Junioren: Erfolgreicher, aber glanzloser Start
Es wurde der erhoffe Auftaktsieg für die deutschen Volleyball-Junioren bei ihrer ersten Partie im Europameisterschafts-Qualifikationsturnier in Kienbaum. 3:0 (25-20, 25-20, 25-23) schlug das Team von Bundestrainer Söhnke Hinz Lettland in 76 Minuten Spielzeit.
Am Ende war der deutsche Coach mehr mit dem Ergebnis als mit der Leistung seines Teams zufrieden: „Das Auftaktspiel ist immer schwierig. Man weiß nicht genau wo man selbst und wo der Gegner steht, hinzu kommt die Nervosität. Das war bei uns heute der Hauptfaktor, warum wir nicht so locker waren und unser Spiel nicht so rund lief. Eine Glanzvorstellung haben wir heute nicht gezeigt, aber entscheidender ist der 3:0-Sieg“, analysierte Hinz nach der Partie. Insgesamt war es kein Spiel auf hohem Niveau. Vor allem in der Annahme und im Block agierten beide Teams nicht überzeugend. „Wir waren heute die schlechtere Mannschaft von zwei nicht guten Teams. Wir haben noch unkonstanter und unsicherer gespielt als Deutschland, die heute auch nicht überzeugend waren“, stellte der enttäuschte lettische Trainer Jurijs Deveikuss nach der Partie fest.
Der ‚Spielfilm’ der Begegnung:
1. Satz:
Deutschland beginnt mit Bauer, Fromm, Umlauft, Kaliberda, Horn, Galandi – Kohl (L). Die Anfangsphase wird quasi nur von gewaltigen Sprungangaben dominiert. Vitalijs Cinne ist mehrfach für Lettland erfolgreich, Christian Fromm auf der deutschen Seite. Dagegen funktionierte die Blockarbeit auf beiden Seiten noch nicht. Fast alle Angriffe gehen ungehindert Richtung Feld. Zur 1. Technischen Auszeit (TA) kann sich Deutschland dann aber leicht absetzen (8-6). Es bleibt weiter kein hochklassiges Niveau. Viele Fehler auf beiden Seiten, kaum Ballwechsel – das deutsche Team hält die knappe Führung (14:12). Fromm mit zwei gelungenen Aktionen in der Feldabwehr – das deutsche Team ist auch bei der 2. TA in Front (16:13). Beide Teams finden weiterhin nicht zu ihrem Spiel – viele Punkte resultieren nur aus druckvollen Aufschlägen oder leichten Fehlern. Erst gegen Ende des Satzes spielt das deutsche Team etwas kontrollierter und souveräner. Jonas Umlauft versenkt den letzten Angriff des ersten Durchgangs im Feld – 25:20 für Deutschland.
2. Satz:
Auch im zweiten Satz das gleiche Bild. Von den ersten sechs Punkten entstehen vier durch leichte Fehler (3:3). Zur 1. TA liegt Deutschland wieder knapp vorn (8:6), weil Lettland noch unsicherere agiert als der Gastgeber. Der erste Blockpunkt der Deutschen – Umlauft und Galandi sind gemeinsam erfolgreich– wird auf deutscher Seite heftig bejubelt (9:7). Das Team von Söhnke Hinz baut seine Führung aus – Kaliberda hämmert den Ball ins Feld (11:7) – um den anschließenden Aufschlag ins Netz zu schlagen – es bleibt eine Partie auf durchschnittlichem Niveau. Positiv ist allerdings die Stimmung in der Halle. Die knapp 300 Zuschauer feuern das deutsche Team unentwegt an. Lettland verschlägt erneut einen Aufschlag, das deutsche Team kann somit den 4-Punkte-Vorsprung zur 2. TA halten (16:12). Lettland kommt gegen Ende des zweiten Durchgangs wieder ran. Söhnke Hinz wechselt den Zuspieler, für Felix Horn kommt Jonas Hemlein (22:20). Fast eine Parallele des ersten Durchgangs. Den Satz, wieder mit vielen Ungenauigkeiten und Fehler, beendet Jonas Umlauft mit einem platzierten Schlag. Auch Durchgang Zwei geht an Deutschland (25:20).
3. Satz:
Schnell übernimmt das deutsche Team wieder die Führung, kann sich aber nicht groß absetzen (3:2). Wie auch schon in den ersten beiden Durchgängen geht Deutschland mit einer Führung in die 1. TA (8:5). Auch der erste Punkt nach der TA geht an das deutsche Team, Lettlands Coach Jurijs Deveikuss ist gar nicht zufrieden und nimmt gleich wieder eine Auszeit (9:5). Die Anweisungen des lettischen Trainers fruchten aber nicht – das deutsche Team kann seine Führung ausbauen (11:7). Wieder Auszeit für Lettland (12:7). Diesmal können die lettischen Spieler die Anweisungen umsetzen - Lettland kommt wieder dran – jetzt nimmt Söhnke Hinz die Auszeit (14:12). Mit einer knappen Führung geht Deutschland in die 2. TA (16:14). Den bisher längsten Ballwechsel des Spiels – viermal geht der Ball insgesamt übers Netz – kann das deutsche Team für sich entscheiden (17:14). Doch Lettland gibt noch nicht auf - kommt wieder ran (21:19). Ein ‚seltener’ deutscher Blockpunkt wird gefeiert, nur noch zwei Punkte bis zum deutschen Matchgewinn (23:20). Lettland schlägt wieder einen Aufschlag ins Netz – drei Matchbälle für Deutschland (24:21). Doch noch ist die Partie nicht vorbei - Lettland verkürzt (24:23) – Auszeit Deutschland. Punkt mit Seltenheitswert zum Ende – der deutsche Block beendet das Spiel (25:23). Deutschland gewinnt sein Auftaktmatch somit 3:0 gegen Lettland.
Nach der Partie waren sich beide Teams einig, dass man sich im Turnier noch deutlich steigern kann und muss. Denn vor allem das polnische Team zeigte beim 3:0-Sieg gegen die Ukraine eine sehr souveräne Vorstellung und untermauerte damit die Ansicht, dass Polen ein gewichtiges Wort beim Turniersieg mitspielen wird. Eine gute Basis legte am heutigen Tag auch die Türkei, die ebenfalls mit 3:0 gewann – gegen Griechenland.
Nach dem ersten Spieltag ergibt sich somit folgende Tabelle:
1. Polen - 2 Punkte / 3:0 Sätze / 75:50 Satzpunkten
2. Türkei – 2 Punkte / 3:0 Sätze / 75:51 Satzpunkten
3. Deutschland – 2 Punkte / 3:0 Sätze / 75:63 Satzpunkte
4. Lettland – 1 Punkt / 0:3 Sätze / 63:75 Satzpunkte
5. Griechenland – 1 Punkt / 0:3 Sätze / 51:75 Satzpunkte
6. Ukraine – 1Punkt / 0:3 Sätze / 50:75 Satzpunkte
(Für einen Sieg gibt es 2 Punkte, für eine Niederlage ‚noch’ 1 Punkt)