DVV-Männer: Erfolgreicher Auftakt der Olympia-Qualfikationsvorbereitung – 3:0 gegen China in Dessau

DVV-Männer: Erfolgreicher Auftakt der Olympia-Qualfikationsvorbereitung – 3:0 gegen China in Dessau

Im ersten von insgesamt drei Vergleichen (inklusive dem ersten Spiel vom Vier-Nationen-Turnier in Leipzig) bezwangen die DVV-Männer Olympia-Gastgeber China: In Dessau hieß es am Ende vor 2.623 Zuschauern 3:0 (25-13, 30-28, 25-16).

Im ersten von insgesamt drei Vergleichen (inklusive dem ersten Spiel vom Vier-Nationen-Turnier in Leipzig) bezwangen die DVV-Männer Olympia-Gastgeber China: In Dessau hieß es am Ende vor 2.623 Zuschauern 3:0 (25-13, 30-28, 25-16). Punktbeste Spieler waren bei Deutschland Christian Pampel (17) und Marcus Böhme (16) und Yuan Zhi (11) sowie Sui Shengsheng (10) bei China, Jan Umlauft gab sein Länderspiel-Debüt. Stefan Hübner, Simon Tischer und Thomas Kröger standen in Dessau nicht im Kader. Ausschnitte von der Partie in Dessau gibt es am 9. Mai in der Sendung „MDR um 12“ (11.45 Uhr bis 12.30 Uhr). Am 9. Mai folgt in Nordhausen (19.00 Uhr) der zweite Vergleich mit den Chinesen. Diese Partien wie alle weiteren Spiele dienen der DVV-Auswahl als Vorbereitung auf die Olympia-Qualifikation vom 23.-25. Mai im ISS Dome in Düsseldorf.

Startformation Deutschland: Frank Dehne, Christian Pampel, Jan Umlauft, Robert Kromm, Marcus Böhme, Max Günthör und Markus Steuerwald.
Startformation China: Bian Hongmin, Cui Jianjun, Jian Fudong, Fang Yingchao, Shen Qiong, Yu Dawei und Ren Qi.

Die deutsche Mannschaft, die aus einem anstrengenden Kraftaufbau-Programm ihr erstes Länderspiel bestritt, ließ sich die Strapazen der vergangenen Tage nicht anmerken: Von Beginn an übernahm sie das Kommando auf dem Feld, die Chinesen hatten bereits in der Annahme große Probleme. Andererseits servierten die Gäste, die erst am Vortag angereist waren, äußerst harmlos, sodass „Rückkehrer“ Frank Dehne ein variables, schnelles Angriffsspiel aufziehen konnte. Davon profitierten vor allem Diagonalangreifer Christian Pampel und Schnellangreifer Marcus Böhme. Lediglich im zweiten Satz konnten die Chinesen dagegen halten und sahen beim 20-23 schon wie die Sieger aus. Dann wechselte Moculescu jedoch Kapitän Björn Andrae zum Aufschlag ein, und der brachte sein Team mit 24-23 in Führung. Zwar wurde der erste und auch vier weitere Satzbälle nicht genutzt, doch die Mannschaft blieb stets in Front. Böhme sorgte per Ass für die 2:0-Satzführung.

Ausführlicher Spielbericht

1. Satz
Ein gewonnenes Drückduell von Dehne sorgte für das erste Mini-Break und die 3-1-Führung. Kromm nutzte eine Annahmeschwäche der Chinesen (nach Pampel-Aufschlag) zum 4-1. Die deutsche Mannschaft war weiterhin überlegen und ging nach einem Block von Böhme 7-2 in Führung. Eine feine Finte von Dehne (über Kopf mit einer Hand) ließ beide Teams mit 8-3 in die technische Auszeit gehen. Nach zwei weiteren Zählern, Grundlage waren jeweils gute Aufschläge von Böhme, nahm Chinas Chef-Trainer Zhou Jianan seine erste Auszeit (10-3). Den Chinesen gelang es zwar in der Folge, ihren Angriff aus der Annahme regelmäßiger im deutschen Feld unterzubringen, dies war jedoch auch bei der DVV-Auswahl der Fall. Zumal die Aufschläge der Chinesen zu harmlos waren, um den in dieser Formation völlig neuen Annahmeriegel mit Steuerwald, Kromm und Umlauft unter Druck zu setzen. Nach einem Umlauft-Punkt aus dem Rückraum ging es mit 16-7 in die zweite technische Auszeit. Ein Pampel-Ass brachte das 18-7, mit Sui Shengsheng (27 Jahre) kam der älteste chinesische Akteur aufs Feld. Es folgten weitere Wechsel auf Seiten des Olympia-Gastgebers, den klaren Verlust des ersten Satzes konnten diese jedoch auch nicht verhindern. Pampel sorgte mit seinem Angriff für das 25-13.

