DVV-Pokalfinale (F): VfB Friedrichshafen gewinnt zum zehnten Mal den DVV-Pokal – 3:2 über evivo Düren

DVV-Pokalfinale (F): VfB Friedrichshafen gewinnt zum zehnten Mal den DVV-Pokal – 3:2 über evivo Düren Hatte zunächst einen schweren Stand gegen den Block des VfB Friedrichshafen, dann steigerte er sich gewaltig: Dürens Heriberto Quero.

Der VfB Friedrichshafen hat seine eindrucksvolle Bilanz im DVV-Pokal weiter aufgebessert: Mit dem hart umkämpften 3:2 (25-12, 22-25, 25-21, 25-27, 15-10) gegen evivo Düren vor 8.000 Zuschauern im GERRY WEBER STADION in Halle/Westfalen machte der Klub vom Bodensee seinen zehnten Pokalsieg perfekt. Es war bei der dritten Auflage in Halle/Westfalen der dritte Sieg, seit 1998 gewann der VfB bis auf das Jahr 2000 (SCC Berlin) sämtliche Auflagen des DVV-Pokals. Punktbeste Spieler waren Christian Pampel (17), Lukas Divis und Idi (je 15) bei Friedrichshafen, bei Düren machten Heriberto Quero (26) und Tim Elsner (13) die meisten Zähler.

Nach dem ersten Satz zwischen Titelverteidiger Friedrichshafen und Düren hatte wohl keiner der Zuschauer mehr einen Pfifferling auf die Dürener gesetzt. Zu dominant waren die Friedrichshafener, zu verkrampft und nervös die Dürener. Dürens Top-Angreifer Heriberto Quero konnte im ersten Satz nicht einen Punkt beisteuern und wurde zwischenzeitlich ausgewechselt. Doch ab dem zweiten Satz bot sich ein ganz anderes Bild: Die Dürener warfen sich in die Angriffe des Favoriten, der seinerseits Probleme hatte, den anfangs enormen Druck aufrecht zu halten. Quero und Außenangreifer Jan Umlauft punkteten immer häufiger. Nachdem Satz drei an Friedrichshafen und Satz vier in der Verlängerung an Düren gegangen waren – Düren hatte dabei einen 20-23-Rückstand wett gemacht – musste der fünfte Satz die Entscheidung bringen. Und in diesem präsentierte sich der Titelverteidiger als wahrer Champion: Vom ersten Ballwechsel an übernahm die Mannschaft von Stelian Moculescu das Kommande, sodass mit 8-3 die Seiten gewechselt wurden. Einen solch komfortablen Vorsprung ließ sich der Tripple-Gewinner der vergangenen Saison nicht entgehen und jubelte am Ende zum dritten Mal im GERRY WEBER STADION.

Ausführlicher Spielbericht

Startsechs Friedrichshafen: Lukas Tichacek, Christian Pampel, Lukas Divis, Idi, Joao José, Juliano Bendini, Markus Steuerwald.

Startsechs Düren: Ilja Wiederschein, Heriberto Quero, Max Günthör, Malte Holschen, Jan Umlauft, Sven Dick und Till Lieber.

1. Satz
Titelverteidiger Friedrichshafen ging nach einem Quero-Fehler 3:1 in Führung, eine erste Annahmeschwäche von Umlauft bestrafte José prompt (5-2). Als Pampel nach dem ersten längeren Ballwechsel erfolgreich den Dürener Block anschlug, nahm Trainer Mirko Culic seine erste Auszeit (6-2). Doch Friedrichshafen machte auch die nächsten zwei Zähler, weil der Dreierblock Dürens Star-Angreifer Quero stoppte und dessen nächster Angriffsversuch an der Netzkante scheiterte (8-2). Erst ein Fehlaufschlag von Divis beendete die Serie und brachte Düren den dritten Zähler (9-3). Düren fand weiterhin nicht ins Spiel, ein Schnellangriff von Günthör segelte hinter die Grundlinie, anschließend servierte Tichacek einen direkten Aufschlagpunkt – Auszeit Düren (13-4). Bendini verhinderte per Block den ersten Punkt von Quero, der daraufhin von Sven Anton ersetzt wurde (14-4). Mit einer beeindruckenden 16-7-Führung lag der Top-Favorit bei der zweiten technischen Auszeit vorne – Divis hatte knallhart diagonal versenkt. Und Friedrichshafen kannte keine Gnade und hielt das Niveau unglaublich hoch. Die Folge war eine 19-8-Führung. Tim Elsner kam für Dick aufs Feld, um die Schlagkraft auf der Außenposition zu erhöhen, dann wurde auch Quero zurück beordert. Zwar konnten die Dürener nun einige Punkte erzielen, den ersten Satz machte jedoch der Friedrichshafen standesgemäß per Ass klar: Der Aufschlag von Idi tropfte von der Netzkante unerreichbar ins Dürener Feld (25-12).

