten Auftritt binnen neun Tagen aus dem desaströs verlaufenem ersten Satz (16:25) - einige Spielerinnen, die bis dahin einen Großteil des Spiel getragen haben, sind einfach platt. Die Hoffnung, dass seine Mannschaft im zweiten, siegreich gestalteten Durchgang (positiv der Wechsel im Mittelblock von Saskia Radzuweit zu Janine Hinderlich) ins gewohnte Fahrwasser gefunden hatte, zerstob im dritten Abschnitt: Aus 9:5 wurde ein 12:12, dann gar 15:20. Dann kam die Stunde der Joker, die Sarah Petrausch (Diagonal), Natalia Cukseeva (Außen) und Lena Möllers (Zuspiel) beim wenig verheißungsvollen 5-Punktenachteil ablösten. Tietböhl: "Ich habe gespürt und gesehen, wie die drei, die bisher wenig Einsatzzeiten hatten, brannten...". Und so geschah das kleine Volleyballwunder, das man immer wieder mal erlebt: Aus dem Rückstand wurde ein 22:22, dann ein 24:23, 25:24 und nach einem eiskalt gespielten Lob von Sina Kostorz das 26:24.
Doch die Polinnen, lediglich 11. der vorjährigen Jugend-EM, aber dank allgemeiner Volleyball-Förderung auch im Nachwuchs im Vormarsch, gaben trotz des 1:2 nach Sätzen und einer deutschen 20:15-Führung nicht auf. Bei 20:19 holte der Bundestrainer die Stammkräfte Petrausch und Möllers zurück und jene brachten das Husarenstück mit 25:21 erfolgreich zu Ende.
Klar, dass die kleine Anhängerschar in schwarz-rot-gold im Palasport nach zwei Stunden happy war, mit Sprechchören, Trompeten und La Ola den Spielerinnen dankte.
Sarah Petrausch auf der Pressekonferenz: "Am Turnierende für beide Teams ein emotional schwieriges Spiel. Vielleicht haben wir gewonnen, weil wir ein Tick stärker dafür alles gegeben haben."
Polens Trainer Zbigniew Krzyzanowski: "Ich glaube, die Deutschen waren ab dem dritten Satz psychologisch und spielerisch besser als wir. Uns unterliefen dann einfach zu viele Fehler."
Jens Tietböhl: "Das Match wurde in den Bereichen Service und Annahme entschieden. Der fünfte Rang ist unter den bekannten Umständen ein Riesenerfolg, denn wir haben fünf Mal gewonnen und nur gegen den Ersten und Dritten verloren. Ich bin sehr stolz auf das, was die Mannschaft gezeigt hat und zum Glück hatten wir von der Bank mit dem Einsatz der drei Joker das richtige Händchen."
(epo.)