European League 2008 (M): Deutschland unterliegt der Türkei mit 1:3

European League 2008 (M): Deutschland unterliegt der Türkei mit 1:3

Im zweiten Spiel der European League im weißrussischen Mogilev hat die DVV-Auswahl gegen die Türkei nach 106 Minuten Spielzeit mit 1:3 (25:12 ; 23:25 ; 23:25 ; 20:25) verloren. Vor ca. 200 Zuschauern waren der Berliner Dirk Westphal (14 Punkte), Kapitän Eugen Bakumowski (13) und Lukas Bauer (10) die punktbesten Spieler im deutschen Trikot. Bei den Türken war Außenangreifer Kadir Cin mit 17 Punkten der herausragende Akteur. In der letzten Begegnung am Sonntag (22.06., 18:30 Uhr Ortszeit) ist Gastgeber Weißrussland Gegner der deutschen Mannschaft.

Deutschland kam sehr stark ins Spiel, die Türken ihrerseits waren völlig von der Rolle. Die Folge war der deutliche Satzgewinn der DVV-Auswahl. In Durchgang zwei und drei konnte sich die junge deutsche Mannschaft nach Rückständen zwar gegen Ende der Sätze immer wieder herankämpfen, für den Satzgewinn reichte es jedoch nicht mehr. Der abschließende vierte Satz war lange offen, bis sich die eingespielten Türken am Ende doch durchsetzen konnten. Trainer Bernd Werscheck war trotzdem sehr zufrieden mit seiner Mannschaft und lobte vor allem den erst 19-jährigen Lukas Bauer und den Berliner Dirk Westphal, der auf der ungewohnten Diagonalposition überzeugte.

Trainer Bernd Werscheck begann mit Lukas Kampa im Zuspiel, Alexander Mayer auf der Diagonalposition, Markus Böhme und Lukas Bauer im Mittelblock, Sebastian Schwarz und Eugen Bakumowski im Außenangriff sowie Ferdinand Tille als Libero.
Der türkische Trainer Fausto Polidori begann mit Ulas Kiyak im Zuspiel, Ersin Durgut auf Diagonal, Kadir Cin und Fatih Baris auf der Außenposition , Ahmet Tocoglu und Cüneyt Dagci im Mittelblock sowie Arslan Eksi als Libero.

Ausführlicher Spielbericht:

1.Satz:
Die Türken eröffnen das Spiel und gehen 1:0 in Führung. Nach einem Block von Bakumowsi und einem Angriffsfehler von Durgut führt Deutschland 3:1. Die harten Sprungaufschläge von Kampa bereiten den Türken riesige Probleme – Mayer zum 5:1 für Deutschland, Auszeit Türkei. Die deutsche Mannschaft erkämpft sich die Bälle in der Abwehr – Mayer zum 6:2. Ein Außenangriff von Schwarz und ein Schnellangriff von Böhme bringen Deutschland die 8:3- Führung. Erste technische Auszeit – ein klasse Start der Deutschen. Kampa und Böhme harmonieren gut. Die Türken produzieren reihenweise Eigenfehler (11:4). Eine starke Abwehraktion von Tille wird nicht belohnt, der Punkt geht an die Türken (12:8). Auch Böhme macht Druck im Aufschlag, Bauer profitiert von der schlechten türkischen Annahme (14:8). Ein Annahme- und ein Angriffsfehler auf deutscher Seite bringen die Türken auf 11:14 heran. Bakumowski überlistet den Dreierblock mit einem gefühlvollen Schlag. Deutschland führt zur zweiten technischen Auszeit mit 16:11. Kampa mit einem gefühlvollen kurzen Sprungaufschlag zum 18:11 – Batur kommt für Baris in die Annahme und Arslan ersetzt Kiyak im Zuspiel (19:11). Die deutschen Aufschläge sind heute sicherer und druckvoller zugleich als noch im gestrigen Spiel gegen Österreich. Bei 21:12 nimmt Polidori seine zweite Auszeit. Nach einem weiteren Angriffsfehler und einem deutschen Block kommt Güc für Durgut auf die Diagonalposition (23:12). Bakumowski verschafft Deutschland mit seiner Aufschlagserie zwölf Satzbälle und beendet Durchgang eins mit einem Ass - 25:12 für Deutschland. So hat sich Trainer Bernd Werscheck das vorgestellt.