2. Satz
Tim Elsner blieb für Dick auf dem Feld, ansonsten begannen die gleichen Spieler wie im Auftaktsatz. Die Dürener Zuschauer hatten die Oberhand auf der Tribüne, unten auf dem Feld waren die Kräfteverhältnisse bis dahin jedoch deutlich anders verteilt. Düren hatte sich für den zweiten Satz deutlich mehr vorgenommen und startete viel besser: Quero gelang ein erster Punkt und Zuspieler Wiederschein erhöhte per Angriff auf 1-3. Dann verschlugen Günthör und Elsner jedoch zwei Angriffe, und Friedrichshafen hatte den Ausgleich geschafft (4-4). Zur ersten technischen Auszeit hatte Friedrichshafen die Führung inne (8-7), dennoch war Düren nun wesentlich besser in der Partie. Vor allem Quero gelang im Angriff nun viel mehr. Als der Venezolaner im Anschluss vom Dreierblock gestoppt wurde, nahm Culic seine erste Auszeit (10-8). Düren gelang der Ausgleich, weil Tichacek bei einem Zuspielversuch über das Netz langte (10-10). Nach einem erfolgreichen Angriff des Brasilianers Idi hatte Friedrichshafen erneut eine Zwei-Punkte-Führung inne, doch anschließend scheiterte er zweimal an der Dürener Block- und Feldabwehr – Ausgleich (15-15). Unter dem Jubel der rot-weiß gekleideten Dürener Fanwand versenkte Umlauft im Anschluss die Punktchance – Dürener Führung bei der zweiten technischen Auszeit (15-16). Umlauft nutzte auch die nächste Möglichkeit zum Punkten, und als Günthör seinen Gegenüber Bendini „pflückte“, jubelte Düren, und Stelian Moculescu nahm seine erste Auszeit (15-18). Umlauft war in dieser Phase bester Dürener Spieler und versetzte den VfB-Block ein ums andere Mal (17-20). „JAAAAAAAAA“ schallte es durch das GERRY WEBER STADION als Elsner das 18-21 machte. Dann verschlug Divis weit seinen Angriff, Düren steht knapp vor dem Satzausgleich (18-22). Pampel per Angriff und Tichacek per Einerblock gegen Elsner machen es wieder spannend (20-22), ehe Quero unwiderstehlich aus dem Rückraum punktet (20-23). Ein verschlagener Aufschlag von José bringt Düren Satzbälle (21-24), Idi wehrt den ersten per Diagonalangriff ab (22-24), doch beim zweiten scheitert er am Block vom aufgedrehten Quero (22-25).

