Europäische Olympia-Qualifikation Halle/Westfalen (F): Alles oder nichts, sein oder nicht sein
Es ist das krönende Finale einer Volleyball-Festwoche: Am 20. Januar findet um 15.30 Uhr (live auf Eurosport und www.laola1.tv) das Endspiel der europäischen Olympia-Qualifikation der Frauen im GERRY WEBER STADION in Halle/Westfalen statt, die Teams aus Russland und Polen stehen sich gegenüber. Das Motto des Finals ist klar, „alles oder nichts, bzw. sein oder nicht sein“, denn nur der Sieger erhält das Peking-Ticket. Allerdings – und das ist für den Final-Verlierer wie auch für Serbien entscheidend – gibt es im Mai noch eine letzte Olympia-Qualifikationschance in Japan. Und dort hat sich bislang jedes europäische Team behauptet…
Mit Weltmeister Russland und dem EM-Vierten Polen haben sich die beiden besten Teams für das große Finale qualifiziert. Sowohl Russland als auch Polen blieben in den bisherigen vier Partien unbesiegt, Russland gab zwei Sätze ab, Polen derer fünf. Es ist das Duell der physisch besten Mannschaften. Russland überragt mit den „Türmen“ Ekaterina Gamova und Yulia Merkulova (je 2,02 Meter) und Liubov Shashkova alle anderen, die Polinnen werden mit Malgorzata Glinka-Mogentale und der sprunggewaltigen Katarzyna Skowronska-Dolata dagegen halten.
Es ist auch ein Duell der italienischen Weltmeister-Trainer: Marco Bonitta feierte 2002 mit den Italienerinnen den WM-Titel in Berlin, Amtskollege Giovanni Caprara gelang mit Russland die „Operation Gold“ vier Jahre später in Japan. Nach den starken Vorstellungen des Weltmeisters, vor allem in der Halbfinalpartie gegen Gastgeber Deutschland, strotzt Caprara vor Selbstbewusstsein: „Wenn mein Team in einer solchen Verfassung wie gegen Deutschland spielt, dann wird es für jeden Gegner auf der Welt sehr schwer sein uns zu schlagen.“
Russland ist der Favorit, aber Polen hat gleich mehrere gute Argumente dagegen: Zum einen stellen die Polinnen den ausgeglichensten Kader aller Teams. Erwischen Glinka, Skowronska, Mittelblockerin Katarzyna Gajgal oder Zuspielerin Milena Sadurek keinen guten Tag, kommen Anna Podolec, Milena Rosner, Maria Liktoras und Katarzyna Skorupa – der Leistung tut dies keinen Abbruch, so sieht es auch Bonitta: „Es hat sich gegen Serbien gezeigt, dass wir nicht nur sechs oder sieben gute Spielerinnen haben, sondern zwölf, was ein enormer Vorteil ist. Morgen ist Russland der Favorit, aber wir haben heute, obwohl wir sehr gut gespielt haben, nur 80% unseres Leistungsvermögens gezeigt. Wenn wir morgen noch zulegen können, ist alles möglich.“
Zum anderen dürfte das GERRY WEBER STADION in rot-weiß erstrahlen. Die polnischen Fans sind in der eindeutigen Überzahl und verbreiten prächtige Stimmung.

Foto Conny Kurth: ...oder Russland?
Der Rahmen für ein spannendes Finale ist gegeben, nun müssen nur noch die Teams das passende Bild dazu liefern. Spannend dürfte es auf jeden Fall werden, wenn es nach den Machern der Internetseite des europäischen Volleyball-Verbandes CEV geht. Die haben etwas voreilig das Ergebnis des Finals veröffentlicht – Polen dreht ein 0:2 in einen 3:2-Sieg…