Juniorinnen-EM Foligno (w): Titelverteidiger Italien abgezockter und stärker

Juniorinnen-EM Foligno (w): Titelverteidiger Italien abgezockter und stärker

Foligno - Die DVV-Juniorinnen sind am Samstagabend bei der EM-Endrunde bereits im zweiten Spiel der Vorrunde einer Prüfung unterzogen worden, der sie an diesem Tag bei wieder mehr als 30 Grad Außentemperatur und großer Hitze im Palasport von Foligno nicht gewachsen waren: Der Champion von 2006 und Gastgeber Italien gewann nach rund 90 Minuten gegen Deutschland mit 3:0 (25:16, 27:25, 25:20).

Ein Ergebnis, das dem beherzten Einsatz der Mannschaft um Spielführerin Sarah Petrausch nicht gerecht wird. Letztlich kam es zustande, weil die Italienerinnen weitaus stärker auftrumpften als tags zuvor beim nicht überzeugenden 3:1 über die Niederlande. Und die Schützlinge von Nachwuchs-Bundestrainer Jens Tietböhl zwar engagiert kämpften, aber mit dem unerwartet starken Druck des Gegners nicht zurecht kam. Sarah Petrausch brachte es in der Pressekonferenz auf diesen Unterschied: "Italien war heute in Abwehr und Angriff besser."

Trainer Tietböhl, der der Stammformation vom Vortag gegen die Ukraine (dazu Möllers, Walkenhorst, Kauffeldt, Hinderlich, Dürr, Völker) vertraute, meinte: "Der Gegner war überraschend gut beim Service und wie erwartet aufmerksam im Block. Wir hatten Annahmeprobleme und waren heute im Angriff aus dem side-out nicht effektiv genug, um Italien zu bezwingen. Teilweise fehlten auch Mut und Lockerheit."

Die Chance zu einem Duell auf Augenhöhe wurde im zweiten Satz vertan, als nach langer Aufholjagd trotz zeitweilig vier Punkte Rückstand eine 20:19- und dann sogar ein 24:21-Vorteil erkämpft wurde. Drei Satzbälle konnten nicht genutzt werden, weil die Italienerinnen ihre Blockstärke, ihre Feldabwehr und die abgezockten Angriffe zur Geltung brachten. Dem Gastgeber-Trainer Marco Mencarelli war nicht zu widersprechen:" Wir waren bei den Break- und Bigpoints im richtigen Moment da."

Die deutsche Teammanagerin Judith Pelzer, gebürtige Flemig - erst 29, Karriereende 2005 nach rund 60 Länderspielen, zwei Meistertiteln und einem Pokalgewinn mit Münster, bedauerte: "Schade, dass verloren wurde...Knackpunkt dürfte der zweite Durchgang gewesen sein. Würde der gewonnen, hätte das Spiel mit dann mehr Selbstvertrauen eventuell kippen können." Die Vizepräsidentin des Westdeutschen Volleyball-Verbandes, Trainerin des Verbandsligisten Sportfreunde 69 Marmagen-Nettersheim, glaubt, dass die geschickte Aufschlagtaktik des Siegers - gezielt auf die deutschen Außenangreiferinnen und nur wenigen Fehlern - Wirkung hinterlassen hat.

Auch im dritten Abschnitt hängten sich Tietböhls Schützlinge nach 11:8, 16:15, 20:21 voll rein, doch Endkampffinesse und Cleverness des Gegners wogen schwerer.
So kommt es am Sonntag (15 Uhr) gegen das Aufgebot Jugend-WM-Zweiten Türkei bereits zu einer vorentscheidenden Begegnung in der Sechsergruppe im Kampf um einen der beiden ersten Plätze im Klassement, die zum Einzug ins Halbfinale berechtigen.

Spielstatistik GER-ITA

(epo.)