3. Satz
Unverändert gingen die Teams in Durchgang drei, und die Dürener blieben wie aufgedreht: Friedrichshafen bekam kaum einen Angriff im ersten Versuch auf den Boden und musste für jeden Punkt kämpfen. Nach einem Aufsteiger über Kopf, abgeschlossen von Günthör, lag Düren mit 2-3 vorne. Nach einem Dreierblock gegen Quero konnte Friedrichshafen ausgleichen, nach einem Annahmefehler von Elsner holte José die Führung (5-4). Divis scheiterte mit seinem „Roller“ gegen den Dürener Dreierblock, anschließend punktete Elsner im Angriff. Das Spiel blieb – ganz nach dem Geschmack der neutralen Zuschauer – ausgeglichen (6-6). Nach dem Aufschlagfehler von Elsner ging es mit dem Minimalvorsprung für Friedrichshafen in die technische Auszeit (8-7). Aber Düren konterte, wobei sie von den Fehlern des Gegners profitierten: Zunächst verzog Pampel, dann zappelte Idi im Netz (8-10). Friedrichshafen ließ das nicht auf sich sitzen und punktete dreimal in Folge. Der Leidtragende war Umlauft, der zwei Fehler machte und einmal geblockt wurde – Auszeit Düren (12-10). Friedrichshafen wirkt nun wieder konzentrierter und punktet beständiger aus der Annahme, leicht machen es die Dürener ihnen aber nicht. Eine Divis-Finte lässt beide Teams mit 16-13 in die technische Auszeit gehen. Aber Düren kämpfte, und Düren hatte Quero, der in dieser Phase „heiß“ lief und krachend verwandelte (18-17). Als Umlauft mit einem Longline-Angriff scheiterte, nahm Culic seine zweite Auszeit (20-17). Ein Einerblock von Wiederschein gegen Pampel ließ Düren jubeln und hoffen (21-20), dann verzogen jedoch Umlauft (Aufschlag) und Elsner (Angriff) nacheinander (23-20). Sven Anton kam für Elsner aufs Feld, doch der Routinier verzog seinen Angriff weit (24-20). Der erste Satzball wurde per Friedrichshafener Netzberührung abgewehrt, den zweiten versenkte Bendini per Aufsteiger (25-21).

4. Satz
Ein Missverständnis zwischen Elsner und Libero Lieber brachte Friedrichshafen per Bendini-Ass in Führung (2-1), Elsner glich nach einem Angriff über die Schulter aus (3-3). Dann beendete Quero per Diagonalangriff den längsten Ballwechsel des Spiels – Führung Düren (3-4). Der Außenseiter lief weiter „heiß“ und punktete durch Wiederschein und Elsner – Auszeit Friedrichshafen (3-6). Als Elsner abermals über die Außenposition punktete, wechselt Moculescu seine Zuspieler: Der Venezolaner Rodman Valera kommt für Tichacek (3-7). Als Quero mit Hilfe der Netzkante den achten Punkt macht, geht es in die erste technische Auszeit (5-8). Der Wechsel zahlt sich jedoch nicht aus, im Gegenteil: Nach einer sensationellen Abwehr von Wiederschein, der den blockfreien Angriff von Idi pariert, versenkt Quero den anschließenden Punktball (6-11). Beim 9-13 kommt Außenangreifer Robert Hupka für Divis, zuvor hatte Elsner eine gute Punktchance für Düren ungenutzt gelassen. Ein Netzkanten-Ass durch Bendini sowie ein Angriffsfehler von Günthör lassen den Rekord-Pokalsieger weiter verkürzen – Auszeit Düren (11-13). Pampels Punkte per Angriff und Aufschlag bringen den Anschluss, der Doppelblock gegen Elsner den Ausgleich (14-14). Dann serviert der Diagonalspieler der Nationalmannschaft ein Ass – Führung Friedrichshafen (15-14). Aber Düren kontert abermals und geht nach einem Angriff an den Block (Elsner) knapp in Führung (15-16). Hupka gleicht erneut aus, dann blockt José Diagonalangreifer Quero, der Jubel fällt entsprechend aus (18-17). Aber Quero zeigt sich nicht beeindruckt und punktet zweimal in Folge. Als Idi seinen Angriff ins Netz setzt, ist Düren wieder in Front (19-20). Aber zwei Pampel-Angriffe, der Nationalspieler wird von Valera gesucht, drehen erneut die Partie – Auszeit Düren (21-20). Idi nutzt die anschließenden zwei Punktchancen, der Titelverteidiger zeigt im entscheidenden Moment seine Klasse (23-20). Aber Düren gibt sich nicht geschlagen: Zunächst Quero, dann ein Einerblock von Umlauft gegen Idi – Anschluss und Auszeit Friedrichshafen (23-22). Der extra für den Aufschlag eingewechselte Sven Anton lässt sich nicht beirren und serviert ein Ass (23-23) und – weil es so schön war – noch eins hinterher. Satzball Düren (23-24). Friedrichshafen wehrt diesen per Schnellangriff von Bendini ab (24-24), dann holt Quero den zweiten, indem er den Angriff auf den Block setzt. Die große Punktchance zum Satzgewinn lässt Quero jedoch ungenutzt, sein Angriff landet im Netz (25-25). Umlauft ist es, der Satzball Nummer drei für Düren holt, und die Friedrichshafener „schenken“ ihren Kontrahenten diesen, indem es ein Abstimmungsproblem zwischen Valera und Pampel gibt (25-27).

