DVV-Frauen: Erneute Niederlage gegen Serbien

DVV-Frauen: Erneute Niederlage gegen Serbien Bundestrainer Giovanni Guidetti konnte mit der Leistung seines Teams im zweiten Testspiel gegen Serbien nicht zufrieden sein. Seine Spielerinnen agierten in vielen Phasen deutlich unter ihren Möglichkeiten, womit der deutsche Coach gar nicht einverstanden


Wie schon im ersten Testspiel gegen Serbien, hat die deutsche Frauen-Nationalmannschaft auch den zweiten Vergleich gegen den Vize-Europameister verloren. In Münster setzte es für das Team von Bundestrainer Giovanni Guidetti eine 1:3-Niederlage (25:27, 25:22, 21:25, 16:25). Erneut scheiterte der deutsche Angriff viel zu oft gegen das starke serbische Blockspiel, zudem machten die DVV-Frauen insgesamt zu viele leichte Fehler. Der Hauptgrund für die verdiente Niederlage war aber, dass die deutschen Frauen in den entscheidenden Situationen nicht genug Kampfgeist zeigten. So reichte den Gästen eine Durchschnittsleistung um gegen das deutsche Team erneut erfolgreich zu sein. Das deutsche Team zeigte in diesen Testspielen somit unfreiwillig, dass der Ausfall von Spielführerin Angelina Grün – die als Zuschauer in Münster war – viel schwerer wiegt als erwartet.

Der Spielfilm zum Match

1. Satz
Guidetti beginnt zur Partie in Bremen mit einer personellen Umstellung. Für Heike Beier startet Conny Dumler in der Ersten-Sechs des deutschen Teams. Ansonsten spielen für Deutschland erneut Kathleen Weiß, Saskia Hippe, Christiane Fürst, Corina Ssuschke, Margareta Kozuch und Libera Kerstin Tzscherlich. Das serbische Team tritt in diesem zweiten Testspiel auf einer Position ebenfalls verändert an. Für Jovana Brakocevic spielt Ivana Derisilo-Stankovic. Ansonsten stehen die Spielerinnen wie in Bremen auf dem Feld - Jelena Nikolic, Natasa Krsmanovic, Brizitka Molnar, Maja Ognjenovic, Stefana Veljkovic und Libera Suzana Cebic. Das Match startet ausgeglichen, 1:1, 4:4, 6:6. Auf deutscher Seite läuft viel über Kozuch, die ihre Angriffe zumeist erfolgreich verwandeln kann. Dennoch gehen die Serbien mit einer 7:8-Führung in die erste Technische Auszeit (TA.). Das deutsche Team agiert in den ersten Minuten viel konzentrierter und konsequenter in allen Aktionsbereichen als noch im Spiel in Bremen. Vor allem im Aufschlag und Block zeigen sich die deutschen Damen verbessert. Mit diesen Faktoren zieht das Team jetzt davon – 12:9. Der serbische Coach Zoran Terzic nimmt seine erste Auszeit. Das kann den Rhythmus des deutschen Teams aber nicht unterbrechen – mit 16:12 gehen die Spielerinnen von Bundestrainer Giovanni Guidetti in die zweite TA. Nach der Auszeit läuft es für die deutschen Frauen aber nicht mehr ganz so rund. Als Serbien auf 19:17 verkürzen kann, reagiert Guidetti mit einer Auszeit – allerdings kann Serbien weiter rankommen. Beim Stand von 21:21 muss Guidetti erneut reagieren – zweite Auszeit. Wie schon in Bremen hat das deutsche Team wieder eine Führung aus der Hand gegeben und agiert anschließend im eigenen Angriffsspiel zu ungenau. Den eigenen Satzball – bei 24:23 - kann das deutsche Team nicht verwandeln, der serbische Block steht zweimal genau richtig und schafft damit die Wende. Erneut bremst der serbische Zweierblock Margareta Kozuch aus – mit einem ‚Schlussspurt’ holt sich Serbien den ersten Satz mit 25:27.

2. Satz
Der zweite Durchgang beginnt zunächst wie der Erste, ausgeglichen - 1:1, 4:4, 6:6. Kurz vor der ersten TA zeigt aber der deutsche Block, dass er ebenfalls für Punkte gut ist. Zweimal ‚packt’ er zu und schafft damit die 8:6-Führung. Das deutsche Spiel scheint gut laufen – mit 3 Punkten in Folge wird die Führung auf 11:6 ausgebaut. Doch dieser Vorsprung gibt den DVV-Frauen keine Sicherheit in ihrem Spiel. Serbien verkürzt auf 11:9 – Guidetti reagiert, bringt Heike Beier für Conny Dumler. Mit dem Wechsel kommt wieder etwas mehr Stabilität in der deutschen Annahme, mit 16:14 gehen die deutschen Frauen in die zweite TA. Anschließend wechselt Guidetti im Zuspiel, Denise Hanke kommt für Kathleen Weiß. Der erhoffte Erfolg bleibt aber zunächst aus, Serbien kann wenig später auf 18:18 ausgleichen. Doch dann zeigt das deutsche Team wieder sein zweites, positives Gesicht. Mit mehr Variabilität im Angriff erspielen sich DVV-Frauen drei Satzbälle und können den ersten gleich verwandeln. Kozuch haut den Ball an die Außenlinien des serbischen Feldes. Das Schiedsrichtergespann gibt den Ball – trotz heftiger Proteste der Serben – gut, mit 25:22 geht der zweite Satz an Deutschland.