2.Satz:
Das deutsche Team bleibt unverändert, bei den Türken bleiben Eksi, Güc und Batur auf dem Feld. Güc zeigt im Angriff gleich, was er kann. Trotzdem erwischt Deutschland wieder den besseren Start und führt 4:2 – Auszeit Türkei. Die Türken wollen nicht den gleichen Fehler machen, wie in Satz eins und die Deutschen früh davon ziehen lassen. Deutschland jetzt mit zu vielen Eigenfehlern im Angriff. Zur ersten technischen Auszeit steht es 6:8 aus deutscher Sicht. Bakumowski beendet den kurzen Durchhänger der Deutschen (8:9). Die Türken agieren jetzt deutlich sicherer im Angriff und finden die Lücken im deutschen Block. Bakumowsi bringt Deutschland mit einer Finte aus dem Rückraum auf 10:11 heran. Die Türken machen nun auch durch die Mitte ihre Punkte, Bernd Werscheck nimmt seine erste Auszeit (10:13). Die Sprungaufschläge von Cin stellen die deutsche Annahme vor Probleme. Die Türken gehen mit einer 16:11-Führung in die zweite technische Auszeit. Westphal kommt für Mayer ins Spiel. Die Annahme lässt momentan keinen deutschen Mittelangriff zu. Die Türken machen zwei weitere Punkte und führen mittlerweile mit 18:11. Endlich ist die Aufschlagserie von Cin beendet, Westphal gefühlvoll zum 13:18. Nach einem Angriffsfehler der Türken steht es nur noch 14:18 - Auszeit Türkei. Einen langen Ballwechsel beendet Kampa mit einer Zuspielfinte (16:19) – Kurtar kommt für Batur in die Annahme. Ein Hinterfeldangriff von Westphal, ein Fehler der Türken und ein Block von Bauer bringen Deutschland auf 19:20 heran. Der deutsche Block mit Westphal und Bauer steht goldrichtig (21:21). Und Bauer ist jetzt auch im Angriff erfolgreich. Deutschland geht in Führung (22:21) – die Türken wechseln den Zuspieler und gehen nach einem Annahmefehler der Deutschen mit 23:22 in Führung. Westphal lässt nicht locker und erzielt den Ausgleich. Eine strittige Schiedsrichterentscheidung verschafft den Türken den ersten Satzball, den sie durch einen erfolgreichen Dreierblock gegen Schwarz auch direkt nutzen. Satz zwei geht mit 25:23 an die Türkei. Die tolle Aufholjagd der Deutschen wurde nicht belohnt.


3.Satz:
Werscheck vertraut der gleichen Mannschaft, die zu Ende des zweiten Satzes auf dem Feld stand. Westphal bleibt für Mayer auf der Diagonalposition. Die Türkei spielt ebenfalls mit der gleichen Mannschaft weiter. Ein Bakumowski-Ass bringt Deutschland mit 3:1 in Führung. Ein technischer Fehler auf deutscher Seite bringt der Türkei den Ausgleich (5:5). Westphal lässt seinem Blockpunkt noch ein Ass folgen (7:5). Nach Aufschlagfehlern auf beiden Seiten steht es 8:6 – erste technische Auszeit im dritten Satz. Obwohl Bauer zweimal in Serie blockt, macht Güc den achten türkischen Punkt. Er wird jetzt immer häufiger von Zuspieler Eksi gesucht. Als die Türkei 11:9 führt, nimmt Werscheck eine Auszeit. Eksi serviert knallhart und stellt die deutsche Annahme vor Probleme (14:9) – Auszeit Deutschland. Endlich ist die Annahme da, Kampa kann Bauer in der Mitte einsetzen (10:14). Diesen 4-Punkte-Vorsprung können die Türken bis zur zweiten technischen Auszeit halten (12:16). Umlauft kommt für Schwarz in die Annahme. Die Türken sind jetzt auch kämpferisch voll da, Güc zum 18:13. Nach einem Ass und einem Aufschlagfehler von Westphal liegt Deutschland 15:19 zurück. Auszeit Türkei – nach einem Schnellangriff von Böhme und einem technischen Fehler des türkischen Liberos steht es 17:19 aus deutscher Sicht. Vor allem bei kurzen Bällen wirken die Türken sehr langsam, Westphal nutzt das aus (18:20). Werscheck wechselt Steuerwald für Kampa ein und hofft damit den Satz noch drehen zu können (18:22). Ein Aufschlagfehler von Bakumowsi bringt den Türken vier Satzbälle (20:24). Die ersten beiden Satzbälle kann Deutschland abwehren – der türkische Trainer Polidori nimmt noch mal eine Auszeit (22:24). Nach einem Annahmefehler von Batur kommt Kurtar ins Spiel (23:24). Den vierten Satzball nutzt Güc zum 25:23 für die Türkei.