Foto
Foto Tom Schulte: Versenkte den Matchball: Christian Pampel.

5. Satz
Tichacek kehrte auf die Zuspiel-Position zurück, Divis auf die Annahmeposition. Ansonsten blieben die Teams unverändert. Ein Dreierblock gegen Quero bedeutete das 2-0 für den Titelverteidiger, ehe Günthör per Aufsteiger den Anschluss machte. Als Idi ein direkter Aufschlagpunkt gelang, nahm Culic beim 5-2 die erste Auszeit. Doch auch den nächsten Zähler machten die hoch konzentriert wirkenden Friedrichshafener, Divis schlug den Ball über den Block. Als dem Slowaken ein weiterer Angriffspunkt gelang und Quero seinen Ball aus dem Rückraum neben die Linie setzte, wurden mit 8-3 die Seiten gewechselt. Aufschlagfehler von Wiederschein und Elsner kamen für Düren zur schlechtesten Zeit (10-5), dann sollte es wieder Anton richten. Der 37-Jährige servierte stark, den Angriff von Idi konnte er jedoch in der Abwehr nicht kontrollieren (11-6). Auch Quero verschlug seinen Service, Trainer Culic nahm seine letzte Auszeit, um seine Spieler nochmals zu ermutigen (12-7). Bendini erhöhte per Zwei-Meter-Schuss auf 13-7, Umlauf kam für Dick zurück. Wiederschein blockte gleich zweimal in Serie und erhielt dafür einen Punkt (13-8), dann holte Bendini per Schnellangriff Matchbälle (14-8). Elsner wehrte den ersten ab, den zweiten schlug Pampel unerreichbar ins Feld. Punkt, Satz und Sieg für Friedrichshafen (15-10).

Foto
Foto Tom Schulte: So sehen Sieger aus: Die DVV-Pokalsieger 2008, der VfB Suhl und der VfB Friedrichshafen auf dem gemeinsamen Siegerfoto.

Erste Stimmen zum Spiel
Stelian Moculescu (Trainer Friedrichshafen): „Meine Mannschaft hat den Fight angenommen. Uns hatte schon vorher jeder gratuliert, daher hatten wir großen Druck und das war nicht einfach. Meine Jungs haben nach dem ersten Satz gedacht, es geht so weiter. Damit war die Luft aus dem Ball, aber das ist gegen eine Mannschaft wie Düren nicht machbar. Sie hatten uns an den Rand einer Niederlage gebracht, aber die Anzahl der Spiele in Meisterschaft und Champions League haben sich für uns qualitativ bemerkbar gemacht. Ein Riesen-Kompliment für meine Mannschaft, Erfahrung und Routine waren ausschlaggebend für den Titel.“

Mirko Culic (Trainer Düren): „Es war ein spannendes Spiel, demzufolge sollten die Zuschauer zufrieden sein. Wir haben eine mannschaftlich geschlossene Leistung gebracht, und nach dem ersten Satz haben wir unsere Linie gefunden. Doch der VfB war im fünften Satz einfach zu stark. Wir hoffen im Verein zukünftig auf weitere Erfolge und darauf, dass wir auf dieses Finale hier aufbauen können.“

Christian Pampel (Spieler Friedrichshafen): „Der erste Satz war ein bisschen zu leicht. Danach waren wir mit dem Kopf nicht mehr richtig dabei und hatten eine zu lockere Stimmung. Dann haben wir uns etwas von dem Druck der Dürener überraschen lassen. Düren hat sehr gut gespielt.“

Jan Umlauft (Spieler Düren): „Das war der absolute Hammer hier auf dem Feld zu stehen. Ich hatte eine Gänsehaut. Die Hoffnung ist im Lauf des Spiels immer mehr gewachsen. Der VfB ist immer in der Lage, einen Hänger wegzustecken. Momentan überwiegt die Enttäuschung, wenn ich mir das Spiel nachher nochmals angucke, kommt sicherlich auch die Zufriedenheit über eine gute Leistung.“

Spielstatistik