3. Satz
Auf serbischer Seite werden die Entscheidungen der beiden Schiedsrichterinnen nun sehr kritisch verfolgt. Nach dem ersten Punkt für Deutschland im dritten Satz – angeblicher Aufstellungsfehler der Serbinnen - beginnt erneut eine heftige Diskussion, wo am Ende der serbische Trainer Zoran Terzic die gelbe Karte erhält - 2:0 damit für das deutsche Team. Im deutschen Spiel darf in diesem Durchgang weiterhin Denise Hanke die Fäden ziehen – mit Erfolg. Den 2-Punkte-Vorsprung nehmen die DVV-Frauen auch mit in die erste TA – 8:6. Doch der Vorsprung wackelt erneut, Serbien kann ausgleichen – 9:9. Das Match ist jetzt wieder ausgeglichen, 11:11, 13:13. Dann vergeben die Serbien ihre Angriffe leichtfertig – während die deutschen Angreiferinnen erfolgreich punkten. Mit 16:13 gehen die DVV-Frauen in die zweite TA. Mit Conny Dumler, die für Margareta Kozuch ins Spiel kommt, verstärkt Guidetti nun die Annahme. Dennoch können die Serbinnen erneut den Ausgleich schaffen, 18:18. Guidetti nimmt seine erste Auszeit. Doch Serbien punktet weiter, zieht sogar auf 18:20 davon. Nun kommt Kathleen Weiß für Hanke zurück ins Spiel, zudem Maren Brinker für Heike Beier. Doch die Personalumstellung bringt keinen Erfolg. Serbien setzt konsequent und erfolgreich seine Angriffe durch, baut die Führung auf 19:22 aus. Guidetti nimmt seine zweite Auszeit, doch auch hierdurch schafft das deutsche Team die Wende nicht mehr. Als Christiane Fürst ihren Aufschlag ins Netz setzt, geht der dritte Durchgang mit 21:25 an Serbien. Die Gäste führen damit mit 1:2 in den Sätzen, weil das deutsche Team wieder leichtfertig einen großen Vorsprung nicht zum Satzgewinn umwandeln konnte.


4. Satz
Scheinbar war der Verlust den dritten Durchgangs für das deutsche Team ein ‚Hallo-Wach-Effekt’. Mit 4:0 und 6:2 zieht das deutsche Team davon. Doch erneut sind die DVV-Frauen selbst dafür verantwortlich, dass die Serbinnen wieder aufholen können. Nachdem Hippe den Aufschlag ins Netz und Kozuch den Angriff ins Aus gesetzt haben, gehen die DVV-Frauen mit ‚nur’ 8:6 in die erste TA. Beide Trainer sind von dem Spiel ihrer Teams nicht begeistert. Beide Coaches sitzen in dieser Phase nur noch auf der Bank und schauen dem Spiel, welches auf kein gutes Niveau gesunken ist, fast regungslos zu. Die Serbinnen sind jetzt das bessere von zwei schwachen Teams, ziehen auf 9:12 davon. Im deutschen Spiel läuft jetzt nichts mehr zusammen, nicht ein Angriff will mehr den erwünschten Erfolg bringen, dazu fehlt jeder kämpferische Einsatz. Das serbische Team macht 4 Punkte in Folge und führt zur zweiten TA mit 9:16. Wie schon beim Testspiel in Bremen scheint das Spiel im vierten Satz entschieden zu werden, weil kein deutsches ‚Aufbäumen’ zu erkennen ist. Der serbische Block entschärft jetzt nahezu jeden deutschen Angriff und hat beim Stand von 15:24 haben die Gäste 9 (!) Matchbälle. Den ersten wehrt Saskia Hippe noch ab, doch als Kathy Radzuweit den Aufschlag ins Aus setzt, hat Serbien – wie schon vor zwei Tagen – das Match mit 1:3-Sätzen für sich entschieden.


Die Stimmen zum Spiel

Giovanni Guidetti: „Über diese Niederlage ärgere ich mich sehr! Wir hatten die Chance das Spiel 3:0 zu gewinnen, stattdessen haben wir völlig unnötig verloren. Das Team hat sich in den ersten drei Sätzen eine Führung herausgespielt und kann die Durchgänge mit einem konsequenten Spiel für sich entscheiden. Aber gerade in den entscheidenden Phasen agieren wir dann viel zu unkonzentriert und halten einfach nicht dagegen wenn es eng wird. Mit mehr Kampfgeist wären wir heute klar als Sieger vom Feld gegangen.“

Denise Hanke: „Wir haben heute noch schlechter gespielt als in Bremen. Heute sind wir wirklich ganz weit unter unseren Möglichkeiten geblieben. Vor allem in den wichtigen Phasen der Partie haben wir viel zu wenig zustande gekriegt. Es darf uns einfach nicht passieren, dass wir mehrfach eine große Führung und damit die Sätze abgeben. Wenn man etwas Positives aus diesen Spielen mitnehmen kann, dann das wir jetzt alle unsere schlechten Spiele hinter uns haben sollten. Bei der Grand Prix-Qualifikation werden wir besser spielen – da bin ich mir sicher!“