4.Satz:
Umlauft und Steuerwald bleiben für Kampa und Bakumowski im deutschen Spiel. Die Türkei bleibt unverändert. Der deutsche Block steht zu Beginn des Satzes klasse (3:1) – Für Batur kommt Kurtar in die türkische Annahme. Cin mit einem Einerblock gegen Westphal, Böhme per Schnellangriff für Deutschland (5:5). Steuerwald setzt Umlauf im Hinterfeld ein, der den Ball im gegnerischen Feld unterbringt (7:6). Eigenfehler auf deutscher Seite lassen die Türken mit einer Führung in die erste technische Auszeit gehen (7:8). Eine Zuspielfinte von Eksi bringt den 9:9- Ausgleich. Es geht jetzt hin und her, Steuerwald mit Aufschlagpunkt zum 12:10. Schwarz und Umlauft mit toller Abwehr, aber Cin macht den Punkt für die Türken (13:12). Jetzt haben die Deutschen Glück mit einer Schiedsrichterentscheidung (15:13) – Auszeit Türkei. Zweite technische Auszeit nach einer weiteren Zuspielfinte von Eksi (15:16). Den Linkshänder haben die Deutschen noch nicht im Griff. Ein wichtiger Punkt durch Umlauft gegen den Dreierblock bedeutet Ausgleich für Deutschland (16:16). Westphal und Kurtar mit den nächsten Punkten (18:18). Annahmeschwierigkeiten bringen der Türkei einen 2-Punkte-Vorsprung (18:20) – Auszeit Deutschland. Steuerwald verschlägt seinen Aufschlag und Schwarz bleibt im türkischen Block hängen (19:22) – Zweite Auszeit Deutschland. Werscheck wechselt Kampa für Schwarz zum Aufschlag ein (20:22) und einen Punkt später wieder aus. Kiyak kommt für Dagci bei der Türkei aus Feld. Bei 24:20 hat die Türkei vier Matchbälle und kann gleich den ersten nutzen. Durchgang vier geht mit 25:20 an die Türkei.


Stimmen zum Spiel:

Bernd Werscheck:
Es ist zwar schade, dass wir verloren haben, trotzdem sehe ich das positiv. Insgesamt bin ich mit der Leistung der ganzen Mannschaft zufrieden. Wir haben besser als gestern und phasenweise sogar sehr stark gespielt. Vor allem im ersten Satz hatten wir die Türken voll im Griff. Aber auch im zweiten und dritten Durchgang haben wir uns nach Rückständen gegen einen starken Gegner immer wieder zurück ins Spiel gekämpft. Wenn wir so weiter machen, bin ich guter Dinge.

Kapitän Eugen Bakumowski:
Das sah besser aus als gestern. Auf dem Feld herrschte weniger Chaos und wir haben schöne Kombinationen gespielt. Unsere Zuspieler haben uns Angreifer immer wieder gut in Szene gesetzt. Für diese neue Formation spielen wir guten Volleyball. Ich hoffe, dass wir uns alle gut erholen und morgen gegen Weißrussland bestehen können.

Fausto Polidori (Trainer Türkei):
Wir hatten vor allem im ersten Satz Riesenprobleme. Die Annahme hat uns große Schwierigkeiten bereitet. Im Verlaufe des Spiels wurde das dann immer besser und wir haben endlich auf normalem Niveau gespielt. In der ersten Phase des Spiels haben wir zu viele Fehler gemacht, je länger das Spiel dauerte, desto mehr hat sich das zu unseren Gunsten gedreht.

Der Kader für das Turnier in Weißrussland:
Lukas Kampa (VfB Friedrichshafen), Patrick Steuerwald, Ferdinand Tille (beide Generali Haching), Marcus Böhme, Dirk Westphal (beide SCC Berlin), Lukas Bauer (SG Eschenbacher Eltmann), Eugen Bakumovski (Kedzierzyn/POL), Sebastian Schwarz (Crema/ITA), Jan Umlauft, Alexander Mayer (beide evivo Düren)


Spielstatistik

Heiko Rudolf/DVV