2. Satz
Moculescu ließ seine Mannschaft unverändert, die Chinesen machten mit der Formation weiter, die am Ende des ersten Satzes auf dem Feld stand. Und die Gäste, die am gestrigen Tag angekommen waren, zeigten sich zu Beginn deutlich stabiler: Erst ein Ass von Kromm sorgte für eine deutsche Zwei-Punkte-Führung (5-3), zuvor waren die chinesischen Angriffe aus der Annahme erfolgreich gewesen. Nachdem Umlauft seinen Angriff nicht auf den Boden brachte, glichen die Chinesen aus (6-6), eine verpatzte Annahme auf deutscher Seite wurde mit einem chinesischen Gegenangriff und Rückstand bestraft (7-8). Der Rückstand wuchs gar auf zwei Zähler an (8-10), ehe ein deutscher Dreierblock (Böhme) den Ausgleich herstellte (11-11). Pampel machte mit einem gefühlvollen „Aufschlag-Roller“ das 12-11 – Auszeit China. Dann waren die Gäste wieder am Zug und punkteten erfolgreich (14-15) – Günthör sorgte per Block für den abermaligen Ausgleich. Beim 17-17 kam Lukas Kampa für Günthör zum Aufschlag. Kampa servierte stark, die Chinesen punkteten jedoch aus der Bedrängnis. Ein Block gegen Umlauft ließ die Chinesen erneut mit zwei Zählern in Führung gehen, Moculescu nahm eine Auszeit (19-21). Ein Annahmefehler von Umlauft, den sich die Chinesen in der Annahme ausgewählt hatten, sorgte für das 20-23 und eine abermalige deutsche Auszeit. Günthör verkürzte, Kapitän Björn Andrae kam zum Aufschlag für Dehne (21-23). Eine starke Abwehr von Umlauft mit anschließendem Zuspiel von Steuerwald und Abschluss Pampel brachte den Anschluss und Auszeit China (22-23). Andrae machte per „Roller“ den Ausgleich, ehe der chinesische Schnellangreifer seinen Angriff auf die Netzkante drosch, Satzball Deutschland (24-23). Den setzte Andrae per Aufschlag ins Netz, Moculescu lachte, Dehne kam zurück. Dern längsten Ballwechsel der Partie beendete Pampel zwar mit einem Angriffsfehler, doch ein Chinese hatte das Netz berührt (25-24). Nach abermaligem Ausgleich verschlugen die Chinesen ihren Aufschlag und „schenkten“ der DVV-Auswahl den nächsten Satzball, Böhme gab das Geschenk zurück, als er den Punktball technisch „unsauber“ spielte. Auch Satzball vier wurde vergeben, Umlauft setzte den Angriff aus dem Rückraum ins Netz (27-27). Böhme holte per Schnellangriff Satzball fünf, die Chinesen wehrten eiskalt ab. Ein abermaliger chinesischer Aufschlagfehler brachte die deutsche Mannschaft abermals in Front, Böhme verwandelte per Ass (96 Km/h – Scout Steffen Busse misst die Geschwindigkeit) – 30-28.

3. Satz
Böhme per Block machte das erste Minibreak im dritten Satz (3-1), Pampel erhöhte mit zwei Assen (103 und 102 Km/h) auf 5-1. Die deutsche Mannschaft blieb weiter vorne, Pampel war es per Rückraum-Angriff, der beide Teams in die technische Auszeit gehen ließ (8-5). Dehne ließ per Ass den nächsten deutschen Zähler folgen, ehe die Chinesen zweimal in Folge punkteten (9-7). Nach einer gelungenen Rettungsaktion von Dehne/Pampel machte Böhme per Schnellangriff das 12-9. Ein weiterer Zähler des 2,10 Meter großen Berliners – dieses Mal per Block – ließ den Vorsprung anwachsen (15-10). Kampa kam für Dehne aufs Feld (17-13) und bediente seinen zukünftigen Vereinskameraden Pampel mustergültig (18-14). Andrae folgte und schritt abermals zum Aufschlag (für Günthör, 19-15). Zwei Angriffsfehler von Qiong brachten das 21-15 und die Vorentscheidung im Satz und im Spiel. Pampel drückte beim Aufschlag noch mal richtig drauf und holte Satzbälle en masse (24-16). Ein chinesischer Angriffsfehler beendete die Partie, die bis auf den zweiten Satz einseitig verlief (25-16).

Stimmen zum Spiel

Stelian Moculescu: „Das war in Ordnung, die Chinesen waren aber auch noch müde von der Reise. Wir haben einen überragenden Pampel gesehen, die anderen haben guten Volleyball gespielt. Für Umlauft war es ein normales Spiel bei seinem Debüt. Für irgendwelche Erkenntnisse ist es noch zu früh.“

Frank Dehne: „Ich denke, die Chinesen können deutlich besser aufschlagen. Heute war es mich sehr komfortabel, weil die Annahme stark war. China kann insgesamt besser spielen. Die Reaktionen auf meine Rückkehr waren auch außerhalb des Feldes besonders – positiv. Auch ich freue mich über die Rückkehr.“

Jan Umlauft: „So ein Debüt zu spielen gegen ein Team, was man schlagen muss, ist nicht so einfach. Natürlich ist man nervös, und wenn dann ein, zwei Fehler passieren, erhöht das den Druck nochmals. Meine Leistung war nicht großartig, der Angriff war in Ordnung, die Annahme nicht. Es ist noch Luft nach oben.“

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