Europäische Olympia-Qualifikation Halle/Westfalen (F): Polen trifft im Finale auf Russland

Europäische Olympia-Qualifikation Halle/Westfalen (F): Polen trifft im Finale auf Russland Milena Sadurek bejubelt den Halbfinalsieg.

Der zweifache Europameister Polen ist Gegner von Weltmeister Russland im Finale (20. Januar um 15.30 Uhr) der europäischen Olympia-Qualifikation: Polen bezwang in einem hochklassigen Halbfinale Serbien mit 3:1 (22-25, 25-18, 25-22, 25-22), die Serbinnen haben beim abschließenden Olympia-Qualifikationsturnier noch die Chance, sich für Peking zu qualifizieren. Punktbeste Spielerinnen waren Malgorzata Glinka-Mogental (16), Anna Baranska und Katarzyna Skowronska-Dolata (je 15) bei Polen sowie Ivana Djerisilo-Stankovic (15) und Jelena Nikolic (14) bei Serbien.

Startformation Serbien: Jovana Brakocevic, Brizitka Molnar, Vesna Citakovic, Maja Ognjenovic, Jelena Nikolic, Aleksandra Avramovic, Suzana Cebic

Startformation Polen: Skowronska-Dolata, Anna Baranska, Katarzyna Gajgal, Milena Saruek, Malgorzata Glinka-Mogentale, Eleonora Dziekiewicz, Mariloa Zelik

Phantastische Stimmung im GERRY WEBER STADION, die polnischen und serbischen Fans liefern sich schon vor der Partie Schlachtgesänge. Polen erwischt mit einer glänzend aufgelegten Skowronska den besseren Start (5,2, 8-4), doch das serbische Team geht nach einer sensationellen Abwehr von Libero Cebic und dem anschließenden Punkt von Djerisilo erstmals in Führung (14-15). Als Skowronska einen Lob an die Antenne setzt, nimmt ihr Trainer Marco Bonitta eine Auszeit (15-18). Die Serbinnen nutzten diese Schwächephase konsequent und setzten sich auf 18-23 ab. Zwei Satzbälle wehrten die Polinnen ab, den dritten versenkte Molnar für den Vize-Europameister (22-25).

Polen erwischt abermals den besseren Start und lag nach druckvollen Aufschlägen von Skowronska und Barnak mit 7-3 vorne. Der polnische Block um Liktoras und Dziekiewicz war nun hellwach und antizipierte die Pässe von Ognjenovic glänzend (11-5). Dieser Vorsprung wurde weiter ausgebaut (16-8) und führte zum Satzausgleich (25-18).

Nach ausgeglichenem Beginn setzte sich Serbien mit 6-11 ab. Der Grund: Der serbische Block um die Mittelblockerinnen Citakovic und Veljkovic packte zu, Skowronska war gleich dreimal das „Opfer“. Bonitta wechselte die Zuspielerinnen, Skorupa kam für Sadurek, und Polen kam heran (12-14). Nach einem Block der eingewechselten Podolec, einem Angriffsfehler von Nikolic sowie einem Diagonalangriff Glinkas hatte Polen den Rückstand in eine Führung umgewandelt (19-18). Zwei Blockpunkte gegen Djerisilo führten schließlich zu Satzbällen, Podolec verwertete den zweiten (25-22).

Serbiens Zoran Terzic wechselte seine Diagonalspielerinnen, Brakocevic kam für Djerisilo – der Start verlief völlig ausgeglichen (8-7). Als Podolec einen Angriff im serbischen Feld unterbrachte und Molnar den Ball ins aus setzte, lag der zweifache Europameister erstmals mit drei Zählern in Führung (15-12). Doch Serbien gab sich nicht geschlagen, glich nach einem Podolec-Fehler aus und ging kurze Zeit später gar in Front (18-20). Dann folgte jedoch ein 5:1-Lauf der Polinnen, die Block und Abwehr stark agierten (23-21). Baranska sorgte für Matchbälle und verwandelte gleich selbst den ersten zum Finaleinzug (25-22).

Stimmen zum Spiel
Zoran Terzic, Coach Serbien: „Polen war heute besser, so wie es das Ergebnis auch aussagt. Der Vorteil des polnischen Teams ist einfach, dass sie über sehr starke Ersatzspielerinnen verfügen und so trotz Wechsel immer auf einem hohen Level agieren können. Wir haben jetzt noch eine Chance uns für die Olympischen Spiele zu qualifizieren und ich bin mir sicher, dass wir Polen in Peking wieder sehen werden.“

Vesna Citakovic, Spielführerin Serbien: „Es war ein sehr gutes Spiel von beiden Teams, bei dem nur Details über den Sieg entschieden haben. Wir haben in ein paar wichtigen Situationen eben mehr leichte Fehler gemacht und deswegen das Spiel am Ende verloren. Aber ich bin mir dennoch sicher, dass wir uns noch für Peking qualifizieren werden.“

Marco Bonitta, Coach Polen: „Wir haben heute ein sehr gutes Spiel gemacht und ich bin wirklich zufrieden mit meinem Team. Es hat sich heute gezeigt, dass wir nicht nur sechs oder sieben gute Spielerinnen haben, sondern zwölf, was ein enormer Vorteil ist. Morgen ist Russland der Favorit, aber wir haben heute, obwohl wir sehr gut gespielt haben, nur 80% unseres Leistungsvermögens gezeigt. Wenn wir morgen noch zulegen können, ist alles möglich.“

Milena Rosner, Spielführerin Polen: „Heute war es natürlich ein wichtiges Spiel für uns, und natürlich freue ich mich über den Sieg, aber morgen gilt’s erst recht. Da heißt es dann: Sein oder nicht sein!“


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